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Full text of "Programm des städtischen Realgymnasiums zu Malchin. Über das 34. Schuljahr veröffentlicht von Prof. E. Reincke, Direktor. Ostern 1900"

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^teargpinnafiuiits 

3 U 2tlalc^in. 

^{ßcr bas 34. §cßufjaßr oerö'jfenfficßf 


prof. Ilciurftc, 

Direftor. 

(9 ft c nt i( 900 * 

3tll?a11: L 2ni,,cIa,tcrIid ? c ^«9«n6eu. Don ©berietet Dr. SoljnftcH 
2. Sdjulnadjridjten Pom Direftor. - *=--- 

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$tof<$in i. 1900. 

«ebrurft in ber «£. fj. Qcefc’fdfcu öudjbrutfcrct. 


1900. programin Hr. 710. 


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902651 


I. 

Mittelalterlich fegenöen. 

- §--— 

1. Ser grimbliche Äenner attengti[cE)cr Segenbeitbichtung, tute @. Körting (in f. ©runbrijj) ilpt 
nennt, (£. §orftmann, crf(5rt ba« SBort Cegenbe at« urfprungtidj eine lirdjliche Lectio bet acta sanc- 
torum bebeutenb. ©eine (Einleitung ju ben Wttenglifc^en ßegenben 9 1. g. 1881 wirb l)ier ju ©runbe 
gelegt. Ser mittelalterliche ©otte«bienft jetfiel in jwci 'Seile: bie 9Re|fe, (Liturgia, Eucharistia, 
Sacramentum) unb ba« Officium divinum, (Opus dei, Cursus, Collecta, Canon, Syntaxis). 
©püter hieß biefet legiere Seil allgemein Breviarium unb bejeichnete nicht eigentlich ba« Officium, „al« 
üielmeht ba« Such, welche« ba«felbe enthält, unb fteljt in biefem ©inne im ©egenfafc jum Missale ober 
Sacramentum." „Sa« Breviar enthält bie Ißfalmen, Seftionen, Antiphonen unb Stefponforien, 
Jphmnen unb ©ebete, welche ben ©otteäbienft bet Horen bilben; e« etwuch« allmählich al« terbidjtete 
öetffirjte (Einheit (bähet bet 9?ame) älterer befonbetet Sficher für bie einjefnen Seftanbteile: be« Psal- 
terium (bie ißfalnten unb Cantica enthaltend u. f. W. 

Auf bet ©tunblage bc« im Saljre 1074 toon ©tegot VII. jufammengefteHten Breviariums 
Würbe oon ißiu« V. im 3üf) te 1568 ba« römifche Breviar für bie ganje Stirere einheitlich Oor* 
gefchtieben. 9?ut wenige Äirdfjen unb ßänber butften ihr eigene« behalten. 3n ben Horen ober ben 
officieHen Anbadjt«ftunben wähtenb bet ÜRadjt unb be« Sage« fang, betete unb ta« bet Klerus nach 
biefem Breviarium. Siefer Horen gab e« feit bem 6. Sahthunbett faft allgemein fieben unb jtoat 
1) bie Noctum um SRittemacht obet ,§abnenfchtei, 2) Matutin ober Laudes (fo genannt nach ben 
3 lefcten fßfalmen, ben Laudes’) in einer bet btei ©tunben oor ©onnenaufgang, 3) Prim, in bet 
elften ©tunbe nach ©onnenaufgang; biefe ©tunbe war nicht allgemein angenommen, 4) Terz, in ber 
britten ©tunbe nach ©onnenaufgang, 5) Sexte, 6) None, 7) Vesper, in bet lefcten ©tunbe oor 
Sonnenuntergang, 8) Completorium (compline), oot bem ©^lafengehn: [biefe toutbe, ba bie Prim 
nicht überall in ©ebrauch war,.jut ©tgönjung bet au« fßfalm 119 S. 164 (Septies in die laudem 
tibi dixi) hergeleiteten ©iebenjahl bet Horen im 6. Sahrf)unbert fjinjugefügt. 3m 13. unb 14. 3aht* 
hunbert würben bie Nöctumen unb Laudes nicht mehr in ber SRacht, fonbetn bei SageSanbrud) ge* 

halten; benn Oon ba ab werben bieNocturnen unter bie Matutin gerechnet, Wähtenb bie jweiteHore 

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ben UJamcit Laudes fiiprt; (entere fd)(ofj fiep waprfdjcinticp unmittelbar an bie Matutin an! liefen 
Horen würbe nun auep eine tiefere Söebeutung mitbejug auf ©priftu« beigefegt, fo erinnerte Matutin 
an feine tfufexftepung, None an feinen Sob; Terz, Sexte unb None, bie äftefteu Horen an bie 
Sreifaftigteit. „Vesper war ein S)anfgotte«bienft für ben gfüdficp ooffbracpteii Sag, unb bie Stunbe 
ber (Erinnerung an ba« Slbenbmapf Sprifti." 93on ben Seifen, in bie ber ©otte«bienft ber Horen 
jerfief, nimmt ber fßfafter bie erfte Steife ein, bet wöcpeutlicp einmaf ganj gefungen mürbe; ipm bei* 
gefeilt waren junäepft bie Cantica, „biefenigen Sieber ber peiligen Sdjrift, wclcpc ben ^fafmen ätjntic^ 
ftnb", jnmeift genommen au« bem aften Seftameut, loie j. 93. San. III, 23ff, ba« Sieb ber brei 
Änaben im feurigen Ofen. Später tritt ba« Credo pinju. ®a$u fainen bie ^gmneit unb fcpficfcfidp 
oon ©regor bem ©rofjen eingefüprt, bie Slutipponcn unb 9icfponforien. Siefe oerfepiebenen Seile 
wecpfelten in feparf gegfieberter Drbmtng mit einanber, loie man an bem Don .^orftmann mitgeteiften 
©eifpiel au« bem Breviarium Aberdonense ober au« feiner au«füprlitpcn 93epanblung ber einzelnen 
Seife auf S. VIII ff, fepen fann. 9fn §ciligenfefien waren eigene bafiit gebidjtctc ^tjmncn üblidj. 

Unter bet Antiphona Oerftanb man cittwebcr ben oon beiben Seiten be« ©por« abwecpfefitb 
gefungenen ©jafm ober eine Steife tioit 93crfeit eine« folcpen, bie man ju 9tnfang unb $u (Eitbe be* 
ißfalme* intonierte. 9tn ^eifigenfeften fonuten and) ben ©egenftanb bepanbclnbe 93erfe bafiir einlreten. 
JRefponforien fcpliejjfkp waren bie Antwort be« ©por« auf ben ©efang eine« einzelnen. Unter biefen 
mannigfaltigen 93eftaubteifcn be« bie Hora fiiffeubcn unb befebenben ®otte«bienftc«, jogen bie Antiphona 
unb ber Hymnus an geioiffen Sagen bie 2Rirafc( ber ^eiligen in ipren ffrei«. Sdjott oor Ambrosius, 
ber allgemein al« 93cgri'mbet be« Hymnus gilt, gab e« foldpe unb befonbet« patte bie morgenfänbifepe 
Äircpe biefefben feit ifjret (Entftepung gepflegt. Spreu Ipöpepunft erreichte biefe Sicptung aber erft jur 
3eit be« ©ilberfturnie* (726—840) burep Sicpter wie Andreas von Creta, Johannes Damascene, 
Cosmas, Theophanes, Methodius. Siefe geiftfiepeu Übungen be« ju ben Sfnbacptsftunben Oer* 
fammeften Spore« erfupren eine fepr belebenbe Unterbrecpung burep bie ©infüprung ber Lectio ober 
93or(efung, bie entweber au« ber 9Jibel ober au« einer biefe erfäuternben Sdprift Oer angefepenften 
Softoren unb StircpenOatcr genommen war. ?lu« ber ÜReffe würbe biefe ISorfefung pcrü6ergenommen, 
wie c« pcijjt, juerft oon 93enebift (f 543), wefdper beftimmte, bajj in ben fangen 92äcpten Oon jwei 
©rübeni abwedpfefnb Oom Sefcpuft au« berartige 9fbfcpnitte ootgefefeu werben foßten, Wefdpe bie anbern 
fipeub anporten. ©alb jebotp, wie fidp leidjt begreifen fä|t, fanb man ©efaBen baran unb fügte bie 
©orfefung überpaupt bem ©otte«bienft ber Horen, bem Breviarium, ein. Unb man blieb nitpi bei 
bet fflibel unb iprer gefeprten Srffärung ftepen, fonbetn griff fcpliejjlicp nadp bem, wa« bie fpätere 
firdpfidpe Skptung af« eine iprer wertoollften Scpöpfunge» aufjuweifen pat, bet Segenbe. Siefe 
SReuerung, bie bie Segenbe jum integrierenben ©eftanbteil be« Officium etpob, beftanb io ben ©enebiltiner* 
Häftem fei. bem 8. Saprpunbert. Saugfamer unb bebckptiger ging pierin bie bifepöffiepe fliupe ju 
©lege. BRan war juuüepft weit entfernt, fie af« ein ©fernen! ipte« ©ot!e«bieafte& überpaupt pt be* 
traepten, jubern fap man ba« üppige ©mporblüpen bei Acta Martyrum mit fritiftpem 9fuge an uub 
(ie| fofepe überpaupt nur oon 9futorcu gelten, bie tircplupe« Sfufepen genoffen. fRut biefe fonnten 


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jttnäcfjft itjrc f^efttagc haben unb Witrben junädjft in bie SWeffe unb toon bicfct in baS Breviar auf* 
genommen, ^ie ffierfnüpfung beS SRartprologS mit bem Breviarium fonb jwar ftatt, bodj jmiächft 
in loferer ©cifc; fdjon om läge bortjer nad) bet Prim mied man burdj eine Cefung ber Acta, ba# 
Officium capitulare, auf baS folgenbe geft hin. — Als bann bie bifdjöftidje Jtirdje ben Slöftem in 
ber erweiterten ©ctonung bet Acta martyrum folgte, traten biefe bafb in ben Wittelpunft bei 
Officium überhaupt. „Sie (bie Lectio bei Heiligenlebens) wirb ber ©chwerpuitft bei gangen Officium 
unb jiel)t Antiphon, Sicfponforicn unb Hymnen in ihren ©ereid), bie nun gleichfalls baS ßeben nnb bie 
©nnber bei Heiligen, wenn auch in fnapper Raffung unb meljr anbeutungSWeife feiern." — 9 (ober 12) 
Seftionen fonnten burd) ©orlefung aus bem HeiHß f nlebcn gefüllt fein, unb um biefen Äern ranlten fid) 
Hpinnen unb Antiphonen, bie aus ihm Sicht fogen, währenb bie ©falmen unb anbere ©efänge oon ihm 
auS weitere ©liefe auf bie ©eit beS alten ‘EeftamentS eröffneten. — 3)ie Vita, fo muh man fich ben 
©organg benfen, Würbe entWcber eigens für baS Officium h<rgefteßt, wie Horftmann an einem ©eifpiel, 
bem Officium de sancto Richardo (Richard Rolle de Hampole f 1349) nachweift, ober fic würbe 
erft fpätcr nach ihrer @ntftcl)ung bem Breviarium eiiWcrleibt. $ie Sefnng ber ganjeit Vita war ju einer 
3eit, wo bie Lectionos ber Nocturnen noch im ganjen Umfange beftanben, Wohl möglich; als fpätcr im 
13.—14. 3ahrf)unbcrt eine Anhörung hierin eintrat, bie Nocturnen in bie Matutin, bie erften 
3 ©tunben not Sonnenaufgang fielen unb baran fich unmittelbar als 2. Höre die Laudcs fchloffen, 
war bie 3«t bcfchränft. ©ei es nun, bah man gut 3«h wo biefe wefentliche Änberung oor fich ging, 
ben noch gclaffencn SRantn ber ßegenbe nicht mehr in ber alten SBcifc einrätimen fonnte ober aus 
anberen ©rünben, es wirb oon H°rftntann an ©eifptelcn nachgemicfen, bah M* Vita im Breviarium 
biefer 3f»t (13. 3<>hrhunbert) nur noch 3ugenb ober SebenSabfchnitte beS Heiligen enthielt. Sitte 
folche ©erfiirgung ber Vita aber, bie ja fonft toor ihrer bireften Aufnahme in baS getriebene Breviarium 
in gröberen ober fitrjeren Abfchnitten, je nach SBunfch beS ©orfifcenben, im <5h ot gelefen werben fonnte 
würbe ben ©ert berfelben faft anfheben, unb fo fcheint eS notwenbig, bie gortfefoung berfelben ju 
irgenb einet anberen ^ageSjeit anjunehmen. AIS folche holt Horftmann bie ©fahljeit im Refectorium 
für bie paffenbfte, ju ber man nach alten ©eftimmungen ja etwas erbauliches lefen foDte. 3n ber 
©emeinfehaft ber ©eifttichfeit blieb alfo bie Segenbe — baS bfitfen wir als ficher annehmen — ein 
hertwrragenbeS ÜJfittel ber Srbauung unb geiftlichen Übung, nur ihr öerftänblid), ba baS Breviar in 
lateinifchcr Sprache abgefaht war. 

2. 3u noch Weiterer Sntwicfelung war bie Lectio in ber SJfeffe, aus ber fic ja urfprünglid) uon 

©enebift in bat Breviar genommen war, beftiinmt. H' et in ber SÜteffe hatte bie Lectio folgenbe 

Stellung: 3J?arlt)rolog, Gpiftel, Süangelium, ©rebigt (= Lectio, Homilie, Sermo). Sine Änberung 

(fiht bie ^Reihenfolge fpäter folgettbermahcn erfcheinett: Spiftel, Alleluia, baran fnüpfte fich «n Versus 

Uber eine Sequenz, über beren Sntftefjung man bei Hatflmann (a. a. D) folgenbeS erfährt: 3m 

8. 3uhthunbert fam ber ©rauch auf, „bie lejjtc Silbe beS Alleluia in eine SReihe uon IRotm ju 

behnen (baS h«h We jubilatio unb juweilett sequentia); in weiterer Sutwicfelung würben ©orte ju 

biefen 9?oten gefegt, juerft in rt>ljthnxifc£)cr ©rofa, fpäter treten metrifche Hh mnen > fogenannten 

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Sequenzen, bafüt ein. SRotfer, 9lbt non St. ©allen, foH im 9. 3>a()c(junbert bie erften Siebet biefer 
9trt gebtdjjtet Ratten." 1 ) „®ie Sequenz, eine 2trt Hymnus, feierte bie Xljaten unb 28unber beä 
^eiligen." 2>ann folgte ba3 ©bangelium, baä ganj ebenfo, wie bet Sßfalm, nad) bem ß^araftet beS 
^eiligen beftimmt fein tonnte, barauf fchliefjUd) bie Homilie. So fyiefjen bie feit bet älteften 3«* 
währenb bet Siturgie (= SReffe) ftattfinbenben 9lnfprachen an bie ©emeinbe wegen if)re8 bcrtraulidjen, 
einfachen, funftlofen Stilen. 2>ie Sßrebigt fanb nad) bet Sdjriftlefung (bem ©oangelium), bor bet ©nt« 
laffung bet ©atedjumenen, ftatt, unb mar anfangs wohl blofje Schlufjermahnung, bann 3lu3legung be3 
getefenen ©bangetiumä. Sermo unb Homilie werben juerft noch promiscue für bicfelbe Sache ge« 
braucht; fpäter bezeichnet Homilie mehr bie bie ©djrift crllärenbe ißrebigt, mährenb Sermo weniger 
bon einem befttmmten Xejt abhängig gebaut unb befonberd bon ben 9lnfpra<hen an §ciligenfeften 
(sermones de sanctis) gebraust wirb." liefet am beften als ißrebigt ju bcjeid)nenbe Xcil bet 
SReffe, bet je nad) SBerhältniffen tu einet Sefung ober in frei gefprodfjeneu Sotten beftanb, erhielt 
fd^on feit bem 6. Saljrljunbert (f. §orftmann a a 0. S. XXIII) für bie ©emeinbe babitrd) eine työfyxt 
SBebentung, als bon einjelnen SBifdjöfen, fo bon Germanus von Paris (f 576) berorbnet mürbe, „bafj 
bet $aftor ober ©oftor bet Äirdje in bolfStumlidjet Sprache eiflären foQe, maS in bet ^ßropfjetie, 
©piftel ober bem ©bangelium gelefen märe." Unb im 9. Satyrljunbert beifügten 3 ©onjile (oon 
5Kb«™* 813, bon £our3 813 unb bon SRainj 847), bafj bie Homilie ober bet Sermo in bolfö« 
tümlidjet Sprache ju halten fei, „bamit fie bon allen betftanben mürben." ®a^u fam bie anbere 93er« 
otbnung, Homilien, bie in bie romanifdje unb germanifdje 93olföfprache übertragen merben füllten, 
ju fammetn. Solche Sammlungen maren in lateinifchet Sprache, bie nebenher immer noch für bie 
ißrebigt gemittet mürbe, bie Bedas (f 735) (Homiliae de tempore), bie beS Sangobarben Paul 
Diakonus (f 797), Haimo von Halberstadt (f 853), Remigius von Auxerre (f 908), Abbo 
von S. Germain (f 923) u. a., in angelfächfifcher unb altenglifcher Sprache bie Bückling Homiües 
(971), Aelfrics Homiliae catholicae (971), Sammlung bc3 Lupus, bie bon 9Rorri3 ebierten beS 
12. u. 13. 3ahrhunbertS, baä Ormulum (c. 1200) unb bie norbenglifche ©bangelienfamintuug (c. 1300) 
(f. ftorftmann, S. XXIV); au3 bet franjöfifchen ßüteratur: bie Jonashomilie, X. Sührljunbert 
(n. ©röber a. a. 0. S. 444), bie mie ©. Sßarte (Littdr. franc. 152) fagt, ein feltfameS unb einjigeS 
SBeifpiel (dpave) einer ißrebigt in 93ulgätfpradhe ber erften 3a()rf)unberte beä äRlttelalterS ift. Söenn 
bie Ißrebiger ihre ißrebigten auffdjrieben, fügt er ba3 fehlen anberer SBeifpiele erflärenb fo 

tfjaten fie es in lateinifchet Sprache, auch wenn fie ihre ißrebigt in ihrer 93ulgärfprache halten moHten; 
SBert legten fie aber nur auf bie in lateinifchet Sprache gehaltenen, ba§ helft* bot ihren ?lmt$brübern. 


') Über ben Unteridjieb rt)t)tf)mifrf)er unb nietvikfjci' 2>id)tung unb ihre Cntftefjuug i. ©röber (®runb« 
ri§ II, 111.) Baeda de arte metrica: metrum est ratio cum modulatione, rhythmus modulalio sine ratione» 
plerumque tarnen casu quodam invenies etiam rationein in rhythmo, non artilici moderatione servala, sed sono 
et ipsa modulatione ducente, quem poetae necesse est rustice, docli faciant docte, qnomodo et ad instar 
iambici metri pulcherrime faclus est hymnus ille praeclarus: »R6x aeterne, dnminc, R6rum creälor ömniüm.« 
n. Gröber (a. a. 0. II, 121). 


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SBir befi{}en jloei HWanufcripte, bie in ftattjöfifdjet (Sprache 88 $rebigten beS fettigen SJemarb (f 1153) 
enthalten, ei ift aber eine Ü6etfefcung, bie nicht über bai Sttbe bei XII. SahrfjunbertS zurüctreidjt. 
Die überfefcten fßrebigten Waren für ben Klerus angefertigt unb würben lateinifd) gehalten (?) Sine 
Sammlung lateinifd} abgefaßter fßrebigten, bie aber für ßaieit beftimmt unb beiwegcit franzöfifdj ge- 
halten Werben foQten, war bie bom Söifc^of bon fßaris Moriee de Sulli (f 1195) beröffentlid)te 
welche großen Srfofg hatte; babon bcrauftaltete mau frühzeitig eine Überfe^ung, Wobon zahlreiche 
Jpanbfchriften auf uni gclommeu finb." gür bie SBeiterentwidelung ber öegenbe in ber fßrebigt ift zu 
unterfcheibeu zwifdjen bein heiligen fßatron einer Kirche, ber ja fdjou in ber älteften 3eit an feinem 
IRamcnStage feine Verehrung genoß unb in ber fDieffe befonberi im Sermon gefeiert würbe, unb, 
ZWifdjen ber Heiligenberehrung, bie fid) über bai ganze Saßt erftreefte. Aus ben bürftigen fDIartprologieit 
bie nur eine Nennung ber Heiligen waren, war nid)tS wefentlichei für bie fßrebigt zu entnehmen unb 
bie bei 8.—10. SaijrhunbertS, bie tTO| SJarlS b. @t. weitfchaucuber SBerorbnungen in ber 
fehlte bei litterarifchen ftönneni, abgefehen bon (Snglaub, für einen Siiebergang gilt, hat boch für bie 
fiegenbe infofern eine ©ebeutung, ali zahlreiche Äirdjen gtanfrcichS unb DeutfdjlanbS an ihrer geft* 
fteHung unb Aufzeichnung, foweit ei fi<h wenigfteni um einen ber Stirere naheftehenben ^eiligen 
hanbelte, arbeiteten. Doch war bie Driebfcbcr für biefc (ittcrarifche Dljätigfeit nid)t lünftlerifdjer Sinn, 
fonbern einzig unb allein praftifeße fragen. Unb bie 3a()l berer, bie einigen Anfprucß auf fünftlerifchei 
(Smpfinben machen tonnen, ift nach ©röbcrS Schälung (©ruitbriß II, 13711) feßr gering unter ber 
großen SRenge ber vitae, translationes unb miracula. @S galt bai Anfeßcn einer Kirche burch 
auiführliche, nur für ben Klerus beftiinmte ©eridjte über bie ©ebeutung bei ^eiligen, ber borßanbenen 
Reliquien, zu heben unb feft zu begrünben. Sn biefer $eit behielt bie Homilie noch iß te Stellung, 
Wenn auch au §ei(igenfeften, bie nicht ben fßatron ber Strcße betrafen, in ber fßrebigt auf biefe h'»- 
gebeutet werben tonnte, unb fo blieb ei im allgemeinen auch * m 11. unb 12. Saßrßunbert (f. £wrft= 
mann p. XXIV—XXV). Sßie ©nglanb jeboch (itterarifch feine eigenen SSege ging, fo War ei auch 
in ber Sammlung oon ßegenben ben anberen borauS. Die burch Baedas Oftertafel angeregten 
Annalen ber ftireße hatten ihren ©influß auch auf bie URarthrologien; bie zwar bii auf Usuard 
v. St. Germain (+ 877) eine rüctgängige ©ewegung einfehlugen, inbem fie wiebet zu türzen anfingen, 
aber hunbert Saßt fpätcr in ©nglanb bie erfte englifcße fiegenbenfammlung hertotbraeßten (c. 996) 
(f. §orftmann p. XXV). „Daß bereiti biefe Sammlung für bie fßrebigt beftimmt war, beweifen bie 
unter bie Heiligenleben aufgenommenen einzelnen Homilien unb Sefeftüdc aui ber heiligen Schrift" 
©rft im 13. unb 14. Saßrßunbert, bem Höhepunft ber ßegenbcnentwidclung, tritt bie ßegeube boH 
ftänbig an bie Seite ber Homilie, bie nunmehr nur an ben Sonntagen unb geften @hrifti, bem 
Temporale, gehalten wirb. 3a felbft in biefe bringt bie ßegenbe als oxemplum, wie bie (Stählungen ge¬ 
nannt werben, bie bom fßrebiger zur ©eteudjtung feines ©ibeltejteS aus allen möglichen ®ebieteit, bor 
allem ans ber Heiligengefchidjte, h er angezogen weiben. Solche Excemplos finb z- ©• bie bon G. Paris 
(a. a. 0. § 152) angeführten Parabolae beS ©nglänberS Eudes de Cherriton, bie beS euglifdjen 
f^ranziSfanerS Nicole Boson (XIII. Saßrßunbert). 


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2>ie Berbiubuug ber ßcgenbc mit bet Ilomilie UoQjic^t fid) nun, nod) jefit erfennbar, burd) 
Übergang in bic betreffenben Bücher Hoiniliar imb Legendär; unb fo mujjtc fdjlicfjfid) au« einer 
Bcrfnnbung beibet ein SBerf (über festivaüs) cntjtefyen, ba« für ba« ganje Satyr Homiüe unb fiegenbe 
tcrteiltc. Solange ba« Homiliar bie giilpuitg übernahm, mar bie Berbinbung beiber lofe, „wohl im 
Aiifdjluf} au ba« Missale Romanum, toorin bo« Proprium Sanctorum bem Temporale a(« be* 
fonberer leil folgt." Sft cd umgcfefjrt, fo terbinben fid) bie ©lieber organifd); ba« Legendär nimmt 
für ba« Temporale ba« SRötige au« bem Homiliar unb oerteilt c« an feinen fßlaf), roie e« ba« 
(oteinifefje Legendär, bie Legenda aurea be« Jacobus a Voragine (f 1298), jeigt. .vmrftmnitn 
hält c« für zweifellos, bafj biefe Sammlung für beit ©cbrauch auf ber Jfanjel bcftimint mar; ba aber 
ältere (atcinifdje Legendäre fehlen, fo ift (per bie ©ntwidelung bunfel. Star ift bie Entwidelttng, bic 
ba« Legendär in Engtanb genommen ^at. ®ie norbenglifdje Sammlung ber Evangeüa dominicalia 
(c. 1300), bic fid) in ihrer SBeitergeftaltnng, Bermchrung x. bi« jum 3af)te 1350 ungefähr in ben 
£ianbfd)riften änbert, befte^t in biefer lebten Raffung an« 2 teilen, bem Temporale, unter bem fid) 
eine größere Anzahl fiegenben befinben, in Übercinftimmung mit bem Proprium de tempore be« 
Missale Romanum, unb bem Legendär, welche«, ba ba« Proprium Sanctorum fcf>ff, biefe« er* 
fefcen foH. $>ic Bemtfyung biefer Sammlung für bie Weffe fcheint unfraglich, menn man bie bem erften 
£eil a(« Homilien cingefügten fiegenben unb ba« Refften be« Proprium Sanctorum im zweiten bc= 
tradjtet. SBenigcr für fachliche Benufcung brauchbar fd)cint bie füblidje Sammlung, bie im mefentttt^cn 
Legendär, ba« Temporale burd) eine einheitliche ®arfteflung be« ficben« 3cfu au« ben ©tangelien 
erfefjt- S)ie Bereinigung beiber ©(erneute erreicht nach feinem Borbilbe, ber Legenda aurea, ba« 
Festial be« Joh. Mirkus (c. 1400). „3)ie fßrebigten bet $efte (J^rifti finb wirflidje Homilien, 

nicht blofjc Stüde ber ^eiligen Sd)rift; bie ber §eiligenfcfte enthalten bie fiegenbe bet .^eiligen mit 
ober offne einleitenbc Bemertungen; beibe merben a(« sermones ad parochianos bezeichnet unb be= 
ginnen faft ftet« mit ber Anrebe: „Gode men and wommen.“ — 

3. ®er mittela(terliche ©otte«bienft hat alfo bie fiegenbe in feine Bahnen gezogen unb Wefentlid) 
für ihre ©eftaltung mitgewirtt. fluch ©efchidjte ihrer ©ntftehung toirb un« ton fporftmann in 
fdjarfen 3 ft 8«i entworfen (f. $. a. a. 0. Einleitung S. XXVIU—XXXIX). $ie erften Aufzeichnungen 
über bie ^eiligen waren bie Acta Martyrum, unb enthielten entweber nur bie 9tamen ber gelben, 
bie für ihren ©tauben in ben Xob gegangen Waren: Calendae, Diptychi genannt, ober auch au«» 
fübrlidje fieibcnSgefdpchten. ®ie Diptychi waren ©oppeltafeln, auf beten einer Seite bic lebenben 
SBofjlthüter ber SKrdje, auf ber anbem bie Bifd)dfe unb totalen SRärttjrer terjei^net waren. 3>ic 
Calendae Verteilten auf bie römifchen Fasti, ben römifdjen Ralenber, bie kirchlichen gefte unb bie 
ftobeStage ber 9Jtörtt)rer, bie nataütia genannt werben, ba ihr lob eine ©eburt ju höherem fieben 
war. Au« ben nur totale Bebeutung habenbeit Calendae entwideltc fich ba« Martyrologium, ba« 
bic SKärttjrer ber ganzen aufzeichnete. 3 uit ® c hft nut trodene 9?amcn«liften mit Eingabe 

ton Ort unb 3*it derben fie feit bem 8. 3af)rbunbert burch 3 u fäfc e unb ausführlichere Befjanblung 
erweitert, fdjliejjlich entftehen bie fiegenbarieti barau«. — $)iefe erften Aufzeichnungen finb aber in ben 


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(Sbrift«Werfolgungeu untergegangen unb unferc ftcnntni# hierüber ftammt befonber# oon Eusebius (f 340) 
(ft. ©.). ©eil befounteften SKärtbrerbericbt entsaft ein t>on Eusebius miebergegebcuer ©rief ber ©e* 
meinbe non Smptna (f. b. betriebenen Angaben bei fturß (a. a. D. S. 57) unb §orftn:ann), in ber 
bet ©ob ißre# greifen ©ifcbof Policarp in ben Rammen betrieben toirb; fdjon b' er entfpringt au# 
bent Streben, nie^t bloß bie naefte ^tjatfae^e ju berichten, bie tegenbenbafte au# ben Summen empor« 
fteigenbe ©aube (f b. ^votftmann noch anbere Duetten unb ^intoeife). Eusebius (egte fetbft ben 
©runb für bie fpäteren SKartprologien bureb feine Sammlung älterer SKärtbrer («p^%uav (xaprüjxüv 
cuvaywpn), ein ©udj, ba# fdjon im 6. Sajjtbunbert oerloten mar, jebodj in einer laleinifcben ©e= 
atbehung be# Hieronymus erbalten ju fein febeint (f. §orftmann§ genauere Eingaben p. XXIX). Sonft 
gefcb<ib bie ütufjeicbnung ber ^eiligen in ben Calendern, beten ^torftmann 6 nennt, unb bie alle, ob 
fie fi<b an bie römifeben Fasti anlebnen, atte Stage be# Sabre#, ober mit unb ohne Angabe be# SKonat# 
nur bie gefttage auffübren, bie Kamen oon SRärüjrcrn in größerer ober tteinerer 3al)l enthalten. ®te 
ftemttni# be# ftalenber# gehörte natürlich ju ben ©rforberniffen ber jungen ©eifttid)en. ©a bie ftalenber 
oft bie einzige fiebere ftunbe über bie ^eiligen unb ben Ort ihrer Verehrung aufbetoabren, finb fie oon 
großem f)iftorifcf)en Sßette. ®ie älteften biefer ftalenber ftammen au# bem 4. Sabtbunbert, unb bie 
SKortbrologien, bie mit ^ilfe ber ftatenber entworfen mürben, finb febon, fomeit betannt, im folgenben 
Sabrbunbcrt ootbanben, menn man oon ber oben genannten Sammlung be# Eusebius abfießt; ba# 
ältefte erhaltene ift ba# Sprifcbe (c. 412, f. (£. ^orftmann p. XXXI). ©a#jenige, oon bem 
©regor b. ©r. (590 —604) in ben (Spiftelit fpriebt, ift ba# oben fcboit ermähnte, unter bem Kamen be# 
Hieronymus befannte (H. f 420). Später mürben auch bie bureb bie Dftertafeln angeregten Vnnateit 
oon ©ebeutung für ba# SRarlprotog; „au# Bedas Martyrologium, aber in ber ermeiterten ©e* 
arbeitung be# Florus v. Lyon (f 853) unb bem l)ieront)miaiufcben, feböpfte Raban v. Fulda, 
©rjbifdjof 0. SWaing (+ 847) ba# feinige, Ado von Vienne, (f 875) Oerbinbet Florus mit einem 
alten römifeben ^eiligentalcuber, jießt Heiligenleben fetbft heran, ift aber immer noch targ in ben Kacß* 
richten pt ben einzelnen Kamen; ba# im Stuftrag ftarl# be# ft. oon bem SKöucß Usuard v. St. Qermain 
(f 877) angeführte, int SK. St. beoorjugte SRartprerbud), für ba# Ado benu^t ift, türjt bereit# micber 
ben ©eyt, unb nur Scrauar bi# Koöentber umfaßt enblidß be# Notker Balbulus von St. Gallen 
(f 911) Strbeit" (f. ©röbet, ©runbriß II, 144, au#fübr(i<ber bei (£. Horftmann a. a. D, 
S. XXXIII—XXXIV). Stucb ausführliche Ceiben#gefd)icbten maren feit frfibefter 3«* geföricben 
morben, bodj, fehernen fie jum großen ©eil in ber ©ötfermanberung Oertoren gegangen ju fein, ©en 
SKärtbrem mürben bann bie Confessores (ba# finb große ftircbenOäter, Häupter ber SKöucb#otben, 
Hnbenapoftel) beigefeflt, beten ©baten neuen Stoff für bie firdjticb« ©efcbtdjtSfcbteibung boten. Sie 
finb oon großer b*ftorifcber ©ebeutung ba ba# erbauliche SKoment girrtet bem einer genauen Über« 
lieferung jurüdtrat Hieronymus (f 420) Deviris illustribus (Catalogus scriptorum eccles.), 
Johannes Cassianus (f c. 432), De institutis Cenobiorum, ein oietgetefene# ©udß über bie ©in« 
fiebter ber ©bebai#, ba# fieben be# Cyprian, Ambrosius (f 397), Augustin (f 430), befonber# 
Sulpicius Severus mit feinem im 3<»b re 400 oerfaßten öeben be# S. Martin von Tours, 


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(Gregor b. $r. mit feinem Seben be3 Benedikt v. Nursia, ©eit bet ©efehrung bet Germanen, nehmen 
auch biefe befonbera an biefet Sitteratut teil. Stöbet (a. a. D., ©. 106) fd^reibt bie 
Siebe gut Segenbe gu biefet 3eit betriebenen Urfad^en gu, bot allem bem butdh ba§ Sieue 
Stcftament getoeeften ©inn füt ba3 SBunber, baS bie Süden in geographifcher unb natut« 
miffenfe^aftfid^er ©tfenntnia bereitwillig auafüdte. einige Segenben bet folgenben $eit finb: ba3 Seben 
bea ^eiligen Columban (f 615) Don feinem ©dfület Jonas, bea ^eiligen Bonifacius von Willibald 
(f n. 768), bea ^eiligen Gallus (+ n. 627) u. f. w.; not allem Bedas, bea großen Sel)ret3 bea SWittel* 
altera, Sebendbefd)reibungen ^eiliger unb State; bagu fommen bie biograpb'fd^en mit teigem legenbarifdfjen 
Stoff au3gefdhmücften Arbeiten bet motgenlänbifdjen Äitche Don Palladius (um 420): historia 
Lausiaca, non Heraclides (um 420): Paradisus, sive de vitis patrum, oon Joh. Moschus 
(+ 620): veo« wapaWo; ober Aeipwv, roahrfcheinlid) nach bem ÜJiuftet einet älteren, ebenfo be= 
titelten Ärbeit" (f. ©raeffe §>anb6uch II, 135) — e3 ift ein Seben bet ÜKöndje bia Heraclius (611 —641), — 
oon Methodius, äftetropol. 0. (Sonftantinopel (842), oon Simeon Metaphrastes (c. 900), bet 
122 Seben3befd)reibungen ^intetlaffen hot unb fälfdjlidj ala Stator Oielet anbetet (95 unb 444) gilt. 
$iefer Metaphrastes war (nach ©raeffe a. a. D.), Wcichafangler am Äaifecltc^en (pofe gu Gonftantinopet. 

Sn bet motgenlänbifcljen Jtirche, befonbeta in Gonftantinopel, nahm bet §eiligenbienft eine be- 
fonbera hetoorragenbe ©tcöung ein infolge bet öilberoetefjrung. „©alb (im 5. Salpljunbert) waten alle 
Äird^eu unb Kirchenbücher, alle ©aläfte unb Jütten mit 6^riftua= unb §eiligenbilbem, bie oon ben äWönchen 
gemalt Würben, gefüllt. SBunber übet SBunbet gefd)al)en bei ihnen, an ihnen, burdh fie. $>er Dccibent 
hielt aber hier nicht gleichen ©dljritt mit bem Orient." (f. Kurfc, ©. 238.) ®od) ©regor b. @r. ift 
ihrer ©etehtung nicht entgegen unb hält fie füt bilbenb füt bie, welche nicht fonberlich in fitc£)Iic^en 
gingen bewanbert waten (nescientes). liefen 2>ienft tonnten bie ©ilber aber nur erfüllen, wenn 
fie in ihren ©pmbolen erfannt würben unb alfo bent Warnen [ich beftiimnte ©orftellungen oon SBunbet« 
wirfung bcigefellten. Slucf) bie SBunbet, bie an ihnen, wie an ben Reliquien gefcljahen, hohen gewiffe, 
wenn audh noch fo unbeutliche, gefdhichtlidhe ©toffe gut ©orauafefcung. ©o würben auch fie, wie bie 
ihnen in oielen ©tfidfen oetwanbte Weliquie, Slnlafj gut Segenbenbichtung. ®ie griechifche SHvd^e begab 
fidh guerft auf bie ©ahn bet freien, Oon hifiorifchen Wücfftchten wenig befchränften Segenbenbichtung, welche 
bie lateinifchen Statoren ala phalerata commenta gunächft befritelten, bann aber ala reiche gunb* 
grübe fdhftfcten. 


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9 

g>t. "gltfioCas 

erzählt nach Sace, Vie de S. Nicolas (fluSgabe D. 91. SleliuS) unb fßariS, dtationalbibtiotßef 9fr. 
902 fol. pag. 117 v.° col.2 (ff), nad) bem vie Saint nicholas ebenbafelöft 9fr. 1555, 9fr. 20fol. 134 

bis 144 unb anbeten. 

1. 9lifolaS, bet einzige Sohn fet>r teilet (Sltern, war in ©atara, einet bebeutenben Stabt beS 
fKtertumS, in Sofien geboten. Jie (Sltern liebten if>n umfomeljr, als ©ott benfelben ihnen etft im Älter ge« 
fchenfr hatte- Schon in frühefter Jugenb bewies et feine grömmigfeit, inbem et, toie bet mittelalterliche Suchtet 
tiod Überzeugung unb feinem ©ewäljtSmann üertrauenb berichtet, an jtoei Jagen bet 9Bo<he nur einmal 
bk 9J?utt ermilcb nahm. 1 ) 3n bet «Schule lernte er bann fleißig unb tonnte halb baS ganze alte Jefta« 
ment auSwenbig. (!) ?HS et herangemachfen »at, toermacf)ten feine (Sltern ihm ihren großen ©efifc; bodj 
fchentte et adeS, Ipäufer unb bewegliches ©ut, ben firmen. 

2. Seine Saljl zum ©ifdjof non ütyra unb erfteS Sauber. (St netläßt feine §eimat unb 
begiebt fich nach 9D?^ra, mo et auf wunberbare Seife zum ©ifchof gemäht wirb. (Sin (Sngel üertünbet 
ben unßhlüffigen, zur Saht nerfammelten Prälaten, baß man ben früh morgend zuerft zur ßttche fom* 
menben SJtann wählen fode. (St werbe 9iifoIaS heißen. So gefchieht eS. 9118 bie grau, bei weichet 
9lifola8 in bet Stabt Soljnung genommen, non biefet Sah! erfährt, eilt fie in bie förclje, fie »id bet 
Seihe ihres Schuhbefohlenen beiwohnen, netgißt aber ganz ih r Äinb, baS fie im ©abe gelaffen. JiaS 
freuet bringt jwat baS Saffet zum Soden, bodj bleibt baS Srinb unoerfehrt, unb bie SRutter nertfinbet 
baS Sunber, baS fie nur bet munbetbaren SRadjt beS neuen ©ifcfjofS zufchtciben tann, oder Seit. 

3. Sk brei geretteten nnb befdjenften Jungfrauen. Db eS nun in feinet ©aterftabt gefchah, 
wo er fein ©ut ja unter bie firmen netteilte, wie bet notmannifdje Sichtet berichtet, ober an einem 
anberen Orte (in ©tyra), furz et hat non bet großen fitmut eines einft moßlhabenben äRanneS gehört 
unb erfahren, baß feine brei Möchtet in bet größten ®efaf)r feien, ihre Jugenb ihrem ©ater zu Siebe 
ober auch non ihm bazu gezwungen, zu opfern, ©on ihnen zu ipilfe gerufen, eilt bet treue Seelfotget 
herbei im Junfel bet 9?ad)t unb bringt ihnen eine ©abe flingenben ©olbeS um fie not bet größten 
9iot zu fdjüfcen. Joch bamit läßt et eS nicht bewenben, fonbetn eine zweite unb britte ©abe muß ihnen 
Werben, bie eine als SRitgift unb bie anbere, fo heißt eS bei bem normannifdjen Jidjter, im 9lamen 
bet Jreieinigfeit. ©eim britten ©efuch beS ©ifdjofS hat bet ©ater gewagt unb bem ©eber, ben et 
nicht fennt, baS ©erfprechen geben möffen, baS ©eheimniS zu bewahren. 

4. Siet Jeufel nnb 6t 91ifola$ $Ufe. 3n bet ßombatbie (!) wohnte ein frommes (Shepaar 
fie hatten einen Sohn, wie bie (Sltern unfereS ©ifolaS felbft, wie bie Sitwe, an ber bet heilige SRann 
feine göttliche Jfraft zuetft bewies. Sie netehrien, wie fo manche ©emeinbe, bie ihn zum Schufepatton 
etfot, St 9lifolaS |u meift unb an feinem Jefttage, bem 6. Dezember, pflegten fie bie ©eiftlidjen ihrer 
Stirdje zum Jeftmahl z u laben. fllS bet Jag getommen war, erhob bet SRann fich friif)> um mit feiner 


’) Falconius (Acta primigenia p 4: quarta et sexta feria = de more Ecclesiae orientalis. 

2 


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10 

Sl)efrau jut grüf)meffe ju gehen. Dod) biefe mar Don fchroercn Dräumett geplagt; il)t träumte ein 
Söme jerreiße ihre ©ruft unb tränte if)r ©tut. ©eängftigt Don biefen träumen, fofgtc fte ihrem SWanne 
jur Kirche, boc!) nodj mar bie SReffe nicht beenbet, al* ©oten bie IRachricht Dom Dobe ifjreS ©ohne* 
brachten. SBä^renb ber Stbmcfenljeit bet Sltern mar ein ©ettler in* §au3 gefotnmen unb hotte ben 
©ohn um ein Sllntofen, ein ©tücf ©rot, gebeten. ?fuf bie $rage, too^er er täme, erzählte ber frembe 

2Rann, er fei au* einem Sanbe, too fein Sebenber je t>ingelangen Tonnte. „HRcin ©aioffe", fagte er, 

„er^ob fich ^ot^mütid gegen feinen §erm unb fo finb mir mit ihm, bem Slßcinmächtigen, DerfeinDet. 
(Sin stampf ift entbrannt unb ich felbft habe Doit nnferen geinben, fo Diel ich Tonnte, gemorbet. Doch 
feine SRadjt ift ber unfern überlegen unb einen ^rieben Tann e* nicht geben. Saß mich nun ober nicht 
länger meilen unb gieb mir, um ma* id) Dich bat." Kaum erfdjeint ber Knabe mit bem ©rot, fo fäflt 
ber grembe, in bem mir fdjon ben ©efanbten bet §öße erTannt hoben, ihn au unb ermürgt ihn. — 

©ater unb SRutter ringen bie Jpänbe über ihrem einzigen f>et§gctic6tcn Kinbe. Die ÜRutter Derfteht 

jefct ihren Draum, fie Hagt ju ®ott unb ©anft SRiTola*, baß ihnen ba* miberfahren Tonnte, mährenb 
fie ju ihrem Dienft in ber STircfje maren. ©ie nimmt ihr Kinb in ihre 9trme unb liebfoft c§; fie ruft 
ben Dob herbei unb fleht $u ihm, ihr §er$ ju nehmen unb ihr baSjenige mieber $u geben, um ba* fich 
ihre* ho rn, t- „®eliebter ©ohn," ruft fie, „ba* ift mein Kummer, baß ich für Dich nicht fterben Tann; 
heiliger IRitola*, ma* fofl ich nun noch thun, ba ich mein Kinb oerloren höbe!" Dann tragen fie ben 
toten Knaben in eine Kammer unb befehlen ihren §au*leutcn Don ihrem fchmeren ©erluft nicht* Der* 

lauten jn taffen, fo lange ihre ®äfte, bie Klerifer, in ihrem §aufe meilen. $Bäf)renb fie ju Difch fijjcn, 

tritt ein frember ©itger in* §au* unb bittet um eine ßRafjljeit, hoch nicht an ber gemeinfamen Dafel, 
me*halb er — e* ift ©t. ÜRifola* — in bie Kammer geführt mirb, mo ber tote Knabe aufgebettet liegt. 
911* er allein ift, nähert ber ^eilige fich bem Knaben, faßt ihn an ber §anb, ruft feinen Ramcn unb 
bittet ®ott, ben Knaben um feiner Siebe mißen auferftetjen ju laffen. Da erhebt fich ber Knabe, ruft 
feinen ©ater unb feine SRutter, mährenb iRitola* fich entfernt. 

5. Acleodatns. 1 ) (Sin (Sltcrnpaar h Q t ben fehnlidjen SBunfd), einen ©o()tt ju befijjcn. Da 
hören fie Don ber anfjerorbentlichen SBunberlraft be* Sifdjof* IRitola*. Der SRann, (Sebro, 

riiftet fich i ut leiten ©ccrcife, nimmt Slbfchieb Don feiner g rau > bie ilpt mit ihren ®ebeten 

begleiten mirb, unb Tommt am ©ifce be* heiligen ©ifchof* an, a(* biefer grabe ba* 

Zeitliche gefegnet h Qt - Um ben Dob be* großen SBunberthäter* ift Drauer unb 2Bet)f lagen in ber 

©tabt unb Sebro hot, fo fcheint e*, bie lange Seereife Dergcben* gemacht. Sr geht ju ben geiftlichen 
Herren, fteßt ihnen feine Sage uor unb bittet fie, ba fie felbft ratlo* finb, mie ihm ju helfen fei, um 
ein ©tücT Dom ®cmanbe be* muubertjjätigen SRanne*. Sr erhält ba* ©emünfdjte unb erbaut bei feiner 
DiücTTehr eine Kirche, bie er mit ber heiligen Reliquie befchcnTt. Siodj ift ein Saht nicht Derfloffeu, fo 
mirb ihnen im ©eptember (!) an bem Dage, an bem man ba* SRitolaäfeft beging, ein ©ohn geboren, ben 

man Dieubomui nannte, ba er ein ®efdjent ®otte* mar. Der ©ohn mächft heran, boch eine* Dage* 

') ttin Warne, ber jonft nocfi Dorfnm, 3 . $J. üuguftinä Sohn: Adeodntus. £urp, ftirtfjengcfd). 3 . 192. 


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11 


wirb et üon Seeräubern entführt unb einem heibnifdjeu ^lerrfdjer oerfauft, ber ben Knaben mit lool)fge= 
fähigem ?tuge betrautet. ©odj troft aller SluSjeichnnng, bic iljm juteil wirb, oergigt ber Knabe feine 
Gltcrn unb feine Heimat nicf)t unb an einem ÜJZifolaStage benft er mit fRülfrung an bie feft(id)en ©rauche 
feines elterlichen §anfcS. @r feufjt tief auf unb fann fid) feiner fRiif)rung nidjt ertuäJjren, obgleich er 
toon feinem ,§errn, bet jum ©Zahle faß, barüber getabelt wirb. ©ben will er biefem einen ©eeger 
reichen, ba erfcheint St. SJZifolaS unb entfuhrt iljn in rafcfjem gluge ju feinem ©ater, bet an biefem 
©age noch allein in ber Kirche jurüdgcblieben war. 9llS biefer fich Don feinem ®ebet erhebt unb ben 
Knaben mit bein ©eeger in ber £>anb oor fich fieljt. ertennt er ihn erft nicht, '©er ÜJZutter, Die be= 
fonberS an biefenj ©age Don wilbem Schmerj ergriffen war, rnufj ber Knabe immer Wieber bie wunber= 
bare Rettung in eiliger 3ral)rt über baS SDZeet erzählen — 93Zandjer SCeit biefer ©r^ählung, ber 9Zanb, 
bic wehllagcubc äJZutter, bie ihr Kinb fucht, ba« ?lmt beS Knaben als 9JZunbfdjcnf bei bem frembeit 
dürften, ber $lug burch bie SBolfen wie an 9lblerS Klauen, erinnert wohl an anbere befannte Sagen 
beS 9lltertumS. ©leidjjeitig fdjeint fie auch manches Sicht auf bie Kunft ber mittelalterlichen Kirche ju 
werfen, ihre Segenben glaubwürbig erfchcincn ju laffen — unb ihre SereitwiHigfeit für ähnliche SBunbcr 
ju empfehlen. 

6. ®efdjidjte mit ben jwei Sech ent. ©iefe ©efdjicfjte ift eine ©ariation ber oorhergehenben. 
©in IVantt begiebt fich m it 3 tau unb Sohn auf bie Seereife, um St. 9ZifolaS einen 
foflbareit ©erf)cr ju ftiften. ©er ©edjer, ben er baju aus purem ®otbe hat anfertigen laffen, gefällt 
ihm aber fo gut unb ift fo herrlich ait^ufdjauen, baff er einen anbent faft ebeitfo loftbaren $um ®efcf)enf hat anfcr= 
tigen laffen. 9llS fie fich au f bem Schiff eiitft jum 9JZittagSmal)l begeben wollen, befiehlt ber ©ater 
bem Knaben, bett foftbaren ©echcr ju nehmen unb im ©Zcere Söaffer jit fchöpfen. ©er Knabe beugt 
fich tief über ben ©orb unb ftürjt mit bem ©ed)er in bie gluten. ©r ift berloren uitb aller Schmer^ 
bringt ihn ben ©Itcrn nid)t wieber jurfid. Sn tieffter ©tauet fotnmeit fie im §afcn unb ihrem 3Ball= 
fal)rtSort an. Sn ber Kirche beS ^eiligen fteöen fie nach inbrünftigem ©ebet ben ©echcr, ben fie als 
®abe beftimmt hotten, auf ben ?(ltar, bodj faurn t)at ber ©echer ben heilige« ©ifd) berührt, fo fpringt 
et jurüd unb fo oft man eS wieber üerfudjt, gefdjicht baS gleiche jum grogen Staunen ber ocrfammcltcn 
HJZenge. ©a belcnnen bie ©Item ihre Sdjulb, flehen ju St. SZifolaS um ©ergebung. ©emt fie wißen 
wohl unb erfennen, Weshalb ©ott fie geftraft unb jclit and) ben ©echer nicht aunchmeit will, ©a lägt 
auch St. SZifolaS mit feiner ©ergebung weift länger auf fid) warten, er führt ben Knaben, ber ben 
©echer noch in ber §anb hält in bie Kirche, ©iefer ftellt it>n auf ben 9tltar. 9lls bie ©Item il)t Kinb 
fo wieber haben, ift ihre greube unb ©anfbarfeit ohne ©nbe. ©er Knabe erzählt, wie ber ©eufel il)it 
in bie ©Jetten gezogen, ein Weigbärtiger SJZann ihn aber gerettet unb hierher geführt habe. 

7. St. DZifolaS unb bie faljrcnben Spüler, ©iefe Segcnbc reiht fich, ba fie auch von St. 
9Zilo(aS SBunberthätigleit Kiubcrn unb jungen Seuten gegenüber berichtet, am beften hieran, ©on ber 
fpäteren bilblidjen ©arftcllung beS ^»eiligen wirb biefe Gpifobc nie oergeffen, bet normannifchc Sänger 
SBoce erwähnt fie aber nur mit wenigen Sorten, benuj}t ihre ©temente aber jur SZettung beS Kauf* 

manneS; bie bilblidje ©arftellung änbert für il)re 3' y ede biefclbe nieift fo um, bag fie anftatt breier 

2 * 


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12 


günglinge, brei Äinber in einem gaß ober in einet SBanne erfeßeinen laßt; baS fpätere 
altfranjöfiföe ©ebießt (9tr. 1555 f. oben) ßat biefe Segenbe ausführlich; englifeße ©arfteüungen bringen 
fie in feßt Dcränbertcr ©eftaft. 

©rei atme Scßüler bezogen gemeinfcßaftücß bie ßoße Scßule; all ißt $abe trugen fie in 
Sünbeln mit fitß. 911S fie fieß beS abenbS naeß einet §erberge umfeßauten, fanben fie nur baS §auS 
eineä ScßläcßterS in bet 9?äße. liefet nimmt fie nnt mit SEBiberftreben wnb nur auf Sitten feinet 
grau auf, bet fie geloben, ju St. 9tifolaS aueß für fie ju beten, baß et ihren SBunfcß um einen Soßn 
erfülle, (f. ©. SBrigßt, ©. SJlßft. 92r. 2). ©oeß ©oSßcit nnb Habgier moßnt im §erjen bet S53irtS= 
leute, fie planen im gemeinten, bie brei SBanberer, bie Dolle ©eutel ju ßaben feßeinen, umjubringen. 
91acßbem fie, mübe Dom langen SBegc, eittgcfcßlafen finb, geßt bet ©fann ßin unb erfeßlägt fie ©oeß 
als man in ißren Süden nichts als ©üeßer fanb, mar man bittet enttäufefjt unb übler Saune ©en 
©tonn befdjlicß große gurdßt, bie tucßlofe ©ßat fönnte eutbedt m erben, unb fo ging et ßin unb Derbatg 
ißte Seiber in einem ©aljfaß. ©oeß St. S^ifoIaS Dergaß feiner Seßußbcfoßlenen nießt; toie jufäHig 
Iam er an bet ©torbgrube Dorüber, bat um ©inlaß, toelcßen er erhielt, unb jum gmbiß eingefallenes 
gleiftß. 9llS bet ffiiirt erflärte, er ßabe feines meßr, bebeutete ißn bet grembe, baß et ja noeß brei 
Scßinfen in einem gaffe ßabe. 911S bet ©törber fieß fo betraten faß, fiel et bem .^eiligen 311 güßen, 
St. SRifolaS aber ermedte bie brei Scßület Dom ©obc. 

8 . 6 t. 9lifolaS nnb bie Settier. ©lit biefet Segenbe fomnien mit ju einer neuen Dieiße Don 
SBunbern, bie etmaS ©emeinfameS nießt an fieß ßaben. ©ein graubärtigen SBunbermann, ber in feinem 
meiten ©tontel glänjenbe ©abe füt bie Sugenb birgt, ber fie trodnen gußcS aus ben glitten beS 
©leeres füßrt, ißm 30 IU ©eteßrung aueß ber SBanberer, ob er bettelnb ober als Kaufmann bureß bie 
SBelt 3 ießt, ju Sanb ober ju ©Jaffer. So traf et als er einft außetßalb bet ©ßore feinet Stabt fieß 
erging, einen Settier, bet mit flägließet ©liene um ein 911mofen bat; fein greunb, bet nießt meit baDon 
regungslos auf bet Straße lag, fei feßon ßungetS gefiorben. 91. gab oßne ein 2öort ju Derlietcn, bem 
©ettler eine Keine ©abe nnb ging feines SBegeS meiter. 9l(S et meit genug entfernt mar, rief ber 
©ettlet feinen ©efäßrtcit, bet fieß nur tot geftedt ßatte. ©oeß biefet blieb merfmürbigermcifc liegen, 
©t mar tot. ©a trieb ben anbetn 9tngft unb 9teue, feine Scßulb bem ©ifeßof ju befennen unb um 
Serjeißung unb ftitfc 31 t bitten, ©inseine ©tomente, bet ©ob auf bet Straße, SBiebcrcrmedung 
erinnern au 91t. 9. 

9. 6 t. 91ifofaS uub bie Ungläubigen, ©iefe gabeln bilben eine ©ruppe, in beten ©littelpunft 
baS Söilb beS ^eiligen fteßt. 9iießt nur bie ©orfteüung Don bet ©ebeutung beS ©ilbeS änbert fieß mit 
bem ©ießter unb feinet Ipeimat, biefe® felbft affociiert aueß neue Sagcnftoffe. 

9llS St. 91itolaS geftorben mar, fo ersäßlt SBace, ßerrfeßte überall große ©rauer. ©ton fonnte 
feine Ipilfe, feine milbtßätigc §anb nießt meßr entbeßren. Um ißn 5U feßen nnb Dor ißm beten 3U 
fönnen, maeßte man fid) ein ©ilb Don ißm. ©in foleßeS befaß and) ein ÄriegSmann, ber mit in ben 
Äampf gegen bic Saraceucn gesogen mar. 911S ber ftainpf um ißn ßertobt nnb er feine ftameraben 


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13 


faßen unb ben geinb fibei fid) fominen fieht, ()o!t er feinen 9tifolaS ^ertoor unb fteljt ju ihm um 
Jpilfe. 3n biefem Äugenblid mirb er Don ©aracenen überrafcht unb mit bem Silbe oor ben Stönig geführt. 

Der Sönig: Doch maS foß ber Setl ^icr mit ber SRüfce, ber fo nätrifche grajjen fc^neibet. 

©enefchal: Stönig, mir haben iljn Dir lebenbig hetgeffihrt; mir fanben ibn auf feinen Sniee», mcinenb 

mit gefalteten §änben Dor feinem gehörnten SKahomet beten. 

Der Stönig: Sage mal, Sftenfch, glaubft Du, baß baS Silb Dir Reifen fanitV 

Der fromme StriegSmann: 3a, ^»err, baS glaube id) beim heiligen Streuj, ja, alle SBclt foQtc ilju 

Dercfjten. 

Der fi'önig: SBiefo, UnglüdSrabe? 

Der fromme SriegSmann: Verr, baS ift ©t. StifolaS ber ben §ilj(ofen unb Unglüdlid)eH beifteht; 

aßbefannt finb feine SBunber, mie er baS Verlorene mieberbringt, Serirrte 
auf ben rechten 2Beg, Ungläubige $um ©lauben führt, Slinbe erleuchtet unb 
Dote jum 8e6en ruft. DticfjtS ging je oerloren, maS in feiner §ut mar, 

noch mirb eS jemals gefchehen, fo gtofje ©nabe hat ihm ©ott Dcrliehen. 

Der Stönig: Daoon miß ich mich felbft überzeugen unb Seinen 92ifolaS auf bie ^Jrobc fteßen. 3<h 
miß ihm meinen ©<hafc anDertrauen; menn ich aber nur fooiel Detlicre, fo mirft Du Der* 
brannt ober geräbert. ©euefchal, füfjre ben Serl ju meinem §cn!er8lnecht unb fiel), bufj 
er ficher Dcrtoahrt mirb. 

Der fromme Stieger mirb nun inS ©efäitgnis geführt unb Don Duranb, bem genfer, in 
©mpfang genommen, ber fiel) freut, enblich einmal mieber Arbeit für feine 3angen unb anberen ©eräte 
ju hoben. Der ©h ot ber ©ngel tröftet ben Strieger unb Dcrfpricht ihm bie Jjjilfe ©otteö unb ©t. Sti* 
folaS. Dann befiehlt ber Stönig, feine ©d)a|}fammer ju öffnen unb ©t. StifolaS barein ju fteßen. 
Such mirb laut Derfünbet, bafj jeber baDon nehmen tann; für Diebe eine mißtommene Sotfdjaft. 

©o leitet Sean Sobel aus StrraS fein StifofaSfpiel (S. öartfeh ttheeft.) ein; baS Jpaupt; 
intereffe liegt aber nicht in bet Dajmifdjenfnnft beS ^eiligen, ber bie Stäuber jur Verausgabe jmingt, 
fonbern in ben müften ©eenen, bie fich in ben Steifen ber ©aracenenftabt abfpielen unb Dom Dichter 
nach ber Statur, mie er folche in feiner Saterftabt 9ltraS ju beobachten ©elegenheit hotte, bargefteßt 
finb. (S. G. Paris La Litt, francj. 240). 

9 a. Sluch brr normannifche Dieter SBace lägt bie ©aracenen ein djriftlicheS 8anb ül erfaßen unb 
plünbern. ©inet Don ihnen Ijot ein Silb gefunben, baS, mie er auf Sefragen eines ©efangenen erfährt, 
baS bcS ©t. StifolaS ift. Da eS Dor Diebftaht fdjütyen foß, legt et cS in feinen Stafjenfdjranf. SineS 
DageS, als er Don Vaufe fort ift, rauben Diebe ben ©cfjrant aus unb ber ©aracene, ber fich f° w feinem 
©tauben betrogen fieht, fäßt über baS SBtlb her unb peitfdjt eS mit Stuten. DaS ift für St. StifolaS 
juDiel; er tritt unter bie Diebe, bie beim Deilen finb unb jmingt fie, burd) 9lnbrof)ung ber fjärteften 
©trafen, baS geftohlene ©ut mieber au Drt unb ©teße ju tragen. Der ©aracene, überrajeht unb nun 


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14 


tooit ber SBunberfraft bcS ^eiligen übergeugt, gcßt fjin unb lägt firfj taufen, hieran fdjlicgt fieß eitg 
eine anbere gabcl : 

9b. ©in 3«be borgt einem ftaufmann ®clb oßite anbereS Unterpfanb als ein SBilbntö beS ©t. 
(RifolaS, WelcßeS in ber ftireße aufgefteüt mar unb große (Bereßrung genoß. 31(3 ber 3o^ u ng3termiu 
fommt, leugnet ber Kaufmann feine ©djulb unb beibe Steile erflären fieß bereit, an einem beftimmten 
Xage bot bem Sjciligcnbilbe gu erfeßeinen unb gu plaibieren. Xer Kaufmann bringt aber an bem Xage 
bie fcßulbige ©umme in einem f>o£)len ©toef verborgen mit, unb giebt biefen bem (Staubiger gu galten, 
wäßrenb er vor ©t. (RifolaS ben Gib (eiftet, feine ©djulb abgetragen gu ßaben. Xann nimmt er ben 
©toef wieber an fieß unb geßt feinet SSege. Unterwegs aber übermannt ißn eine ungewößnlicße 9Rübig= 
feit, er feßt |ieß am SBege nieber unb feßläft ein. ©in Deßfenwagcn, bet baßer fommt, überfäßrt ißn, 
tötet ißn, gertrümmert aueß ben ©toef, aus bem baS ®elb auf bie ©traße roßt. Xa entfteßt ein großer 
gufamtnenlauf; man preift ©t. StifolaS, ber ben (Betrug fo ans Sießt gu bringen weiß. 3tucß ber 
3ube fommt ßerbei unb fcßtoört baß er, ba er ben (RifolaS feßon immer uereßre, fieß taufen (affen 

wolle, wenn ©t. (RifolaS bem unglüefließen Kaufmann baS 8eben wiebergäbe. Xiefe gäbe! wirb tn 

X. Quijote ©aiußo bem neuen £>errfcßer bet 3nfel als ©treitfaß borgetragen, ©aneßo merft ßier bie 
öebeutnng beS StocfeS unb wirb infolgebeffen als ein ©atomo gepriefen. 

10. 3n ber (jjanbfcßrift 1555 ift aflein folgenbeS in maneßer (Begießung auffäßige 2iebcS= 

abenteuer: ©in ®ciftlicßer (clerc), beffen (Rainen bem Xießter bon 1555 nießt befannt ift, wie er fagt, 

liebte bie Xoeßter eines reießen (Bürgers unb floß mit ißr. 

„©in Qütngting ßattc ein SRübcßen tieb, @3 toujjt Weber Sater noeß TOuttcr! 

Sie flößen ßeimlitß oom §au[c fort, Sie finb geroanbert ßin unb ßer . . . 

Stuf ißvein ©vnb ba fteßt eine Sinbe . . . 

fingt £einc. 

Xer fpät mittclalterlicße Xießter benft aueß an bie profaifeßen ©eiten ber glucßt unb (aßt bie beiben 
ben büterlicßen ©cßaß plfinbern. ©obatb ber (Bater feinen hoppelten (Berfuft bemerft, feßieft er fünf 
(Bewaffnete gur SScrfolgung auS; fic müffen feßwören, bie Xoeßter woßlbeßaltcn gurüefguffißren unb bem 
©ntfüßrer ben Stopf abgnfeßlagen. (Bier (Räuber, bie einen guten gang gu macßen glauben, lauern bem 
(ßaar im SBalbe auf. X)er junge Wann bemerft biefe gu feinet (Recßten unb gut Sinfctt bie vom 9Jater 
gefanbten !§äfcßer. Xa fleßt er in feiner (Rot gu ©t. (RifolaS, unb fießc ba öffnet fieß bor ißm eine 
©itße, in bie er entfeßlüpft. 3lße feßauen berwunbert, wo er geblieben ift. (Run maeßen bie (päfeßer 
fieß über bie (Räuber unb erfeßlagen fie; bie Xocßter füßren fie bem (Bater gurücf. 3itr reeßten $eit 
entläßt bie Gieße ißrett ©efangenen wicbcr, ber feitbem ®ott unb ©t. (RifolaS in waßrer (Ber* 
eßrung bient. 

Xiefe gabel geßört nießt gn bem alten (Beftanb, ben bie ®cift(ießen im früßen Wittclalter um 
bie wunberbare ®efta(t beS (RifolaS gebießtet ßaben. gür biefe neue Setßätigung feinet ?(Hgegenwart 
unb 9((Imaeßt finben fitß 3(nflänge in Catal. Cod. Hagiogr. Lat. II, 405 cod. 5368, No. 29: 
Gin Jüngling Wirb bon feinem (Bater in bie Stireße ©t. (RifolaS im SSBalbe (quae dicitur Roboretum, 


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. 4 

15 

kobur = Eiche) gebracht. $)ie Reifte Siebe jtt einer fjtau bringt il)n in eine fible Sage, au* ber 
er burdj bie §ülfe ©t. (Kifola* gerettet tottb. — $iefe Stählung ähnelt ber unferen in monier 
SBeife. 2)ie -Stirere im fBalbe ift ber ficf( öffnenben unb fcblicjjenben (Siebe ju Dergleichen unb miftbo* 
(ogifd) mit if)r ibentifcb- 2)ie Aufnahme be* Sfingling* in ben (Baum bebeutet feinen Xob, bem ein 
gortleben im Saume, im ©rabe, im Senfeit* folgt Bergt 3*f c ^ T - f- Bötterpftjdjofogie Sajaru* u. Stein« 
tt)a( 14, 3abrg. 1883: Srucbmann, jur oergleidjenben (Re(igion8gefcbicbte. Such in ber tote leblo* 
am Saum ftch ringelnben Schlange, bie toie ba8 ©efpenft um HKitternacbt, ben SBanberer jäb ftu^en 
macht fab man bie ©eele. 

(Sin anbere* (Element ift bie bem Jüngling ju beiben ©eiten brobenbe ©efabr, bie an ben 
(Wann im Srunnen (au* Mah&bhärata), (Rüdert*: (S* ging ein (Dlann im ©bterlanb . . . erinnert. 
®a* Scrgeffen ber ©efabr, fotange Don oben bie (Rinne Jponigfeiin läuft ift bi* 1 * n ben Anfang Der« 
(egt ju benfen. 

11. 3»n bem folgenben (Wärmen greift SSace ben ^eiligen al* ben ©ibttber ber Seefahrer. 
(Sin ©türm mar abgebrochen unb ba* SReer hob ficb unb mud)* mit meinen fronen; fo plöfclich mar 
ba* SSetter mit heulenbem SBinbe berangejogen, ba§ man bie ©egel nicht mehr batte fid)ern fönnen. 
©ie riffen (Eaue unb ^ßftöcfe mit ficb- ®a marb auch ber meifefte ((einmütig unb ade begannen jn 
mebflagcn unb ju febreien unb ©ott unb feinen fettigen jit <pi(fe ju rufen: §ilf un*, b«lifl« (Kifola*, 
§err, menn 3>u fo mächtig bift, mie man fagt. 2)a ftanb plöfclich ein ([Rann bei ihnen auf bem 
©ebiffe: ®en 3f) r ruft, ber bin id). Sa hörte plö{jlid) ber ©türm auf unb auch ber ©erufene mar 
Derfcbmunbcu. Salb erreichten fie ben §afen, eilten in bie Stirdje, mo fie benfelben SDiaitn mieberfaljen, 
bet ju ihnen auf’* Schiff getreten mar. Söiit ihren Sanfroortcn aber mie* biefer fie an 3efum 
Shriftum, ber atfeiii ihnen helfen fonute. 

12. SBäbretib einer $unger*not hörte er, bajj untueit ber ©tabt im §afen ©ebiffe mit ©e« 
treibe Don Alejanbria eingelaufen feien. Sr ging l)inau3 unb bat bie Seute, ihm ©etreibe für feine 
huugemben Stüber ju geben, bod) fie erftärten, e* fei unmöglich, ba fie ba* mohlabgemeffene ©etreibe 
bem ftaifer Sonftantin abliefern müßten. Schließlich aber, al* er fie im (Kamen Shrifti befebmor unb 
ihnen Derficbevte, fie mürben babei nicht jit (urj (ommen, ließen fie fiel) bemegen. Sei ihrer Ablieferung 
fanbeu fie ju ihrer großen fjreube ba* (IRaß DoH ; unb auch ba* Äorn, ba* fie ljergegeben hatten, hatte 
reichen ©egen getragen. 

13. 3ur 3eit be* (Kifola* beteten noch Diele Scutc ju ben Teufeln, bie ficb ©ötter uub 
©öttinnen nennen liefen, mie Phoebus, Jupiter, Mars, Mercur, Diana, Juno, Venus, Minerva. 
(Sine befottber* trügerifebe ©öttin, bie auch in be* Sifdjof* ©tabt Diel Serebrung genoß, mar Diana. 
2>a* moOte ber fromme SRann nicht länger bulben, er jerbrad) ihr Silbni*. ®ocb ber leufel mar 
DoH 3ngrimm über ben Serluft unb gebaute ficb an feinem geinbe ju rächen. Unb mer Derftünbe e* 
beffer al* ein leufel, (Ränfe ju erfinnen. ©o Derfertigte er ein teuflifebe* ©ebräu, Nudiacon, nahm 
bie ©eftalt einer fjrau an, bie nach Äleibung eine (Könne ju fein febien unb lieg ficb mit feinem ©efäfj 


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i6^ 

nad) einem Schiffe rubern, baS eben in See gehen moHtc. Sie mujjte mohl, bafc baS Schiff fromme 
ißUger nach bet ßirdje beS St. SRitolaS trug. Sie Schiffer rief fte Dom Voot aus an: „®a Sh* ju 
St. STiifotaÄ über’S SWeer fahrt, fo nehmt biefeS Öl für mich mit; ich felbft lann bie galjrt nicht mit« 
machen." £>aju mar man mohl bereit unb mar nur erftaunt, bajs bie grau fo plöfclich ihren Äugen 
entfdhmunben mar. Salb erreichten fic baS h»h e äßcer, ba gemährten fie einen Stachen mit einem grau- 
bärtigen SDiann. Sr rief fie an unb marnte fie oor ber grau unb ihrem Öl. „SS mar Siana unb 
menn 3h r meinen Sorten nicht glaubt, fo merft einen Steil ber glüffigleit in baS 9Jteer." 2)aS thaten 
fie. ®a flammte mit einem 3ÄaIe baS 9Jtcer auf, als menn eS ringsum in Vtanb ftünbe, unb fie er« 
lannten bie ©efahr, in bie fie ber Teufel hatte bringen moHen. ®od) mährenb fie bem feltcnen 
Schaufpiel noch jufahen, mar baS Schifftein mit ihrem Vetter ucrfchmmtben. Sie eilten, ben §afen 
unb bie Äirdje beS gro&cn SunbcrthätcrS ju erreichen. — 

14. ®rei getbherreu beS ÄaifcrS Souftantin maren bom Äriege gegen bie Äufftänbifchen fieg« 
reich jurüdgelchrt, unb anftatt baß ihr £>crr ihnen ®anf mußte, lieft er fic auf bie Änftagc eines 
beftochencn ^roooft hin in’S ©efängnift merfen, unb fie fotltcn am anbent ;Jag im ©efangnift er« 
broffelt merben. Sn i()rcr großen 9?ot bachten fie eines Vorganges bom gelbjuge, roo brei unfchulbig 
Verurteilte burch St. VifolaS §ilfe bom fixeren Sbbe befreit mürben. Vielleicht mürbe er auch <h nctt Reifen 
unb fo begannen fie ihn angurufen. ®och bon SDi^va nach Vom (!) mar ein meitcr Seg; mie foUte 
er ftitfe bringen fönnen? Sic lonnten fie ermarten, baß er ihre Vitte hören fönnte. S)och mie ein 
Sngel fclfmebte er bortfjin, mohin bie 9tot ihn rief unb fo erfc^ien er bem Äaifer im Traume unb 
torberte ihn auf, menn iljm Sebeu unb STOton lieb feien, bie brei gelbherrn auS ihren Vanbcu ju be« 
freien. Sonft mürben feine geinbe ihn unb fein §auS bemühten unb bie §unbe unb Vögel fein 
glcifch freffen ®a ermachte ber Hülfet erfchrcdt: „Ser magt eS, mich im Sd)laf ju ftören unb fo ju 
mir ju fpredjen!" „Sch mage eS, Vifolas, ber Vifdjof bon 2)chra!" ®amit bctlieft er ben er« 
fehreeften 2Jtann, um bem berräterifchen ißroboft Ablavius in nodh fchärferer unb fürjerer Seife 
feine Sd) utbe borjuhalteit. 9tm anbern ÜJtorgen berfammette ber gürft feine Varone um fleh unb lieg 
bie ©efangenen h°^n. „Scib Sh* Sauberer," fehlte er fie an, „baft Sh* nachts folgen Schrecfen 
über mich bringt?" Sie beteuerten, bon ber Zauberei nichts ju berftehen unb baft man fie mit 
Unrecht im ©efängniS hielte. ®o<h als ber Äaifer fie fragte, ob fie mfiftten, mer ber VilolaS märe, 
ba fahen fie einanber erftaunt an unb hoben banfenb ihre §änbe jum §immel. ÄlS ber Äaifer nun 
bon ber Sunberfraft beS heiligen ÜJtanneS hörte, ba bureftfehaute er mohl bie Verräterei feines fßroboft 
unb entließ bie Unfchulbigen mit reichen ©efcftenlen ju St VilolaS. 

15. güt alle JpilfSbebärftigen forgte VilolaS mie ein Vater, biele erlöfte er bon tanger 
Ärantheit, auch folche, bie bom Teufel befeffen maren. Sa, als er fdjon ben nahen fühlte, brängte 
fich baS Voll noch §ütfe bertangenb ju feinem Säger. ®a fah er ben Sngel beS §erm $u fid) h^ab« 
fchmeben unb er ftimmte ben fßfalm an: In te, domine, speravi, unb bie Seele fchieb bom Äötper. 
Sngel trugen ihn babon unb legten ihn im VarabieS nieber. Seinen Äörper aber beftattete man in 
einem toftbaren marmornen Sarge; boch auch h* CT gefchah nodh ein Sunber: benn bom Äopfenbe beS 


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©arges flofj ein heillräftigeS 01 unb ^öitc nur auf ju fließen, als fein (Rachfolger leperifcher ober Ijetb* 
mfcfjer 2Racht meiden muffte. Son fern £)et!ommenben pilgern gelang e8 trofc aller 9Rülje unb 
Sorficht nicht irgenb eine (Reliquie beS ^eiligen an fid) §u bringen; felbft ein fdjon gtflcHich entführter 
3a^n be8 ^eiligen lieb fich» tote uns Sßace in Dollem ©mft erjä^lt, nicht entmenben. — 3m 3ahre 1087 
mürben bie ©ebeine beS ^eiligen nach Sari überführt 

16. Sei Falconius (a. a. 0., (Einleitung cap. XU) lefen mir fotgenbe SBunbertljat: ©a» 
SBunber begleitete überall fein Xhun. 9(8 feine ©chufcbefohlenen einft fich burch bie taiferlichen 
Steuererhebungen hart bebrüdt fühlten, begiebt er fiep felbft nach Äonftantinopel unb tritt in ben ©aal, 
mo ber Äaifer fifjt ein. freuet geht au8 feinem 3Runbe unb an einem ©onnenftraht ber burch eine 
©palte in ben ©aal bringt, hängt er feinen (Kantel, fein Pallium, auf. ©r fefct alles, ma8 er ber* 
langt, beim ßaifer burch unb bie Urlunbe barüber fenbet er in einem (Rohr nach ®hta, mo fie noch 
jur felben ©tunbe anfommt 

17. Unter ben bem Episcop. Pinarorum pgefdjtiebenen SBunbern (s. b. Falconius a. a. 0. 
ex cod. memb. antiqu. 8*. Bibi. Vatic. 821, pag. 215 p. 4) fotgenbe: ®a tommt einft ein 
Wann p ihm mit ber Sitte, einen Saum, in bem ein böfer (Seift mohne (= in quo immundi idoli 
habitat Spiritus; abominabile lignum = SüXov Upov) fäQen p helfen. (Ein anberet habe früher 
fchon einmal ben Saum füllen mollen, boch fei er burchbohrt niebergeftfirjt unb feine 9ft fei ihm entriffen 
morben. £en (Srabhüget biefeS Unglücfli^en fänbe man noch am gufje be8 SaumeS. 918 91. hilf* 
bereit bem Warnte folgt unb ben Saum nteberfdjlägt, ba hört man bie ©timme be8 SaurnbemohnerS: 
SBeh mir, ber ich folange meine SBohnung im §olje biefer ©ppreffe gehabt, Don niemanb befiegt mürbe 
unb jefct meichen foK! 3m 9ugenblid, mo ber Saum nieberpftürjen broht menbet er fich n a<h bet 
©eite, mo Diel Solls Derfammelt ift, boch befiehlt ihm eine anbere (Richtung p nehmen. $>ai §o(j 
tonnte nun bearbeitet merben unb man nahm e8 pm Sau beS ©otteShaufeS Don ©ion, beffen (ßrobft 
SRitolad mar. 

Jpter mieber ber Saum, in bem man bie ©eele beS Unglüctlichen ober Ungläubigen mohnhaft 
bachte. ©ie 3al)l ber munbetbaren Teilungen, bet ©ingriffe in bie nur fdjeinbar leblofe (Ratur, feiner 
Kämpfe mit bem Teufel, ber ihm unter aHerhanb feiner (Ratur entgegengefefcten formen erfcheint, ift 
fehr groß, ©ie unterfdjeiben fich aber Don ber anberen ©ruppe, mit ber fie feit ben filteften 9uf§ei<h* 
nungen meift Dermengt morben finb, baburdj, bafe fie einen natürlichen 3 U 9 an ftch tragen unb man in 
ben §anblungen beS SifdjofS mehr Klugheit als 3auberei p erlennen meint ©r meifj p helfen, menn 
eine alte $rau in ben Srunnen fällt, in ben fie ber Teufel geftürjt hat 9Ran führt ihm einen Wann 
gebunben p, melcher Don einem unfauberen ©eifte befeffen mar unb brohte böfe SBinbe loSjulaffen. Sei 
einem großen ©türme fällt ein 9Ratrofe Dom Waft, nur meil auch äber ihn ber Xeufel Wacht hatte, 
©inen Slinben heilt er mit bem 01 aus ber Sampe ber ©t Xheobora; einem anbem luriert er ben 
Wagen. 918 er nach 3erufa(em gegangen ift um baS heilige Äreuj anpbeten, öffnen ftch bie ©hüten 
beS ©empelS Don felbft; ein ©ngel forbert ihn auf, nach Speien prfidpfehren unb tm §afen finbet 

er ein ©<hiff bereit. 9uch bie ©teine gehorchen feinem Sefehl unb (affen fich nicht bemegen, menn man 

9 


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18 

trojj feines ©erboteS bei feiner ST&roefenfjeit einen ©au fortfefcen Witt. Ser Xeufel erfdjeint t^m tn 
©eftalt einer engelfcfjönen grau, bie mit ihm baS Saget teilen Witt. ©r giebt 83 Arbeitern ju effen 
mit einem ©rot, ergäbt unS aber nicpt, wie Diel gleifd) ober gifdj er babei ^atte. Ser Teufel giebt 
iffm 3 Siegeln ober ©enfen für bic ©ritte unb üerfdjroinbet in bet ©eftalt eines ©ngels ju ©ferbe. 
Sann bricht eine Hungersnot unb ©euetje aus, bei ber ber ©ifdjof ganj oerftänblidje unb weife ©or* 
{errungen trifft, Son einem ©efeffenen Reifet eS auSbtfidlid), baß er beim ©ifdjof arbeiten unb pflögen 
(ernte unb fo Don ber ©efeffenpeit geteilt tourbe. Sie 40 tägigen Auren waren, wie noch b eutf - bei 
ihm ganj fiblicp. — Unb baS ift bie wapre SebenSgefcpicpte beS ©t. 9tttolaS, bie bis $ut ©eröffentlicpung 
butep Falconius im Suntel ber ©aticanifdjen ©ibliotpet fcplummerte ©eboten würbe er aber (naep 
Falconius a. a. 0., cap. 4 ©inl.) jwifepen 470 -490 unb ftarb am 6. Secember 551. Artemas 
aber machte biefe Äufjeicpnungen, inbem er ©elbftgepörteS nieberfeprieb. 

Sie 16 oben mitgeteilten Sßunbcrtpaten laffen fiep nach ihrem Inhalt unb ffiert unter Der» 
fepiebene Aategorien bringen; j. ©. in folcpe, in benen unS ein ^iftorifeHec Hintcrgrunb gemalt wirb. 
SaS finb 9h:. 12, 9h. 14, 9h. 16; baju tommen noch 9h. 5, 9fr. 6 unb 9h. 9. ©S ift junädjft 
borauSjufepen, wie Don allen bebeutenben Aennetn beS SDfittelalterS behauptet wirb, baff bie piflorifcpen 
Säten mit Doller Übetjeugung gegeben waren. 3n 9fr. 5 fiitb bie Stäuber je nach ben Duetten Aga- 
rener, Saracenen, ber gürft, ber ben Anaben erhält, ber Amir van Creta, ber Äönig Marmorinus 
von Babylon (= Amir mumenin s. Asseraan 1 ), bie Heimat beS Anaben Tyrus, Myra, Exoranda 
(= Oenoanda, Stadt Ciliciens), Normandie, Lombardei. ©S ift offenbar, baß bie DrtSbeftimmung 
unb bie piftorifdjen ©orgänge ebenfo inbiDibuettcr ©ilbung unb Umgebung fid) fügten, wie alles anbere. 
@S fpiegelte fid) barin bie 3*>t, in ber bie Äbfaffung erfolgte, unb bie in fie fattenben widjtigften 
©reigniffe. Sn ber grieepifepen pfeubontethobifchen gaffung wirb man ben ©influß ber Aämpfe gegen 
bie Araber, bie auf ©reta feften guß gefaßt hatten, unb im 7. Saprpunbert begannen, erfeitnen. 

Socp tonnte Weber 9fitolaS, ber ©ifdjof uon SJfpra, noch 9fitolaS, ber ©ifcpof doh ©inara, in 
biefergeit gelebt haben: Ser erfte, ©r^bifdjof Don HRpta, unter ßonftantin bem ©roßen, ein ^weiter unter Aaifer 
Suftinian, unb fchließlich bet Don galconiuS für echt gehaltene Dritte, ber als ©ifcpof Don ©inara, 
2Ritte beS 6. 3ahrh- ftarb. Ser ©erfaffer biefer ©efchichte fuchte alfo nicht, bie Don ihm berichteten 
SSunber in ©inflang mit einem piftorifepen 9ficolaS ju bringen; ben er auS Heiligen latentem, Marty- 
rologien, ober ben fepon feit bem 8. 3aprf). Derfaßten SebenSbefcpreibungen ber Confessores tennen 
tonnte. ©. ©inleitung. — Sh m ro ie auch anDem mittelalterlichen Segenbenerjäplem, bie }. ©. ben 
Anaben in ber 9formanbie geboren fein laffen, war bet ©egriff eines piftorifepen 9f nid)t möglich; nur 
©iiherheit ber Überlieferung tonnte ihnen wertoott fein. Hi ntec 9h. 9 tonnten fi<h hiftavifche ©orgänge 
auS ber geit beS ©ilberfturmS Derfteden. 91uf eine frühere $eit weift 9h. 13. 

SOfpra war ber ©ip eines (Metropoliten; ©t. 9htolaS ließ eS fid), wie eS peißt, in feinem Seil 
angelegen fein, bem H^ntum ju Qeibe ju gehen. Aaifer Valens (f 378) unb Theodosius (f 395) 


*) Omar I (634 - 644) legte fid) ben ütet Emir al Mumenin (©eperrfeper ber gläubigen) bei. 


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19 


gewäßrten beut §cibentum itocfj eine ßeitlang 3)iilbung. (S. Jturß, <2. 154.) ?lbcr eS war nur eine 
§cnferSfrift. 5taum ßatte Theodosius I. bie politifdjen Sßirren einigermaßen bcioöltigt, als er im 3. 
382 ben Ü6ertritt jum § eibentunt ju einem ©erbreeßen Stempelte. (!) ©oft unb ffJlöucße jerftörten bie 
Stempel. SibetniuS, beffen ©orbilb Julianus Apostata gewefen war, richtete beSßalb feine berühmte 
Siebe ITepl tov iep<Sv an ben Äaifer, aber biefer ließ bie noch übrigen lempel fließen unb tierbot 
allen ©efudj berfelbeu. 3m 3- 392 tierbot er ben ßeibnifeßen OpferlultuS auf« ftrengfte, ber, wie man 
aueß auS ben Kämpfen in ©om um ben ©ictoriatempel jwifdjen Aurel. Symmachus bem praefectus 
urbi unb bem Jlaifer fießt, noeß feßr eifrige ©errietet fjatte. Solche Stätten galten noeß oielen für 
bie ßeiligften ©üter unb unter ben tiiclen gab eS ßettiorragenbe SRänner, wie Ammianus Marcellinus 
(330—400), Libanius, Proklus u. a. $ie ßarten ©erfügungen, bie gegen baS gortleben ber ßeib- 
nifeßen 9leligion getroffen roerben mußten — fo bie ©ernießtung ber Seßriften beS ©orpßßriuS, blutige 
©cwalttßaten, toie bie ©rinorbuitg ber eblen ßeibnifdjen Philosophin Hypatia in Sllejanbrien (415) 
— betoeifen nur, baß troß allgemeiner ©erbreitung beS SßriftcntumS, trofc feiner jwcißunbertjäßrigen 
Sfnerfennuitg als Staatsreligion, bie bureß ben Neuplatonismus geftäßlte ßeibnifeße Religion noeß 
immer 2tnßänger ßatte, toenn biefe aueß, toie eS ßeißt, in abgelegenen ©egenben ißren ©otteSbienft 
ßalten mußten, ©t. 9?itolaS »erfolgte fie aueß baßin unb jerftörte ißre lempet; boeß bie frembe ©ott= 
ßeit nimmt gerabeju ben Stampf gegen ben ©ifcßof auf, nießt als feßeu fieß tierftedenber ©erg* unb 
Ipößtcnbewoßner, fonbem wie jemanb, ber fieß feiner ©taeßt beroußt ifi Äenn baS Nudiakon foHte 
nießt nur bie ©ilger fonbern aud) baS Heiligtum beS ©ifcßofS felbft jerftören. ©iefe Segenbe beutet 
auf eine ßeit, in ber wenigftcnS in Lykien bie ßeibnifeße Religion noeß wenig gefdjwäeßt toar. 

©icffeidjt faitn aueß in ber ßerftörnng ber ober eine« ®ianatempels oon üflßta unb Umgegenb 
ein bcfrinimtcS ©reigniS naeßgewiefen werben. ®ie ©rotiinj Lykien, wegen ißrer Sfulptur* unb ar* 
eßitcftoit. $>cnfmäfcr berüßmt, ift meßrfaeß gefcßießtlicß beßanbelt worben, fo aud) feßon tion Carmin. 
Palconius, Acta Primigenia (©inlcitung) befonberS naeß Strabo u. a. 2luf bie fftegierungS^eit 
Constantins tierweift baS SJlärlein tion feinen brei gelbßerrn Nepotian, Ursus, Herpilio, baS fieß 
immer wieber in bet Rettung einet $>reijaßl tion ©erfonen, Äita&eit, Sünglittgen, SDlännem, grauen weiter* 
fpiegelt. ©rabe biefe ©rjäßtung ift jum Vehikel ber St. 9tifolaStiereßrung im ?(6enblanbc geworben; 
Woßl weil fie ber ßeit ben meiften ßiftorifeßen 2fitßalt bot unb ben ^»eiligen in birefte ©ejießung jum 
großen Äaifcr braeßte. ?lußer ber fonft aueß im 2(ltertum tiereßrten üireijaßt finben wir fie tior allem 
in bem in bie Cantica beS cßriftlicßen Breviars aufgenommenen Siebe (Daniel, III, 23 ff) tion ben 
3 au§ bem feurigen Ofen geretteten Änaben, baS, wie aueß bie anbei n für bie Cantica gewäßlten 
Stoffe matteßerlei 21ßnlidj!eit mit ben SBunbern beS 9tifolaS trägt. ÜJlifolaS Kämpfe mit bem Xeufel 
finb ja befonberS jaßlteicß in 91 r. 17, ebenfo wie feine ©ingriffe in bie »om Teufel beßerrfeßte Materie. 
©Sie er als einjigeS Jfinb feiner ©Item faft wiber alles menfeßließe ©rwarten geboren würbe, fo »erriet 
er, toie bie älteften OueHen erjäßlen, feine göttließe ©crtuanbtfcßaft unb Senbung bureß anbere 21n= 
jeießen. @r faftete feßon, als et noeß bie ÜJtuttermilcß naßm, an ben oon ber grieeßifeßen Stireße 

fpäter tiorgefeßriebenen ^agen (quarta et sexta feria) unb befaß naeß feinet ©eburt feßon ben »offen 

3* 


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20 


©ebraucb feiner ©Heber. Ad duas ferme horas positus in pelvi, virtute dei rectus stetit 
(Falconius p. 1.) Alle# bo# (egt ben ©ebanfen nabe, bajj man eS mit einem ©tfttelroefen jtoifdjen 
©ott unb bet SBeft ju tfjun b at < b Q & neup(atonifcf)c unb gnoftifdje Andauungen bei feiner 
©djäpfung tbätig getoefen finb. ©bie menfdjftdje ©igenfebaften, aufjer ber ÜKilbtbätigfeit, fehlen ibnt 
bedbalb DoUftänbig; mit feiner SRacbt über bie ©lemente ftebt er über ben gefebaffenen ajienfdjen. ©r 
gebietet über 3«* unb fRaum; bon ©onftanthtopel läßt et eine ©enbung, einen ©rief in einem Stobt 
betfcbloffen, in einem Zage nach SJtyra gelangen. 3J?it einer folcben bureb Gnosis ober Neuplatonis¬ 
mus gefebaffenen $igur berbanben ficb leicht bie SBunber, nach benen bie 3eit ibt Verlangen trug, 
©o trügt biefe unb jene Segenbe ein eebt mptbifebe# ©ewanb, unb man meint faft ben einäugigen, 
graubfirtigen ©efeQen be# SRorben# mieberjuerfennen. ber befonber# ben fönbern bolb ift unb fie, mie 
alle biefenigen, bie toie bie Äinber finb, fd)ü{jt. — 3n 97r. 17 febeinen anbere biftorifdje Vorgänge, bie 
eine gotge bogmatifdjet «Streitigfeiten waren, fo bei ©ertretbung be# ©ifc^ofö, ju ©runbe ju liegen. 


§ur Utterarifcfyett <£nttr>icfelung 6er €egett6e. 

Zer SBert biefet djronologifcben Überficbt toirb burd} i^re Abbängigfeit bon jmei in bet SWitte be# 
18. SabrbunbertS gefdbriebenen wiffenfdjaftlidjen Unterfucbungen befc^ränft. ©ine cnbgiltige geft- unb 
Älarftellung biefer litterarifd) böcbft intereffanten ©ntmicfelung wirb bon einet grünblidjcn Unterfucbung 
aller alten Duellen (©. auch Anal. ©oHanb XII, 1893, ©efpreebung bon Laroche Yie de St. Nie.) 
auSgeben müffen. ©ie wirb nicht nur bie fc^on feit Mombritius (im 3. 1479) im Zrucf ueröffent* 
liebten Duellen bon neuem ju prüfen, fonbem auch biele anbere berauSjugeben haben, ©o bermeifen 
bie ©oHanbiften (Anal. ©oH. XII, 1893, ju J. Laroche) j. ©. auf noch nicht beröffentlidjte Sebent* 
befdjretbungen be# ©t. 9lifola#, bie ficb auf ber ©ibliottjcf 28ien befinben (Lambecius, Comment. 
de bibl. Caes. lib. IV, pag. 149, lib. VIII cod. XXXV. num. 9) unb Sobpreifungeu be# Nicetas 
von Paphlagonien (Fabricius, Bibi. gr. X, 298) unb be# Nicolas Cabasilas (Lambecius op. 
cit. lib. IV. pag. 150) Ziefelben citiert merftofirbigenoeife mit einiger Abweichung in ben Angaben 
fdjon C. Falconius pag. 108. SSenn auch biefer gelehrte ©rjbifdjof bon Neapel in feinen Acta primi- 
genia be# ©t. fftifola# (Sleap. 1751) (= F) ebenfo mie Affemann ber ©ibliotbefar ber Vaticana 
(in s. Kalendaria Eccles. univers. Rom 1755) (= A) einen t)iftorifc£ten ©t. STifola# naebweifen 
Wollten, unb alfo in ihren ©rörterungen oft mit UBinbmüblen lümpfen, fo febeinen boeb bie Falconi« 
sehen Texteditionen, wie bie ©etweife ber ©oüanbiften in ihren Analecten bartbun, genau ju 
fein. — F. (f. 1) oeröffenttiebt als ältefte Duelle ben cod. membr. Vatic. antiquissim in 8* 
num. 821a pag. 215, ben et, wie er in ber ©inleitung auSeinanberfejjt, Dom Archiraandriten Ar- 
temas gefebrieben fein läßt unb ber, ba fein Dlifola# am 6. Ze$. 551 geftorben ift, um biefclbe 3eit 
gelebt haben mag. ©. F. 3 ©inleitung unb ©. 1—29 Zejt. Ziefe grieebifebe ßebenSbefcbreibung be* 
finbet ficb ä- 53- and) Anal, ©ollanb XI, 1892 97r. 4, 97r. 9 in Bibi. Ambros, cod. B. 53 auctore 


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21 


Artema Archimandrita (ed. apud. Nie. Carm. Falcon. Neap. 1751). @i finb bie unter 9h. 17 
(f. oben) im Sluijug mitgeteilten SBunbertbaten. Db mir in biefem 9titolai ben SBunbertbäter ju er* 
blüfen b Q b(n, ber ei oerftanb, Sabrbunberte ^inbureb einen Äranj oon 9Kär<ben um ficb ju bilben, 
bleibt babingefteHt; für biefe Unterfucbung banbeit ei ficb in erfter ßitrie um bie ßegenben oon 
9h. 1 bis 9h. 16. 

ffii ftnb a) F. 30 ff. aui cod. vatic. n. 821 pag. 249 sq.: xpa!;»; toü ayku N. imaxoicou 
Mupwv tt; Auxla«. ©. Sobnftebt a. a. 48; fie finb nach F. ©nbe bei 7. ober im 8. Sabrbunbert 
getrieben. 1) Stufftanb in Sß^r^gien ber Taiphali unter Constantin, Nepotian, Ursus, Herpylio, 
^Befreiung breier* oom Praetor Eustathius oerurteilter fflWnner unb ber brei oom beftodjenen Abla- 
vius angetlagten gclbbemt = 9h. 14; 2) SReife bei ©t. Shfolai nach Äonftantinopel in ©teueronge* 
legenbeiten feiner ©emeinbe = 9h. 16. üftit biefem Deyt foö nach Sinai. Sollanb. XII, 1893 (ju 
Laroche) ber bei Eustratius (c. 550) (bei Eid d’AUatius, de utriusque ecclesiae occident. atque 
oriental, perpetua in dogmate purgatorii consensione) bii auf einige Sarianten fibereinftimmen. 
91acb Laroche Vie de St. Nicolas ermähnt Eustratius ein Ceben bei ©t. 9titolai, roeldjei fpätefteni 
im 5. Sabrbunbert gefebrieben märe, unb bie ©efd)icbte ber 3 Tribunen = 9h. 14. — Diefe beiben 
Sabeln 9h. 14 unb 9h. 16 finb bie älteften Dichtungen um ©t. Sitolai, unb 9h. 14 b at > toenn aud) 
oon F. bah angegriffen, bie Sßunbergeftalt entftefjen laffen. 

b) A 419. ©in ßobgefang auf ©t. 9iifo(ai, oerfoßt oon Andreas von Creta, beffen Shtfang: 
av&pwwe toü &eoü; nach Laroche (aa 0) fannte biefer Andreas, bet im 8. Sabrbunbprt lebte, febon 
ben OoQftänbigen ßegeitbencbtlui, ber fpäter oon Metaphrast in feine ßebenibefebreibung aufgenommen 
mirb. 9?ad) Bralion (La vie admirable) befinbet ficb ber Dejt biefer ßobrebe in ber Söibliot^ef ber 
Sforza. Doch gilt biefe Überlieferung für unficber unb Hadr. Bailletius c. II F. pag. 63 fagt, baß 
unter bie SEBerte bei Andreas, ber 100 Sabre Oor Methodius lebte, jmat ein ßoblieb auf ©t. 9lifola4 
aufgenommen fei, boeb fei feine Slutorfcbaft nicht oerbürgt. Doch äußert F. ficb b' er « urie fo oft, mobl 
im Sanne feiner hiftorifeben Slnficbt oon ©t. 9li!olai. Der ^mneugefang mürbe in ber orientalifeben 
©briftenbeit feit ben älteften 3^ten gepflegt, fo oon Bardesanes (Äutg, § 27, 5, Stnfang bei 3. Saht* 
bunberti) unb Harmonius, fbtifeben ©noftifern; ihnen festen anbere fcbmungooüe ortboboje ^mnen 
entgegen. Die ©infübrung berfelben in ben ©otteibienft ftieß auf leine ©d)roierigfeit. (Äurj} § 59, 4) 
Dai 8. Sabrbunbert mar bie SBlütejeit ber ßobgefänge unb Oben, bie ficb auf fjeft- unb §eiligentage 
bejogen. (Äurfc § 71, 2.) 

c) F. 39: Bk; xai icoXvreta.NtxoXaou, Anfang: “Op&po; rjjiTv ^osivgtocto; cuacßta;., 

gefebrieben (nach F.) oon Methodius Patriarch oon ©onftaittinopcl 842—846, aui membran. 
cod. Vatic. num 824, pag. 151, scripto, undecimo forsan seculo. Sn ber Slnmertung: Michael 
Archimandrita (= Methodius, Patriarch) fagt felbft, er habe bie Sitten auf bie Sitten einei gemiffen 
Leo gefammelt, bann fie auf bie Sitten einei anbern, Theodoras, jufammengeffigt ©. 40. Setreffi 
f. Duellen: 'Aypt yop TOÜ itapcvro; r itoXtTtla toü aylou tootou Ttoiuivo; xai töB; ‘KoKKoV; ayvoxm»; 


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82 


rci^iuxtv, W5 «uro« yff vornan* £x |iov»i; rn; lTnysyptyj\thrrfi aüröj icp*i;*w{, ttv ocutoü ^apiv £vUav 
4m<rrapivfüv. F. fügt in Sfitm. f)inju, bafj M. anbeutet, ba| nur 5h. 14 barnalS befannt war. $et 
einige Sahrjefwh fpäter lebenbe Johannes d. Diakon bon S. Januarius (Neapel) (= f) beruft 
fich auf beS Patriarchen Methodius in argolifdjem Stile abgefafjte 8eben8befchrei6ung. 

3)ie SEBunbet finb: 1) Sugenb = Sir. 1. 2) gerettete 3. = 5h. 3. 3) S3at)( j. ©rjbifchof 

t>. = 9h. 2. 4) 3erfiörung ber ©öfcenbilber == 5h. 13. 5) Hungersnot == 5h. 12. 6) 3 bon 

Eustachius ocrurteilte SJtönner, 3 errettete ©eneröle = 5h. 14. 7) Sturm auf bem ÜRcere = 5h. 11. 
8) Del fliegt auS bem Äötper = 5h. 15. 9) $)iana mit bem ©efäfj = 5h. 13. Slach F. finb 7, 
8, 9 nicht bon Methodius unb bon einer anbent ^>anb (11. Safjrh) gcfchrieben. 

d) F. 56, Atrynatc {Saup-aTuv toü pxyä^ou £v ipjpspsüoi ötoü xa\ £v tkiüpwcai iccpuavu^tou 
NtxoXaou. — Anfang: xaXov r,piä;, u £etx«äv ia^iruv icpoacmoTal... (biefe (Einleitung ift nach F* 
auS Vita S. Euthymii Ab. 5. Safjrhunbert genommen) auS membr. cod. Vatic. n. 281 p. 272 
& cod. n. 824 pag. 169. — $ie Überfdjrift macht ben Serfuch einer SRamcnSerflürung (f. §orftmann 
a. a. D. j. Leg. aur.). 

A. S. 421 nennt bie cod. Vatic. 821 (p. 264) unb cod. 824 (p. 369) 7 SBunber. — 
©S finb 1) 7repl ATipLYiTplou toü £xpiq>8£vn>; toü £v -rri &x\äocx. 3n cod. 821 toirb biefeS bie 
4. ÜRirafel genannt, bodj fehlen biefelbcn. 2) icepi BaoiXetou toü aijrp.«>.oKr&£vTo? üwo t<3v ’ Ayapr,v<7>v 
xal a7rev£^f>£vTo; £v tt, twv Kpr,Ttüv vr,aip. Cod. 821. 6. miracul. genannt. 3) wept toü p.ovayou 
NixoXaou (cod. 821. 5. miracul = Sturm auf bem SDtcere = 5h. 11). 4) M&boXfou irspl ’lwäwoo 
toü ic« rpc( aüroü (cod. 821 = 1. mirac.) = Sh. 11 unb 5h. 6. 5) irepl toü icpeaßuripoo (cod. 
821 = 2 mir.), ©rrettung eines ®eiftlicf)en bon lobeSftrafe, f) at 2tt)nticf)feit mit 5h. 14, 9h. 9, 
unb fefct borauS 5h. 15. 6) ©inem ©efangenen, Petrus, erfcheint St. SlifolaS; jener willigt ein, 

SRönch ju Werben. (81nm.: 2>affetbe im 14. Safphunbert bon Georg Palama, ©rjbifchof, gefchriebeu 
finbet fich jum 14. 3uni bei b. SoQanbian.) 

e) F. 110. Martyrologien: SlifolaS nicht genannt in Florus (c. 830) (f. Einleitung); Rabanus 
Maums (c. 845) erzählt ausführlich 5h. 14; Wandalbertus, von Prüm (c. 851) Octavas Idus 
N. Ep. omat’; Ado, Erzbischof von Vienne (859—874) 51. wirb genannt; Usuardus von Paris 
(c. 875), ber auf ÄarlS beS Satten 93efel)t einen getreuen Sluöjug Ados üomahm: inter plura mira- 
culorum insignia illud memorabile fertur quod Imperator. Constant. = Sh. 14. 

f) F. 112. Johannes Diak. v. St. Januarius in Neapel lebte bis 901, fdjrieb bie Vita 
St. Nicolas bot 872. St fdjrieb aujjerbem anbere berartige SBerte (A 416) f. ©rüber (a. a. 0. II, 
142 jicmlid) unbeftimmt). Veröffentlicht auch in Mombritius, Vitae Sanctorum, tora 2. Mediol. 
1479 fol. 161 verso (felteneS Sud), in $>reSben unb Serlin oorhanben); Aloys. Lipomanus II. 
tora. vit. sanctor. s. 238 verso — 248. 

F. 112. Aus cod. 5696 u. cod. memb. Arch. 1 Bibi. Neap. 81(8 2(utor nennt et 
fich felbft: Quod ego Johannes indignus Diaconus servus St. Januarii multum devitans, tibi 
me saepius roganti frater Athanasi rusticitatis opponebam . . . 


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ftnfang: Sicut omnis materies si ab imperito (imperfecto) artifice constructa fuerit. . 
MI« fixere Quelle oetweift Johannes auf Methodius, beffen ortus, vita et laus ec futmnarifdj unb 
für; ju benufeen gebenft; auSgefchmficfte Serichte bet ©riechen unb anbete ©elehrte, beten ©ebanfen 
raef)t at« SSortlaut et »iebergiebt 9lad) A. 420 unb F. 122 umfagt be« Johannes vita nur fo(* 
genbe ©efchidjten: 1) Jugenb 91r. 1. 2) 3 Jungfrauen 9h. 3. 3) 9h. 2. 4) 9h. 11. 
5) 9h. 12. 6) 9lr. 13. 7) 9h. 14. ©arauf fjei§t e« (Lipom. ©. 245 v.) Nunc igitur, fratres 
carissimi, si vobis placuerit, de solennitate huius diei beatissimi Nicolas confessoris atque 
Pontificis in eius laudem aliquid loquamur. ©iefe XBorte unb ade« folgenbe gehört nach A. 240 
einem anbeten an, alfo auch bie folgenben 9h. 15, 9h. 9, 9h. 5. — A. 420 Petfoeift auf cod. 
Regius Alexandr. 529 fol. 119 ad 123, wo ftdj bet SRombtitiu«fche left befinben fo(L A. teilt ben 
©ejt be« Johanne« au« cod. Vatic. Reg. Alex. 125 a fol. 45 —49 mit, tetfdpeben Pon Mombri- 
tius, bet, wie F. ©. 112 anjubeuten fdjeint, ben fd)on Pon Baronius (+ 1607 A. 416) genannten 
cod. membr. Vatic. inter Latin, num 5696 benufet haben mag. (F. 113 liegt eine anbete Mu8* 
gäbe refp. ©ejt be« Lipomanus al« bie oben genannte bot.) ©ie alt* nnb neuteftamentlichen SBer* 
gleite befinben fich in Mombrit., Lipoman., F. 

Muf bie Sntftehung bei (5. galconiuö’fchen ©egte« (pag. 112 ff.) in welchem (pag. 122) auf 
bie lefcte bem alten ®eftanbe angef)örige gabel (= 91t. 14) eine 9hihe ju 91t. 17 gehöriger SBunbet 
folgen, toirft einige« Sicht bie SDlitteilung au« Catal. Codd. Hagiogr. 1889 (f. oben) bag cod. 5284 
(olim Folcardimontensis, deinde Colbertinus 2632 etc. exaratus saeculo XIII.) fol. 126 r bi« 
136v. bie vita St. Nicolas ed. apud Nie. Carminium Falconium pag. 112, seq. — leguntur in 
codice sicut apud Mombritium —, bag barauf fol. 136 v—149 r bie miracula eiusdem prae- 
sulis folgen, »eiche 9h. 17 eng oerwanbt finb. (Sr heilt j. 33. einen 33linben, inbem et ihn mit bem 
SSaffer au« bet öampe St. Theodorus (f. 91t. 17) befprifct. (Sbenfo fchlägt et unter benfelben Um* 
ftänben bie Pom ©eufel befeffene (Shpreffe niebet (f. 91t. 17); bie gäbe! Pom ©eufel, bet auf weigern 
$fetbe etfeheint unb ihm bie «Sicheln giebt u. f. m. Such bie 93oflanbtnif<hen ^agiograpgen petgleichen 
unb ftellen bie Uebereinftimmung mit ben entfprechenben galcon. gabeln feft. ©o<h fagt F. 122, Mn* 
metfung, felbft, bag bie ÜSunber ton ©. 122 an (== 91t. 17): non Joh. Diaconus, sed alius ex 
Actis antiquis consarcinavit cap. 30 ipso seculo X., vel XI. etc. 

g) F. 75. ’ Lyxo![/.tov ycvöfASvov ei« tov totov Ttaripa rip.wv Nouftaov . . . rcapa tüv -rpiüv 
oTpscrn^aTtüv twv pu&ivTiüv Si avtoü &izo toi mxpoö ö-avaTou, gef d) rieben Pon ffaifet Leo VI, bent 
SBeifen (vestigia S. Methodii presse sequenti) nach b. J. 886, au« cod. 821 Vatic. pag. 276 
a tergo. (Einleitung (n. F.) au« Gregor von Nazianz. Mnfang: 'Av&poncc toü 6eoü x«l maxi 
Otpa7rcov xai olxovope twv tou&coü p.u<mip(tt>v ... 3 Q hi re i ( h e SSergleic^e mit alttefiamentlichen giguten. 
@8 ift ein Hymnus auf ©t. 91ifo(a«, ©. 78, 91r. 14, bamit wirb Perglichen a(8 vielleicht gtöger, 
Abbacus, bet Pon Juba nach ©abplon bem ©aniet in bet Söwengrube gu effen bringt. ©. 79. 
Reifet im ©türm; $>unger«not, bie Schiffet im §afen Pon Mnbriace; Au> xal ^puaivou« TfO(, t 


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itTtoSov yevoptevo? -rn? vno; xaTaXeXowras (cfr. Metaphrastes); Änfpielungen auf bie Jttrdjen* 
gefcßicßte Marcionisten; Crescens, Dioscorides, Nicocles, tou? Tpet; t?,« TpiaSo? l*po<peyy«S;. • . . 

. h) P. 82, ö-aüjxa toü octou itarpö? tipwiiv, wepl tt,? elxovo$, Anfang: ’E^eXöövro? Toiyapoüv 
to" tov OuavSäXwv dTpaToö iwö rri; twv 'A^pwv f«p<3v ... = Dir. 9; auS cod. memb. Vatic. 
821, p. 260., gefcßrie6en naeß 869, üietteicßt 902. 

i) A. 426 Menologium Basilianum, f. Smith-Cheetham Dictionary. Der Äaifer Basil 
(867—886) lief} ein DJiartßrolog jufaminenfteQen unb Constantin Porphyrogen. (901) beauftragte 
Simeon Metaphrastes bamit. ÄuSfdfjnitte barauS würben im Officium ge(efen. Darin ©Uber be$ 
©t. DiifolaS, bafelbft im Menol. Basil., Dir. 14. 

k) P. p. 86. Simeon Metaphrastes, ber im Aufträge be$ JiaiferS bie Menaea Grae- 

corum »erfaßte. Sr lebte bis Anfang beS 10. Sofjrtjunbertö, unter Leo VI. (f. oben) unb feinem 
©oßn Constantin Prophyrog. (f. oben), War DieicßSfanjler. ©einet fdjriftfteKerifdjen Dßätigleit »er* 
banft et großes Änfeßen, fobaß fein Dlame jaßlteicßen nicßt »on ißrn »erfaßten SebenSbeftßteibungen 
gegeben würbe. Anfang: Z090V ti XP%* C ( > ) yp« ( p« v x®if> **1 ttv äXrifreiav ... 

— P. p. B6 erflärt, ben Dejt beS Monolog, mit »ielen Vatic. §anbfcßriften ju coßationieren. — 
Die SBunber finb ßierin nicßt meßr ganft biefelben geblieben, »or allen Dingen mit benen beS 
©t DiifolaS Pinarensis (= Dir. 17) toerfcßmoljen. Docß läßt fieß immerßin bie SReißenfolge auf 
©runb bet früßeren Dejte fo aufftellen: 

l) 3ugenb = Dir. 1. 2) ©riefterweiße, »om Srjbifdßof »on DJlpra, DiifolaS, wirb er §um Äbt 

»on ©ion (in Sßfien) geweißt 3) lob feiner Sltem, Srmaßnung jur greigebigleit mit Änrufung unb 
©erufung auf Da»ib unb ©alomo. 4) 3 Jungfrauen = Dir. 3, Dlücfficßtnaßme auf bie ©eßeu bor 
Älmofen, 3 ©aben burcßS fünfter, f5 reu ^ e beS ©aterS, ber feinen Äugen nießt traut, ©erßeiratung ber 
erften; ber ©ater erfennt ©t DiifolaS (oo$s yap tcÜv a<rri[Mi>v, ouro; Sia ttv ape-rfiv riv, xat TO toü 
ytvoui tm<pavi{). 5) Dieife naeß Jerufalem, ©türm auf bem DDleere, Teilungen. 6) SBaßl jum ©r$* 
bifeßof »on DJlßra = Dir. 2. 7) Sßriftenberfolgung; ©t DiifolaS im ©efängniS, gerftörung ßeibnifdßer 

Dempel, aueß ber Diana, Soncil ju Diicäa = Deile »on Dir. 13. 8) (pungcrSnot = Dir. 12: 
fpwcopetav yoüv twä twv vxuruuöv o(tou irercomfxivw £iuq>alv£Tai vuxto; 0 uiyoc; N. xal Tpeü; aür«J> 
Xpvwoü; ei? paß<üvoc £v rr Mupiwv xaTÖpar xai txTioSöc&oa tov cTtov toT; £xel imoxfa rei. Die 
golbnen ©tücfe finbet er bann in feiner Ipanb. 9) Äufftanb ber Taiphali, Nepot. Urs. Her- 
pyleo = Dir. 14, Dienuung »ieler DJlßreifcßer Ältertümer (platea apud Dioscuros, Martyrium 
Sanctorum Crescentis Dioscorides); 10) ©türm auf bem ©leere = Dir. 11; 11) f. Dob = Dir. 15; 
12) Deufel als $rau («ovnpov Sagioviov) = Dir. 13. 

ÄuS biefer ©ermifeßung mit ben DEBunbern beS ©t DiiloIaS Pinarensis (= Dir. 17) läßt 
bie Dieißenfolge bie Äbßängigfeit »on C. — Methodius etfennen. 

1) Suida8 (P.) erwäßnt bie ©efeßießte »on ben 3 gelbßerm (naeß F. interpoliert). 

©tßlicßlicß fei noeß naeß F. (pag. 130, Änmerfung) erwäßnt: ©apft Leo IX., ber im 3aßre 
1050 eine Überfeßung einet gtie<ßif<ßen fiebenSbeftßreißung beS ©t. DiilolaS ober eine »erfeinerte (ateinifeße 


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SBiebergabe be* Joh. Diac. gemacht baOeu foü, bie wahrjchemlich betloten gegangen ifb Äucß bon 
Petrus Damiani, bem Änhönger bet cluniacenfifdjen SReformpartei, foQ eine Ißrebigt auf ©t SRilota* 
gefcßtieben worben fein, bodj erflärt Mabillon, baß Nicol. Clarevallensis Abbas ißt ®etfaffer fei 

fßenn bie SRacßricht bon Eustratius (um 550) al* ®etfaffer* bet Acta St. Nicolas unftdjet 
ift, ba Anal. Boll. XII., 1893, Äritif bet «Schrift bon Laroche, bie SOldglidjfeit einet Interpolation 
angenommen wirb, fo bleibt füt bie foweit befannte litterarifche ©ntwicfelung bet Acta St. Nicolas 
eine 3 c ' t bom 7. bis 10. Jahthunbert. Sin bie jWei SBunber in a) Jnfipft fid) fdjon in bet SRitte be* 
9. gahrßunbert* eine abgefcßloffene Vita; ben §auptanteil baran hoben gtiecßifche ©cßriftfieder au* ben 
ßöcßften Streifen: außer einem Jfaifer, ein ©rjbifchof unb ein 9?eicß*lanjler;, übet SReapel gebt für bie litte* 
rarifcße ®eßanblung bet 9Beg in* Äbenblanb. liefet lurje SBeric^t, bet jum Seil auf ben Unter« 
fucbungen bc* Falconius unb Asseinan fußt, läßt nur in einigen 3ügen unb Umriffen ben (Sang 
biefer ©agen unb (Srjäßlungöftoffe etfennen; einen Äbfcßtuß lann er für bie öelanntfcßaft biefer fdjwie* 
rigcn SWatcrie nicht bebeuten. ®aju wirb eine fritifcbe Unterfucbung bet Quellen nötig fein. 


gut ütteravifd?ett €ttta>tcfe(uttg 6er eitt3elnen £e$en6en 

fei nur ein ®erfucß mit einigen bcrfelben gemacht unb jwar fold^er, bie befonber* litteratifch unb mptßifch 
»ertoertbare unb üerwertete (Elemente enthalten. 

I. 3 Jungfrauen, 3 fahrenbe ©cbüler, 3 gelbßetrn = Dir. 3, !Rr. 7, 5Rr. 14, bie außer bet 
©reijaßl alle ba* ©emeinfame hoben, baß fie burcß ©t. ÜRifola* §üfe Dom $obe obet bet ihm gleich« 
fteßenben Unehre gerettet Werben. 9lr. 14 ift ja bie ©t. SRifola* juerft angebidjtete gabel, bie ihm 
jwat wohl nicht ben Üiuf bet Jpeiligleit, wohl aber feine firchliche 93ebeutung gebracht hat. SBemt bie 
Erwähnung biefer Cegenbe in Eustratius (s. Analect BoU. a. a. 0. Ed. d’Allatius, Deutriusque 
eccles . . .) gefießert wäre, würbe eine erfte litterarifche Kenntnis 200 Jahre ungefähr nach bem an* 
gebticlj unter ©oitftantin bem ©roßen gefdjehenen (Ereignis faden. 2)a* übernatürliche SBunbet befdjränft 
fich auf bie (Erfcßeinung be* ©t. SRifulaS, ein Sraumbilb, ba* in orientatifdjer (ErjäßlungSWeife ba* 
SBunbern unb ©taunen, unb bann erhöht burch feine ^iftorifc^e (Einlleibwtg ba* Jntereffe eine* firch* 
liehen dichter* erweeft hoben mag. Äbgefeßen Oon Anbetungen in ben (Eigennamen bleiben bie §aupt« 
§üge biefer ©efeßießte bi* in* 10. Jahrhunbert gewahrt, aber feßou Methodius hielt eine (Erflärung bet 
(Etfcßeinung be* ©t. SRitola* füt notwenbig unb fagte, ©ott höbe ©t. 9?ifola* wegen feine* hohe» 
Älter*, ba* ihm oerbot, fich perfönlieh an ben gewünfehten Ott ju begeben, bie Straft üerlietjen, auch in 
weite gerne feine §ilfe ju fenben. (F. pag. 50.) (Sc fudjt alfo Oom bloßen Xraumbilb auf ein au* 
bet ®ibel ja woßl bekannte* engelgleiche* (Erfcßeinen ju weifen. ®iefe gäbe! hat bann auch ba* fpätere 
dRittelaltet in feinen SBunberberidjten getreulich fortgefefct unb hat ihr wegen be* hohen Älter* be* 

®ifcßofS, wie Methodius feßreibt, einen ®laß am (Enbe angewiefen, ben fie in bet ßitteratur auch be« 

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Wahrt bot. 2)afür ftnb feie brei geretteten Jungfrauen = 9?r. 3 feit Methodius an bie 2. SteÜe OOt 
feine Sßabl jurn Metropoliten twn SDJpra getreten, lieber bie ©ntftebung non 92t. 3 wirb und non 
Methodius nichts gefagt unb ed bftrfte fc^on fyitx bie ©ermutung audgefproeben werben, bie an anberer 
'Stelle i^re Unterftufcung finben Wirb, bajj eine $)rei$abl ber Jungfrauen burch bie antite Mythologie, 
bie auf ben tteinafiatifchen Jnfeln befonberd ein gortleben gehabt butte, nabe gelegt war. ©d bleibt gu 
unterfueben, ob Shtbread non (Sreta biefen «Stoff fd^on in feinen Hymnus aufgenommen butte, — wie 
}. ©. Laroche behauptet. Hnbererfeitd liegt nabe, baff man einer Spmmettie ju liebe ben brei erretteten 
Stratelaten brei Jungfrauen gegenfiber fteHte unb fie, Wie bie 3 gelbbertn, in bie ©efabr ber tiefften 
©miebrigung, ber Unebre, geraten lieg; man fegte fidfj bamit gleichzeitig in ©egenfafc ju ber mptbolo* 
giften ©etrachtungdWeife eined ©erfebrd jwif^en ©öttern, Heroen, Stympben, ben Koüpai Aio« unb 
fterblidben grauen. <S. aud) Danae unb ber ©olbregen. 

92r. 3 entwidelt fi<b folgenbermafjen: 1) Methodius (c). ©in §err aud h°h er gumilic tann 
Wegen feiner Ärmut feine brei lieblichen Töchter nicht ftanbedgemäjj, ja felbft nicht mit einem nichtigeren 
ÜJtamte ’oerbeiraten (lateinifcbe Ueberfegung bed P. aud Methodius: eas namque legitime uxores 
ducere, ob paupertatem earum, nullus divitum sustinebat: quinetiam ignobilium nulli aut 
mediocrium, qui bona aliqua possidebant, tradere non poterat.) <So entfcblofj er fi<b, fie bem 
unfauberen ©ewerbe ber meretrioes in bie $lrme ju treiben, unb fo auch fich felbft aud feiner bebürf* 
tigen Sage ju erretten. St. 92i£olad erbarmt fich ib tet > uach jebet ©abe, bie er bem 3 a rtgefübl ber 
Sefcbenlten ^Rechnung tragenb, ungefegen bringt, wirb eine Tochter ^erheiratet, ©ei ber britten feboch 
erfennt ihn ber wachboltenbe ©ater; bodj Mio lad, - ber im gottwoblgefälligen Sinne wohltätig fein will, 
läjjt ihn fdjwören, feinen ©amen niemanb ju oerraten. — 2) ©ad) Johannes D. (P. pag. 115) ift 
ber ©organg mit, allen ©injelbeiten berfelbe. 3)ad ©olb widelt St. ©itolad j. ©. in ein ‘Judj, um 
ed burchd genfter ju Werfen. Methodius: illigans mappula, Joh. ligansque in panno. So auch 
Mombritius, wonach eS jum ©ergleich jut obigen Stelle bei&t: Talia eo cogitante accidit ut 
quidam convicaneus eius nimium locuples ad tantam veniret inopiam ut nec necessaria 
vitae haberet. Tres virgines quas habebat Alias quarum nuptias etiam ignobiles viri 
spernebant: fornicari constituit, ut earum saltem infami commercio infelicem ageret 
vitam. 3 um <gd)lufj ©ergleich mit Jucob unb fiaban. Ille commentatus est qualiter Laban 
mercedem non amitteret. — 2lld ber ©ater bie )Weite ©abe empföngt, ift er fo erfreut, bafc webet 
Homer noch Maro feine greube hätten audfingen (önnen. — 3) Metaphrastes (P. pag. 89) ftimrnt 
in ben ©injelbeiten mit feinen ©orgöngem überein. — 4) Ozanam-Documents inddits Paris 1850, 
f. 234 f, ein Hymnus bed 9. Jabthunbertd; ber in Jtalien entftanben ift. @d ift ein reimlofer 
8filbner, ein geiftliched jum ©efang beftimmted Sieb: 

Auro patris infamiam 

Stuprum redemit virginum 

Verbia, doctrina profluens 

Ritum destruxit demonum. 


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£ie ^Reihenfolge ift 1, 2, 3, 13, 12, 11, 14, jcigt alfo Slbljangigfcit bon Methodius, Metaphrastes, 
waä auch fonft in Sinflang mit bem £>inwciä auf ©riechenlanb fte^t: Oranis devota Grecia — 
Magnis plaudet tripudiis, Alumni quod et presulis Decore splendet nobili. Sin anberer 
Hymnus bon ©t. 9Zifolaä (a. a. 0., 232) enthält 9tr. 3 nicht. — 5) Wright-Halliwell, Reliquiae 
Antiqu. scraps from ancient Manuscripts illustrating chiefly English literature . . vol. II, 
pag. 199 seq. (Ms. Cott. Tiber. B. V.). Sä fei Snbe beä 10. 3af)rf|unbett3 gefdjrieben, fagen bie 
SBerfaffer; bod) gehört bann bie Translatio nic^t baju unb mujj jüngerrn ®atumä fein. 2)ie 9teif)en* 
folge: 9b, 6, 9, 1, 3, 11, t2, 13, 7, 14, Translatio auf ©. 207. 3)ie 9%ei^enfoIge bon 1 biä 14 

ift bie beä Johannes D., felbft 9lr. 2 finbet fid) am rüstigen ffüafce, roemt mit in 9h. 3 lefen 
„nondum factus episcopus“. 

9lr. 3: Sed cäritdte fervidus Nichölaus juvönculus 
Extlnxit lllud vitium, per trinitAtis nümerum 
Nondüm factüa episcopus, aurö dato virgfnibus 
Fugat patris infamiam et filiarum reprobam. 

fcerfelbe Rhythmus Wie oben (Ozanam) liegt f)ier üor; bod) mit IReim, bet im Zeitraum bet lird)* 
lieben 9ienaiffance (8.—10. 3af)rl)unbcrt) (f. ©roeber a. a. D., ©. 152) nod) feiten butcbgeföbrt ift. 
Sä finb beibe 9Ral 8 ©ilbner, ein fßerä, bet auch in bet f^olgejeit baä patrjmonium bet Cegenbicfjtung 
blieb. 3n bet motgenlänbifcben $irdje ift bet Hymnus uralt unb fdjeint juerft bon ben jQeibendjtiften 
eingefübrt, welche bie antilen Sultuäfotmen in djriftliche nmwanbetten (f. §orftmann a. a. 0.1881, X.). 
3n bet 3 e *t bet firc^lic^ett IRenaiffancc bom 8. biä 10. 3ab r b ui, bert ^at trofc Äarlä beä ©rofjen 93e* 
müfjung um tlaffijcbe ®i(bung bet rtjtjt^mifcfje 33erä bom metrifeben nicht berbrängt werben fönnen 
uub burcf) feine SSertoertung ffit ben ©efang im Officium bet Horen Änfehen unb ©eltung ge* 
Wonnen. Stlfo haben auch fjiet (egenbifc^e ©toffe wie in bet Lectio bet Jhrdje ßeben unb SBeiter* 
bilbung ju berbanfen. ®iefe jph mnen würben oermutblidj nach fird)(id)en 2JMobien gefungen im 
Officium, bei ißroceffionen u. f. w. — 6) ?luä eiuet Hd. bet B. Roy XI. 3af)rf)wtbertä betöffentlieht 
Du Mdril: Pods. pop., 1847, ©. 54, ein ftitchenlieb. 

1) Incomparabiliter 
Cum iocunditate 
Gaudeamus pariter 
In hac solemnitate. 

2) In festis Beatorum 

Huius et aliorum 
Decet melos canorum * 

Dari Deo Deorum 
Hi sunt Beati, quorum 
Pater et Rex coelorum 

. Nichölaus elisorum 

Per saecla saeculorum. 


3) SRefr. Festum ergo pontificis 
Jam sociati coelicis 

Cum cantibus mirificis 
Aique modis organicis 
Festivetur hac clericis 
Si maxime scholasticis. 

4) Innumerabilibus 
(est) Nicholai vita 
Clärens Claris actibus 
Ut gemmis redimita. 


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6) Nondum verba formare 
Norat et praedicare 
Novit nam jejunare 
Et a mam(m)is cessare 
Incepit castigare 
Corpus suum amare. 

6) Festum ergo pontificis 
s. oben. 

8) Refrain. — Snljalt: 1, 


7) Decet ipsum precari 
Et ultra venerari 
Qui natas lupanari 
Jam datas revocari 
Fecit eisque dari 
Auri pondus praeclari 
Sic patrem consolari 
Volens et asservari. 

3; Refrain: allein 8©ilbner. 


Äu# 2 ©teilen, Deo Deorum unb pontificis jam sociati coelicis frfjlie&t DunuSril auf ein ljoI)e$ 
Sitter btefeS ©efanfleS, ber nod) bor noUftänbiflem ©rlöfcfien be$ £>eibcntum$ berfafct fein muft!? Slud) 
bie flute Satinität (fecit dari etc.) fdjeint ifym bafiir ju fpredjcn. — 7) 8Iu$ Dumdril Po^s. pop. 
antör. au XII. (f. ©. 170) eine lat. prosa (f. ©nleitung). 3n biefem gatte alle ©tropfen auf 


Alleluia reimenb: 


1) Congaudentes exultemus 
Vocali concordia 
Ad beati Nicolai 
Festiva solemnia. 


7) Auro per eum virginum 
Tollitur infamia 
Atque patris earundum 
Levatur inopia. 


2)ie Keihenfolge ift: 1, 2, 3, 11, 15, bauon ift außer Kr. 1, Kr. 11 befonberS betont. $et 33au beS ©ebichtcS 
im 8 Silbner ift t)öd)ft eigenartig, unb man erhält ben (Sinbrucf, als ob bie Strophen abwechfelnb oon 
ben gegenüberfifconben teilen beS S^orcö gefun.ien worben wären (S. §orftmann, 1881, XI.) ?lu8 
einer $rofa, wenn man e8 überhaupt fo nennen barf, mit bem Keim auf ja» wirb ein rootjlgeglieberteS 
r^tt)mif(^e8 ©ebidjt mit wechfelnbem Keim, an 2 Stellen fcfct ba8 ja auS unb jwar, wo in Kr. 11 
bie ®efaf)r am größten ift unb wo am ©cfjluß pon unferem Elenb gefunden wirb: Nos qui suraus 
in hoc mundo, vitiorum in profundo; ba Hingt baS Alleluja nicht wiebet; e8 ift eine organifdje 
ffierbinbung oon Rhythmus, Harmonie unb Stoff. — 8) Coussemaker, Drames liturgiques, 
S. 83, Edelst. Du Mdril, Origin. Lat., S. 254. Anfang: 


ln lamentum et merorem versa est leticia 
Quam prebebat olim nobis rerum habundancia. 

3n 15 Silbnnrn, Keim auf ia, ju Einfang, bann lOSÜbnet. Jpanbfdjr. oom 12. 3a^r^unbert. 
hiernach l)at auf franjöfifchem ©oben ber alte Stoff eine wieberum für firdjlidje 3 roe ^ e 9 e= 
bi^tete bramatifche ©eftaltung erhalten. ©. fßari8 (a. a. ö. § 164). „$a8 d)rifttidje 

®rama entftanb auS ber Citurgie, (= SReffe, f. Einleitung), unb in bet Sprache ber @eiftlid)en, in ber 
Äirche felbft, auS bet e8 erft allmählich ^erauätrat. ®ie fogenannten eigentlichen SKpfterien, welche, bie 
jwei großen Vorgänge be8 SKhfteriumS ber Erlöfung in Scene fefcen, nämlich bie gleifchwerbung 
einmal unb bann ba8 Seiben, teilen fid) entfprechenb in jwei Sollen, ben SBeihnachtS* unb DftercptluS." 
3u biefen beiben ©ruppen gehört alfo ba8 oorliegenbe bramatifche SBert nicht, wohl aber ju ben 
SWiraleln, bie baoon ganj oetfehieben auch einen anbem Urfprung haben. ©. fßariS (a. a. D. § 167). 
Sie finb entftanben auS ben ©efängen ju @h rett bw ^eiligen ober aus ben Sßorlefungen über ihr 
Ceben, bie man in ber Äirche unb fie würben gewöhnlich am ÜBorabenb ihres geftcS oon Schülern 


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unb jungen ©eiftlichen oorgetragen. STudj ftnb e* unter ben Zeitigen bie ©chüfcer ber Sugenb, bie 
©egenftanb be* älteften biefer ©(riete geworben ftnb. SBir befifcen ihrer mehrere in lateinifdjen rf)hth= 
mifchen ©erfen über ©t. SRifola*, tooöon 4 öon Hilaire, Schüler Abälards; einige berfetben ^aben 
ba unb bort einen franjöfifchen Refrain. ®er ©ater betlagt fid> in ©egenwart feiner Södjtcr 
über feine Ärmut. ®a erflfirt if)nt bie ältefte, ba§ fie bereit fei, if)m mit ihrem ßetbe ©eit» oerbienen 
ju Reifen. ®a fliegt ein ©ad ©otb in* 3Ron frotjtorft unb feljr halb ftettt fid) ber 

Sd)roieger(ohn ein. ®ie jweite Mochtet bittet il)ten ©ater, fie ju fronen uub fie nid)t jum äujjerften 
ju groingen, ba ihr ber ©intritt in 3 ©arabie* bann Oerboten Wäre. ®a fliegt wieber ©otb in* 3* mmet 
unb ein neuer <Sd£) wiegerfo£)n tritt ein. Sie brittc Sodjtcr, ber ber ©ater nun fein ©tenb ftagt, er* 
innert ifjn an bie SRilbe unb ©armfjcrjigfcit ©otte*. ber bie ©einen nicht öerläfjt, worauf eine neue 
gotbene ©abe erfotgt. ®et ©ater aber wirft fiel) ©t. ÜRifola* gu güfjen unb bittet ihn, gu oerweilen 
unb ihm gu fagen, wer er fei. ©t. SRifola* ermahnt ihn, ©ott gu banfen, bem allein er biefe 3Bof)U 
tljat gu banfen §at. ®er britte ©cfjmiegerfohn. — ®ie neuen 3 ut h aten > f° bie SRidjtbefanntfchaft mit 
©t SRifotad, ftnb eoentuelt au* ber ®ramatifierung entfprungen, bie ben ©organg in bie ©egenwart 
oerlegte. — 9) ?tu* Mono (fllnjeiger, 1838. Ms. du XIII.): 

Auro dato violari virgines prohibuit 

Far in fame, vas in mari servat et distribuit 

(Far in fame, vinum siti servat et distribuit) 

Timentibus naufragari nautis opem tribuit. 

10) Daniel, Thesaur. hymnologic. II, 252: 

Aurum clam exbibuit 
Sic palam prohibuit etc. 

11) SEßace (Delhis 0. 82—123, 902, ö. 81—120) fingt ein Soblieb auf ben Jpeiügen nidjt mehr für 
fachliche 3'oecfe, fonbern im Weltlichen ©inne eine* dichter* unb wie er fagt, im Aufträge eine* 
anbem, ber nach ben einen (T. Wright, Biograph. Britan., Lond. 1846, pag. 206) Robert le 
fiz Tiout, nach ben onbern (Delius a. a. D.) Osbert fiz Tiout f)ie%. (Ms. 902, o. 1474 = Aloei 
Robert le fiz tiout.) ©eine Duellen giebt ber fRormannifche Sinter, ber 1100 in Jersey geboren, 
Schüler in ©ari*, ©eiftlicher in Caen, Kanonikus in Bayeux war unb um 1175 ftarb, an, inbem er 
fagt (Delius a. a. D. 0. 41—43, Ms. 902, 89—44): 


. unb Ms. 902 0. 1435 


En romanz dirrai de sa vie 
Et de ses miracles une partie 
En romanz voil dire un petit 
De ceo que nous le latin dit 
Que li lai le puissent aprendre 
Qui ne poent latin entendre 

Mult avereit longes a penser 
Qui en romanz voldreit conter 
Et torner enconsonancie 
Les grans miracles et sa vie 
Ne nus ne trovom pas escriz 
Ne nus nes avom tost (ob. toit) oiz. 


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®et Zqct bet jwei testen 33erfe fdljeint an einigen «Steffen toetberbt; bet Sinn foff tod)l fein, bafe, 
wie auch Delius au«fpricf)t, &ace einige« unb wie e« fcfjeint, bie $auptfadf)e in latrimfdjen öüt^etn 
geicfen f)at, einige« öon $jörenfagen Weife. — 

®a« 83er«mafe, beffen ©ace fitfe bebient, gilt (f. Stengel, ©tunbrife If, 28) a(« eine« bet 
nlteften. 3n ihm finb, wie fdjon bie (atcin. spinnen (f. oben), bie in ptoöenjalifchet fjorm überlieferten 
alten ©ebidjte auf bie ißaffton (Sfetifü unb auf ben St. Seobegar abgefafet. Sein trilwei« liturgifcfeer (?) 
Urfptung erbeöt auch batau«, bafe bie erften 3 e ^ clt biefer ©ebicljte mit 9totenjeichen netfefeen ftttb. 
Demgemäfe »erwenbcn ben 8 Silbnet auch faft au«fcf)liefetich affe lehrhaften unb etjäfelenben mittelalter* 
lieben Dichtungen etc. ... 3n biefer gorm fdjtieb bet Dientet aud) feine fpäteten, grofeen feiftotifefeen 
©ebidjte. gut biefe« wählte et einen Stoff, bet feit bet Überführung bet ©ebeine be« ^eiligen nadfe 
Söari in Apulien (9. 9Rai 1087) manche« 3ntereffe fyabep mufete, befonbet« füt Normannen, beten 
93olf«genoffen t>or mehr a{« einem Sahrfeunbett Stputien befiebelt hatten. Ändfe an ben Äreujjügen 
waren ja bie Normannen befonbet« beteiligt Durch aff ba« war bie Äenntni« unb ÜSerebrung eine« 
fo berühmten ©unbertfjäter«, beffen ©ebeine noch hnmet wunberbate fteilfcaft befafeen, feht erwfinfdht 
Die fform, bie bet notmannifdhe dichter bet ffabet 9h. 3 giebt feat manche« eigentümliche, 
fie befinbet fich jwat an bet 2ten Stelle, wie in ben alten Duellen, non benen Sofjanne« D. (f. oben) 
in bet ^Reihenfolge bet SBunber mit SBace übeteinftimmt, hoch h at bet 3*®^ bet ©oben bie ÜBariation 
erfahren, bafe bie erfte bet Slrmut be« 93ater« fteuern foff, bie jweite bie Schwiegerföhne fjerbeilocfen 
ober bie Beirat etmöglidhen, bie 3te, bie nun eigentlich überfföfftg etfdheint, im Kamen bet h«ligen 
Dreieinigfeit gegeben wirb. 2Be«halb SEßace biefe ungefdhidfte Anbetung oornimmt, ift nicht erfidjtlich; 
bet Umftanb allein, bafe nad) SBerfjeiratung bet Töchter, bet SBater in berfelben Sage wie jubor war, 
müfete benn Söace baju beranlafet haben Sludh hier, wie im Miraculum be« 12.3ahrf)unbett« ift St. 9fifola« 
bem 83ater nicht befannt. — SBte bem SSerfaffet be« Cotton Tiberius ,B. V., wofel einem englifdjen 
©eiftlichen, fo hat auch 9lormannen ein alter Dejt üotgelegen, bet auf Johannes D. jutöcfging. 
3m übrigen fdjeint SSace wiebet bet erfte ju fein, bet eine bolfölfimlidjc Spradhe füt bie affetbing« 
nur feiten jut bichterifchen (Smpfinbung fich erhebenben Darftcffung wählte. — 12) 3n Roman. 1875 
(S. 393 iß. SRetjer) wirb eine Pribre ä St. Nicolas genannt (@nbe be« XIII. Safjrfjunbert«) an- 
glonormannisch; euthaltenb: 2, 7, 3, 5. @« ftimmt, fo fagt iß. SReper, mit einet bet bon Mone 
beröffentlidhcn Prosen fibetein. Oracio de sancto Nicolas, beginnenb: 

Seint Nicholas, serf Jhesu Crist 
Ki par sa grace vus eslist . . . 

bann 33. 17: Seint Nicholas Ki marrias 

Lcs treis puceles, Ki (s) relevas 
De grannt poyerte tus jetas 
Par peces de lor Ke lur donac 
Nostre senur priez pur moi 
Qü'il me doint verrage fey 
E si garder la sue ley 
Cum mester est e cum ge dei, — 


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31 


*t)ie &genbe ftreift alle fßoefie ab in ben Sammehoerfen bet Segenbe aiirea unb bem äpecü- 
lum historiale. 13) StaS Seziere oon Vinceuz von Beauvais (+ 1264) aus bet Witte bcS XIII. 
3abrbunbertö ift bie geiualtigfie mittelalterliche Encyklopädie, beginnenb mit bet Schöpfung, eine bib* 
üfch’chriftlicht ©efdhidjte bis jur 3 e 't Äaifer gtiebrichS II. Zarin auch 91t. 3 (XII, cap. 68) j. %. 
»örtlich mit Johannes D. übereinftimmenb (St. SftifolaS ift bet 9tad)bar beS Vaters; aud) bie 
a(tteftamentftd)en Vergleiche, mie fßrophejeiungen.) 14) (Sbenfo auf Johannes D. fufjenb, baS anbere 
oon Jakob a Voragine (f 1298); biefeS berühmte Sammelroet! öerbrängte ade üorauSgchenben unb 
nadjfolgenben «Sammlungen unb eroberte fidj als golbeneS 93olfdbuch im gluge bie 2Belt. @4 beljanbelt 
in gebrängter Äßt^e ben gefamten ÄreiS bet £>etligengefchichte unb bie £>auptfefte Sf)rifti, beibe nach 
bet Drbnung bei 3<»hteS gemixt, in einer Seife, bie bet praftifchen Verroenbung auf bet Jtanjel ant 
meiften entfprad). S. ^orftmann 1881 XXXVIII, (Stöbet (aa 0 II, 248). 3n Leg. aur. erfährt 
9h. 3 bie Variation, baff St. 9li(olaS beim britten Wale bie @abe öetboppelt, mo^l aus bemfelben 
©runbe, bet Sace ju feinet Anbetung beranlafjte. — 9lut in ben englifdjen Sammlungen biefeS 3a§r= 
fjunbertS fcheint noch einige poetifdje greube am Stoff ju roof)nen, befonberS im Sfiben, bem baS Ms. 
Laud. 108 angehört. (©. Delhis a. a. D.) 15) ®ud) ^iet ift ber Vater bet 9ta<hbat beS St. 9Kfola$ 
uub ftimmt infofern mit ben alten Duellen, Vincenz von Beauvais unb Jakob a Voragine 
ftbetein. 16) 3m 9?orben Ms. Harl. 4196. (S. ^orftmann 1881, 12) §ier wirb bie gäbe! nadt 
o()ne jebe eigene gärbung in oietmal gehobenen paarweis gereimten Shtrjjeilen erjählt, bodj legt bet Zidjter einen 
SÖert auf bie Ausführung beS chriftlichcn WotiüS oon bet Armut: Nisi quis renunciaverit orania que 
poasidet, non potest meus esse discipulus. Zie {Reihenfolge: 1,2,3,11,12,6,7. 17) 3n bem noch 
fpätereo altfranjofifchen Zejrt bei Ms. 1&&6 (f. oben) ift bie gäbe! »oiebet in bie Lectio in bet Weffe 
am gefte beS ^eiligen aufgenommen unb für bie Äunft abgeftorben. 

Senn man ben ©ntmidelungSlauf bet gäbe! noch einmal überblidt, fo wirb fie junächft als 
ein ©egenftanb fachlicher Siffenfchaft für bie griedfifche Äitdje Pon einem Metropoliten unb jtoar als 
eines bet SSunber beS St {RifolaS aufgejeichuet; rafch toanbert biefe gelehrte Arbeit nach Sübitalien, 
finket boit ihren Interpreten unb Vetbolmetfchet. 3«t ihrer erftcn §eimat, in bet ihr noch h eute oon 
bet ftirche eine Vebeutung erften {Ranges eingeröumt wirb, fährt fie fort ein ©egenftanb fachlich« 
Speculation ju fein; in einet begeifterten ßobpreifung wirb ihr Präget in ben Cyklus bet alt» unb 
nenteftamentlichen Heroen oenoebt; mit ihrer Aufnahme in baS Menologium tritt fie ooQfommen in 
ben Zieuft bet Äi«he, inbem fie in ben Kanon bet oorjulefenben ouva£apia im Officium aufgenommen 
nfitb. Die abenblänbifche Äirche, oon gleichet Vegeiftetung für ben Stoff ergriffen, fafjt fie in rfjhth 3 
mifche gotmen, als Äirchenlieb; im Wiralelfpiel tritt fie an bie Äitdjenpforte unb in Verfihtung mit 
bet ©emeittbe. Sie toitb fchliefjlid) ©egenftanb einet Leotio im Officium unb in bet Weffe. — Oft 
gewinnt fie im ftemben ßanbe ein frembeS AuSfehen, fo wenn, mie man bei 18) äug. Schnell, St. 
IRifolaS VI, 73 lieft, bet oerarmtc Stabet eine Schantmirtfchaft eröffnet, in bet feine Zöchte bie Auf» 
Wartung machen fallen; obct fie giebt ihre (Slemente an anbete heilige Verfonen ab, fo in 19) ©taeffe 
Tes. IV, 641: Mystere de nostre Dame — ä la lauenge de sa trhs digne nativit^, d’une 


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32 


jeune fille laquelle se voulut habandoaner a peciie pour nourrir son pbre et sa mbre . . 
ä 18 personnes imprim4 ä Lyon an 1543. 20) <5. aud) Bralion (a. a. D. I, 8), bie j. %. auf 
Legenda aur. jurficfgefjt. $ie aflgemeiite ©efanntfdjaft bet gäbe! jeigt fid) an bet güße oon £anb* 
fünften, bie fie immer als eine bet erften im Cebcn beS ©t. DlifolaS bringen (f. Anal. Boll. unb 
Catalog. Cod. Hag. Lat. Boll.) unb an bet Dtufnahme in faft allen bet fo jatylteidjen Jppmnen 
ober tl)^tbmifd)en ©eljanblungen. 21) $)ante. Purgat. cant. 20, 31. 

©in ©djatfen lögt ein Coblieb auf bie DTrmut ertönen: 

Dolce Maria — Povera fosti tanlo 

Quanto veder si — puö per quell 1 ospizio, 

Ove sponesti il tuo portato santo. 

0 buon Fabbrizio, Con poverlä. volesti anzi virtute 

Che gran richezza posseder con vizio. 

Esso (eS ifl Hugo Cupet, bet fid) über bie Habgier feiner Dlachfolger, befonberS Sßgilipp beS 
<3d)önen, betlagt). 

Esso parlava ancor della larghezza 
Che fece Nicolao alle pulcelle, 

Per condurre ad onor lor giovinezza. 

@4 ift auffällig, bafj bet Dichter, mie aud) bet jDidjter oon Ms. Harl. 4196 ein Coblieb auf 
bie Dlrmut fingt unb bet brei unglüeflidjen Röchlet gebentt. ©ieDlrmut hätte fie ju ©d)anben gemacht, 
unb nur bie golbene ©abe beS ©t. DlilolaS rettete fie. ©2 mürbe ihnen bie Dlrmut als ‘Xugenb ange= 
regnet, bie nur jmei oon ihnen in bem DJliralelfpiet (Hd. beS 10. 3af)tf|.) felbft an ben SEag legten. 
— 2Bie bet Dlame beS ^eiligen im SKittelalter oereljrt mürbe, fo fdjritt er auch in bie neue 3 e *l öfö 
ein SBunberthäter unb bie gäbet oon ben brei rnefjr ober meniger tjilfbereiteu Pächtern fdjeint in ihren 
©lenicuten mieberjuflingen auS King Lear, mo bie brei Töchter ihrem ©ater einen ©emeiS ihrer Siebe 
geben follen, als er fid) felbft aß feiner 3Jiac^t enttleibet. SBenn man in biefer gabef, beten Duellen 
ja ünterfudjt finb (s. Purnivall, Introduct. to the Leopold Sh.; Dowden, Sh.) ©ermanbtfd)aft mit 
Dir. 3 eiblictcn barf, bann mürbe ber bramatifeben ©cftaltung ^meirnal ber ©reis jufaßen, ben auf bem 
©ebiefe elegifdjer ©egeifterung bie Prosa auS Dumdril Pods. pop. 7) Oei bient. — ©tne anbere gäbe! 
(Bralion a. a. 0. HI, 3) bringt bie unfere fdjlicjjlid) micber in einige ©ertnftpfung mit bem Slltertum. 
gn 9?om, fo tjeigt eS, mürbe bem ©t. DlifolaS eine Strebe an ber ©teße gemcil)t, mo in ^etbnifc^er 
$eit eine Sodjter ihren jum Xobe Oerurteilten unb im ©efängniS fd)mad)tcnben ©ater burdj ihre 
SDlild) ernährte 2)ana<h fei bie Sircf)e auch ©t. DlifolaS oom ©e r ängnis genannt gemefen. ©chon bie 
Reiben hatten, um biefe eble jLfjat $u oeremigeit. bort einen Tempel erbaut unmeit ber Colonna 
Lactaria, mo auSgefe^te Äinber hingebradjt merben mußten. DaS ©lement ©olb (3 ©oben in ber 
Dlad)t) eröffnet befonbete mhthologifcbe ©efidjtSpunfte. 

SEßährenb Dir. 3 fdjon in ben alten griedhifchen Dueßen oorliegt, fo ift Dir. 7, bie 3 Stnaben, 
©<hüler, clerks, bachelors, erft entftanben unb jmar, mie unfehmer fid) benten lägt, auS bem erften 
Seil Oon Dir. 14, ber SRettung ber brei fdjon bem S£obe gemeihten DJläroter, bie ©t. DlifolaS auS ben 
§änben beS ©charfrid)terS unb beS beflogenen Praetors Eustathius rettet. 


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33 


1) 3n Ozanam (a. a. 0. ©. 236) Hymnus f. ©t. SWfotaS (eine Ärt sapph. Strophe) 
liegt 9?r. 14 nodj in ber alten gorrn üor. 2)iefer Hymnus befinbet ftd^ in einem Breviar bei 
9. 3af)rl)nnberta r cod. Yatic. membran. STir. 7172 in 8°, ben Qtotd ber ©ammlimg lef>rt bie ©in* 
leitung: Canticaque (ober atque) excubantes psallimus. 

Nam lectulo consurgimus 
Noctis quieto tempore, 

Ut flagitemus vulnerum 
A te medelam omniam. 


3>arauf bie ©efänge ber Horen unb afö erfter ber Hymnus ©t 9tifolaS begimtenb: 

Debitas laudes Domino canentea 
Mente devota celebremus omnes 
Hunc diem sacrum, Nicolaus in quo 
Ethera scandit. 

©tropfe 8: Terret Augustum pater almus, inquam 
Solvat ut frustra miseros revinctos 
Mortis atrocis monitis beatis 
Vincula tergit. 

?lud) t>ier ber birefte §intoeii auf ©riedjenlanb: 

©tropfe 10: Plaudet insignis tua plebs, Beate 
Grecia gaudet redimita festis, 

Quod tuis sanctis meritis maligni 
Crimina quassat. 

2) 2Iud} im 2. Hymnus begtnnenb Solemne tempus vertitur,. . . 

©tropfe 6: Presens objurgat consulem, 

Augustum terret somnio, 

Statim resolvi precipit 
Ligatos frustra vinculis. 

3) Wright-Halliwell (Reliq. a. a. D , © 204) paarw. ger. 8 Silbner: Tres juvenes in- 
noxii morti fuerant dediti Quos liberavit . . . = $J?r. 7 + $Wr. 14. @6enfo Daniel, Thesaur. 
II, 252: Homicidam visitat, Tres occisos suscitat, tres ereptos vinculis, fert ad domum 
consulis. 


4) Dum^ril (Pods. pop. Lat. ant^r. au 12. s. S. 170 B. R. ms. 1084, XI. s.) $at 
jtoar bie gäbe! nur anbeutungStoeife in ©tropfe 6: 

Erat in ejus animo 
Pietas eximia 
Et oppressis impendebat 
Multa beneficia, 

bodj roaä ©t 9lifoia3 ein gieidjed Änredjt für bie *8erefmntß bet Sugenb fle6en foHte, 3h. 1: 

Qui in cunis adhuc jacens 
Servando jejunia 
Ad papillas coepit 
Promereri gaudia 
Adolescens amplexatur 
Litterarum studia 


Alienus et immunis 
Ab omni lascivia. 

I 


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34 


5) Dumdril, (Po4s. popul. lat. P. 1847, S. 64) in einem Ms. beS 11. &af)tl)unbert8. 
B. R. Ms. 1139, bemfelben, toeldheä mehrere Chants sur la nativitd du Christ enthält, barauf oon 
Chant sur la Trinite gefolgt, ber Qiant pour la fßte de St. Nicolas beginnenb: Incompara- 
biliter. Sein tiermutlicheä Sitter f. oben. ®iefer Krc^ttcfje ©efang enthält 91t. 7 nid(jt; bagegen 
aitöführlidh 9tr. 1. 

6) Dumöril, Orig, lat., ©. 262; Coussemaker a. a. D., ©. 100, m. SJtoten. 3m 12. 3at)t« 
hunbert hat ba8 äRirafelfpiel bie gabel f&r feine 3roedfe oermertet; man fönnte öerfud)t fein, biefem halb* 
Rrdblic^en Unternehmen ben Urfprung ber audgeftalteten gabel jujufchreiben unb in bem Setfaffer ben 
Urheber bet gabel ju erblidfen. 1. Clericus: 

Nos quos causa discendi literas 
Apud gentes transmisit exteras, 

Dum sol adhuc extendit radium 
Perquiramus nobis hospitium. 

Pilger (St. SßifoIaS). Ultra modo / non possum tendere, 

Hüius ergo / p6r noctis spätium 
Mihi praestäs, präcor, hospitium, 
unb roeiter 

Nunc dixisti / pläne mendäcium 
Carnem habäs / räcentem nimium. 

= 76 10©i(6ner. ®rei clercs fud)en ein Unterlommen; ein alter 3J?ann, bem fie 6egegnen, ift iridjt 
ttriQenS fie aufeunefymen. ©ie menben fic^ an feine grau :c. f f. o6en bie 6rjäf)fung hon 9?r. 7. 3)ie 
SRörber fennen @t. SRifotaö junadjft nidjt, audj [teilen fie nid)t bie ?trmut ber clercs feft. 

7) Qum SBergleidj mit ber E>ter in öotlem Umfange jum erften SHafe auftretenben (Srjäljlung 
9?r. 7 fei tyx Sßrototpp au3 Quelle a (P. 30) mitgeteift: 

^HXftov 8£ nve; da rr; TroXeo);. Kal rpo<J£xuv/)<yav tw ayup aal sittov. Ei r,; dvraufra, oix 
avatri«; rpeT; ftavaroi £v rr, “oXei dysvovro. O yap Ilyejj.tov Kc 6 p.o 8 a Xaßcuv rpeT; avSpa; daeXeucev 
^avaTcoö’/ivat, aal ~yax */) 7 : 0 X 1 ; oua oXiyco; dTwdvJbitfev, on oua r,; Trapoiv. Kai eu$ito; TrapaaaXeoa; 
6 ayio; rou; arparoXara;, [/.er aurtov coparoev dv rr ttoXsi’ aal ycvojiivou aurou dv tw aaXouuiva) 
Adovrt, T07:tp, dttepwrroev rou; 7 rapi 6 vra; 7 repl rwv Xaßovrtov tyjv aTroipatnv. Kal ^yjaav, aurou; 
eivai dv rq> 7 cXaa<o»/.art ei; rou; aaXouptivou; Aiosaopou;. Eira l~\ ro »xapruptov rwv ayicov Kpeaxevro; 
aal AiocaopiSou;, 7raXtv dTrepwrrtja; d;xaO-ev, Sri rvjv ttuX'ov [jtiXXouciv d^ievai. Kal Trapayevojjtivou 
aurou aara rr; 7nSXv);, et 7 rov aurto * on u 7 rayou<riv ei; rov aaXoupievov Brpav, rjv yap 6 ro7ro; daetvo; 
rwv xoXa^ovrcuv * aal Spapiov eupev oj(Xov ttoXuv, aal rov oTreaouXartopa yupivov aari^ovra ro $ 190 ;. 
iaSejppievov vry rou ayiou 7 capouoiav. ’EX^cov Se aara rov t 6 “ov eupev rou; rpei; avSpa;, ra; oiei; 
aurwv oouSapiq) Se^etoa;, aal rov ^ajxov Xaßovra;, aal ra; yeipa; 07:i(jü> SeO-etca;, aal 7 rporeivavre; 
(ra;) rou; au^va;, aal rov ^avarov daSeyopiivou;. 'O 8 e ayio; NiaoXao; Se^aaevo; ro ^{ 90 ; da rou 
OTeaouXarcupo; dppi^s j^apiat' aurou; Se Xuca; rwv 8 e<J(Jiov, r.yayev dv rr 7 roXet. Kal dXBtov dv rd> 
IJpairwptq), ouvdrpi^e ra; o>upa;. Eu&dto; 8 e aaouua; 7 :apa rou dpcoußircopo; Eu<rra3to; 6 r Hyeixcov 

$popiaCü>; rX^e 7 ro<yauv?)(n aurqJ. r O Se arrdpoi^ev aurov Xeycov* 'lepoouXe, aal alpioTrora, ttco; 

droXpiYioa; ei; ’oij/iv du.ou dXileiv, roioura aal rr.Xiaaura Spaoa; aaaa; ’aXX ’ou piTi oou 9 e(aopiai. 


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35 

’l&ou yxp TTapaypma aveyvM t«ö 77xvrox.pxT0pt ßxdOiet KcovsTaTtvw irep'i <ov eXpxira; xaxcv, xxl to 
~< i; fhoixet; TTjV eitxpjrlxv. 'O SeHysu-wv E’jxtxSHo; yovj—sxwv x’.n-<7 efasv M/iSauw; opyi^ou x.xx’ 
iftoü, Ascttotx, aX>.* (xxile Öti £yo. oüx. eif/A xlrio;, aXX’ oi xpwxoi T/i; itoXeo»;, EOSö^to; st*i £tp.ov($7i;, 
ot nve; xx-ti&evro x*t aurou; iyxXyiaxxtxoj;. 'O Si iniaxonof cp'/ialv 7vpo; xüxöv. Oüx. EuXö^io; x.xl 
Lip.ovi&n;‘ aXXx <piXa>.Y)9xjj; ebre?v‘ Xpudapio; xxl ’Apyopio; jjp/jaaTUctS; £m<rav, a£ xeivr.uavrs; 
st; Taüra tX&eTv, T Hv yap psp.xSbixcö; on Sixxoaia; XiTpa; rv eiXvicpto; 7vap’ auraiv, tva towtou; 
inokiar,. Kxt irapaxX/ifrel; 6 ayio; ü~6 a<3v arpxT/iXxTwv, «ruve^oipyidev axopoWa; xx tJ/euSr, nxp 
aürwv irpayöivra.’ — . 

Eustathios wirb oom Scheine bed ©otbed, ober bet Äudfidgt auf teilen ©ewinn getrieben, 
bie btci Unfcgulbigen morben gu (affen. — ©d ift unabroeidlicg, bag No. 7 biefe Sßorlage gegabt gat: 
Johannes Diak (Aloys Lipoman. 243) gat baoon eine genaue Übertragung in feinen £ejt auf= 
genommen, unb ed macgt Vergnügen, bcn unteritalifcgen ÜHöndg bei feiner Arbeit gu beobachten. $)er 
anbäcgtigcn ^aienmenge, welche bad Stücf an ber Äirdjenpforte in Orleans ober Benoit-sur-Loire, 
ober n>o cd auch H mit anfag, mugtc bie ißerfon bed Stifolad noch gewaltiger erfdjeinen, wenn er bie 
fdjon toten ©lieber wieber febenbig madgen tonnte. 

8) Wace (Ms. 902, 213—226 unb1060—1132) hat 97t. 7 nur gang furg behanbelt unb oerrät 
in feinem ©treben nach SSotlftönbigfeit wenig bidhtcrijchen ©inn: Tres clercs alouent alescole, nen 
frei une longeparole . . .; hoch fagt er am Schlug wohl mit Stecht, ginbeutenb auf bad SDtirafelfpiel: 

Pur ceo que as cleres fit cet honur 
Funt li clers la feste a son iur. 

I'a SSace (f. ©. $arid Litter., ©. 134) feit 1155 feine gtogen tjif’tortfthen ©cbidhte fdhricb, oon benen 
ber Roman de Rou aud 4000 Wlejanbrinetn unb 12000 8filbnern beftcht, unb alfo feine vie de 
St. Nicolas oor biefe 3«t fußen wirb, wie augerbem roogl auch bie SBagl bed ©toffed unb manches 
anbete ... oerrät, fo wirb feine ©efanntfcgaft oon 9tr. 7 aQerbingS aud igrer bramatifierten gorm 
flammen. 3a, feine ©eringfcgäfcung oon 91r. 7 fdheint eine folcge Quelle tot aud juchen, 
wogegen auch nicht bie Stellung oon 7 unter bcm älteren Seftanbe gu fprechen fcheint. $)ie §auptelemente 
Oon Sir. 7 gehen bei ihm auf ben gu ©t. Slifolad reifenben Kaufmann über. SSom SBirt erfchlagen 
unb im gag eingefallen (!) wirb et oon ©t. Sfilolad, ber ald Witter wohl angetan in bad ©aftgaud 
fommt, in gang eigentümlicher Sßeife gum Seben erwecft. ©t. Slifolad nimmt nämlich bie ©lieber bed 
toten SWanned geraud unb bringt fie in gehörige Orbnung, worüber ber Kaufmann erwacgt. 6d ift 
aHed im ©cglafe über ign ergangen; er weig nidgt, wad mit igm gelegen ift; audg geigt fein Körper 
feine 2Bunbe. ©t. fftifolad fpridgt mit igm einige tröftenbe SÖorte unb gegt bann feiner Sßege. ®er 
Kaufmann fcgläft bid gum borgen (mug alfo in fein 23ett gegangen fein), ruft bann ben Sßirt, um 
fidg auf bie SSeiterreife gu begeben. ®iefer ift über bad Söunber im gödgften ©rabe erfegreeft unb be* 
fennt igm aDed; ber SBirt fcgliegt fieg ber ißilgerfagrt gu @t. Dlifolad an. ©d finb eingelne $fige Oon 

91r. 14, ber Xraumerfcgeinung, oorganbcit. Öefannte unb berügmte Slifolad Äitcgen gab ed gu SBaced 

5 * 


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36 


3eit tooljl fd^ott. ©eit bet Translatio feinet ©ebeine nach ©ari in Apulien, bie jWfi 8obprei8ner, 
Nicephorus, ben 3Röncf|, unb Johannes, ben Archidiakon, beibe bon Sari unb 3eitflröoffen ^ 
©reigniffeS, gef unb en hat (f. P. © 131 - 139, ben Sejt be8 Nicephorus, f auch Anal. Bolland. 
I, III, IV, VI, VIII, IX, X., jafelreiche s JRanuf(ripte, bie bie rafdje ffierbreitung bet glüdlidjen 
Stunbe beweifen), unb bie mit einet übet alle {Wafeen gewaltigen ttRacfetentfaltung bet römifdjen Äirche 
unb bet bon ben Cluniacensern unb Cisterciensern auSgcfeenben tiefen Reform bet 
Stircfee ^ufaminenfiel, bie ben ©efife bet tieiligen ©tätten unb Reliquien befonberä wertopfl er« 
febeinen liefe, ba mar bet ©ifer für bie @rrict)tung heiliger ©tätten für neue au8 bet gerne auftaudjenbe 
SBunbettbäter befonberS grofe. Tillemont (a. 1699, f. F. pag. 22, 65) fpri<bt bie ©ermutung au8, 
bafe oiele Stirdjen, fo §u Beauvais, Paris, Angers, bie nrfprünglich anbete Warnen trugen, nad) bet 
Translatio ©t. WitolaS al8 ihren ©atron etfoven. 3a, in Beauvais ftefet e3 oon bet höljetnen 
©t. Sudan geweihten Stapette feft, bafe fie ©nbe be3 11. 3ah r hunbert8 in ©tein neu aüfgehaut würbe 
unb ben Warnen ©t. Wifol.i8 erhielt. 3n oiele ttirefeen wanberten Reliquien, barunttr auch nach 
3Borm8, wie bet Starbinal Baronius (f. a. a. D.) berichtet. — 9Wit ben Silbern be8 ^eiligen würben 
bie fßänbe unb bie Ätrcfeenfenfter oei^inücft, fo in St. Etienne oon Beauvais mit bet Segenbe 
97r. 7: Troys clercs. .., wo 97r. 14 mit ihr oermengt wirb, ©ine fo'dje Jttrche wat bot allen auch 
St. Nicolas du Port bei Nancy. 2lu8 Cat. Codd. Hag. Boll. unb Quill. Durand. Rat. divin. (VII, cap. 
39, S. 459) Barbour, §orftmann 1881, I ©. 238 erfährt man auch, bafe bie orthoboye ?Infcfeauung bet ©in* 
ffiferung be8 neuen §eiligenbienfte8 ©djwierigfeiten entgegenfe|}te. Ob SSace nun einen aßaHfaf)rt3ort feiner ^»ei* 
mat meint ober bie ©ilgerfaf)rt in bem fernen ©üben ober Dften, ift nicht ganj erfennbar, b. lefctere im Srama. 
©ein ©tan ift folgenbet: 1,3,2 (mitbet leichtfinnigen üWutter), Reifung = 17,7,11,12,13,14,15,9,9b, 6, 
5, unfere ©efchidjte 7, 4, 17, {Reliquien, Teilung; woraus bis auf einige ihm angehötige Äenberungen 
feine Äbhängigfeit bon Johannes Diak. ■ etficfetlich ift. 3h m eigentümlich ift bie Serfnfipfung bon 
•Wr. 2 mit bem SBunbcr bon bet {Rettung eines StinbeS (baffelbe in Ms. 1555), eine ©mfdpebung au8 
{Rt. 17 unb bann ba8 auS 97t. 14 loSgctrennte Wr. 7, beffen 3 u fanunenget)örigfeit bet Sichtet fich 
bietleicht bewufet war. 9ln3 ©nbe betlegt er, wa8 bie neue Sichtung hinjugebtadE)t hatte aufeer 97t. 7; 
am ©nbe alfo aud) bie neue Serfion bon 97t. 7. 3n 97t. 14 (Ms. 902 b. 445— 600) läfet et bie 
3 gelbherm fich 3 jura Sobe geführten SacfeelotS erinnern unb betweift bamit felbft auf bie 
Duette bon 97t. 7. 

9) ©ine Satiation jum Sfeema bom teifenben Staufmann in Anal. Boll. IV, 1885, pag. 202 
(cod. 499, Bibi. Gandav.). 2 Staufleute tommen bon bet Steife jurücf, auf bet fie grofee {Reich* 
tümet etwothen haben. Sie grau be8 einen tät ihrem 9D7ann, feinen ©efäferten untju6ringen. ©8 
gefchiefet. Set 8eid)nam wirb berfteeft. Sie grau be8 ©rmotbeten fragt im Jjjaufe be8 greunbeS, wo 
ihr {Wann geblieben fei, worauf ihr mitgeteilt wirb, bafe et ba3 §au8 in begangener Wacht berlaffen 
habe, ©ie wenbet fid) flefeenb um Wat unb §tlfe an ba8 {jjeiligenbilb (Statua) be8 ©t. 97i!ola8, 
weichet fie jum SRötbet jurüdgeleitet. Siefet ffiorgang, wie fo mancher, auf ben nicht befonbetS hin* 
gewiefen ift, mufe uatürlich junädjft ans bet ©orftettung bet 3 e it ju erllärcn gejucht werben. Unb 


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37 


tote tief bie 3 e 't empfinben tonnte, erfahren wir aus bem Tombeor Nostre Dame (f. G. Paris 
Littdr., S. 208, Petit de Julleville, Hist, de la langue . ., contes pieux bet fßerle ber frommen 
®icgtungen), ber nidgt wufjte, toie er ber geiligen Jungfrau in feiner (Einfalt bienen tonnte unb ttor 
igrem ©ilbniS tankte, bis biefe gerührt gerabftieg unb igm, bem ©egtoeifjgebabeten, bie ©tim trocfnete. 
— ®a im §aufe beS SOWtberS Oernimmt fie bie ©timme beS Pfoten, toorauf ©t. 97ifolaS igr rät, if>m 
bie ®ebeine beS (Erfdglagenen gu bringen — Et anima ad corpus rediit — et erectum virum 
uxori reddidit. — 

10) SRit Ms. Laud. 108 (Delius a. a. O.) erfegeint bie Cegenbe roieber auf englifegem ©oben; 
gier gaben legenbarifege ©toffe früggeitig biegterifege ©eganblung gefunben unb fegon eine ©lütegeit in 
bet 2. ^älfte beS 8. JagrgunbertS gegabt, ber bie&genben Cynewulfs angegören, Guthlac (+714) 
fegon g. %. naeg (ateinifeger ©orlage, Juliana, Andreas unb Elene, legtere beiben naeg (ateinifegen 
Uebertragungcn grieegifeger Quellen. (@. Ijjorftmann, 1888, XL.; Sl'örting ©runbrifj, ©. 46ff. bef. ÜBülfer.) 
ÄuS biefer ßrit ungefägr flammt ber Sobgefang beS Andreas von Creta auf ©t. SRifoIaS. „(Eine neue 
pflege ergält bie Segenbenbicgtung im 10. Jagrgunbert,. als mit ber fReförmation beS oenueltlicgten 
Clerus unb ber SRöndgSorben bureg D uns tan unb Aethelwold eine rege roiffrnfdgaftlicgJinglicge 
f£gätigfrit eintritf, toelcge befonberS ber gciftlicgen fßrofa, ber Homilie unb ber ßegenbe gu gute 
tommen." Aelfric (feit 1005 8lbt beS ÄtofterS oon Ensham) oerfafjt bie erfte fiegenbenfammlung 
für fircglicge 3 nj c^ e - ®ann gemmt bie normannifege Eroberung biefe nationale (Entroidelung unb lägt 
an igre ©teile neben ber lateinifegen bie franjöftfcge ©pratge treten. Um bie 2Ritte beS 13. Sagt* 
gunbertS ift bie engltfcge ©praege roieber bie allein mäegtige unb bie Segenbenbicgtung fegeint gaS 
nadggolen gu wollen, toaS fie in ber 3eit bet fremben ©praeggerrfegaft oerfäumt gat; tiefempfunbene 
fEöne ertlingen auS roogllautenber funftooHenbeter ©oefie, befonberS gum öobe ber geiligen Jungfrauen. 
(S. ^orftmann, 1887, XLII, unb öranbl a. a. O) Jm Ms. Laud 108, bem älteften ber füb= 
englifegen Segenbenfammlung (c. 1300), begegnen wir unferer ßegenbe; fie nimmt bafelbft unter 
61 Cegenben ben 31. ©lag gtoifegen St. Brendan unb St. Julian Confessor ein. Über bie Sn* 
geidgen beS ÄlterS ber fRebaftion f. fporftmann (1875). ÜRr. 7: 8 Clercs langen beim £>aufe eines 
gleifdgerS! fegt ermübet oon igrer Sßanberung an unb bitten um Untertunft, ba eine anbere menfcglicge 
SBognung nidgt in ber fRäge. Jn manegen Sänbern ift nodg geute bie ^leifdjerei mit ©dgantgauS unb 
Verberge oerbunben. $)ocg er roiU fie niegt aufnegmeit unb obgteieg fie ign bitten, for love of swete 
iesus and for oure leuedyus love, that bar the swete berne, läjjt er fie mit garten SEBorten 
an. tommt bie grau bagu unb rät igm, fie aufgunegmen, ba fie roirflieg ©etb gu gaben fegeinen!; 

fie gaben fegroere ©iinbcl an igren ©eiten gängen. ®a ruft fie ber ÜRegger gurüct: 

Clerkes clerkes cometh age, herberw ich habbe iyete 

Yif that ye wolle biggen of us to you eny mete 

Now crist of heuene it yilde the so - wel so he may 

And sende Nicolas the gode clerke for euer we doth hym pray ... 

SWan giebt ignen gu effen unb fie befinben fieg fegr toogl, fo bag fie (Sott unb ©t fRifolaS banten. 
S)ann begeben fie fieg gu ©ett, boeg beoor fie einfcglafen, oergeffen fie niegt, gu (Sott unb ©t. fftifolaS 


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38 


nochmals ju 6eten. — ®a läßt bet S<hläd)ter ficf) Don feinet grau ba* Seit holen, wa8 biefe bereit* 
willig tfjut, ba fic, wie e3 fdjciitt, if)n grabe,\u jttr 9J?orbtf)at verleitet hot. — ÄU et bann, nad) bet 
SOJorbttjat, bie 'Jafdjcn bet Sd)fi(er burd)fucf)t unb nid)t« finbct, ift et außer fid) unb mad)t feinet 
grau Sorwürfe, ba fie if)m geraten f)at, bie Schüfet ju beherbergen. Sie fudjt ihn ju beruhigen; et 
foH aud) teine gurdjt fabelt. Sie rät ihm, auS bem g(eifd) hafteten ju machen unb e* für Schweine« 
fleifch ju oerfaufen. — 3b« Söate rufen fie auf fcer Straße au*. 3 u fäßifl oudj ^tx ©ifdjof 
uorbei 2 C. ®ie Sßetfonen ftub fd^arf d^aratterifiert; bie grau als Setfut)terin, atS bie ftfigere, bie in 
jebet Sage ju helfen weiß; bet SJicjjgec Bettobt in feinem blutigen §anbmetf, boeb ebenfo wie bie grau 
gierig nad)®ewinn. Dec 93ifcf>of ift ihnen natürlich befannt; Stbftrnb unb Secwanbfcbaft mit 6. offenbar. 
$)a3 SerSmaß ift eine Saitgjcile mit 7 Hebungen in Reimparcn; entftanben ift bie Segenbe als ein 
$cil bet Vita beä St. RitolaS unb jwat im Scrbanbe bet großen ffiblidjcn Sammlung, bie ihre 
$jcimat in ©loucefter h J t. §orftman« (1881, XLIV) Bcrmutet, baß Bon ben ÜRöndjen nach einera 
gemeinfamcu f?lane gearbeitet unb gefammelt würbe; eS febwebte ihnen fdjon bet ©ebanle an ein über 
festivalis Bor. 2)ie Reihenfolge ift: 1, 3, 2, 11, 12, 13, 14, 15, 9b, 6, 9, 7; fobaß bie ST6t>ängigfeit 
Bon Johannes D. offenbar ift. $>ie lebten Biet gabeln etweifen fidj bureb ihre Reihenfolge unbeeut* 
flußt Bon SSace, bem fie auch fonft in ihrer SBahrung beS alten SeftanbeS unBerwanbt finb. 

11) Vincens v. Beauvais (f 1264) Spec. hist, hat Rr. 7, ebenfo wenig Wie 12) Jacob 
a Voragine (Gsrjbifdjof b. ©enua f 1298) in feine Leg. aur. Sincenj beßanbelt cap. 72: de 
tribus militibus, quos neci jam oblatos accurrens überavit unb cap. 73: Rr. 14. S. Reihen* 
folge: 1, 3, 2, 11, 12, 13, 14, 15, 9, 6, 9b, 5. ©4 fehlen: 4, 7, 8, 10, 16. — $ie Reihenfolge 
ift bie bcö Johannes D., mit bem einjelne Segenben (f. unten) auch im SBortlaut (nach Mombritius) 
fibereinftimmen. ®ie Reihenfolge 9, 6, 9 b, 5 finbet fich genau fo nitgenb wieber, am ähnlidjften in 
SEBace 9, 9 b, 6, 5. 

12) Leg. aur.: 1, 3, 2, 11, 12, 13, 14, 15 (Translatio) 9b, 9, 4, 6, 5. — 

13) 3n Ms. 1555 (a. a. D ): 1, 2 (+ Äinb in bet SBanne), 3, 4, 5, 6, 8, 10, 7, 9 b. 

14) lvent, rds. ye 814 (a. a. 0.) folgenbeS an bie franjöfifche Übcrfejjung bet Leg. aur. 
fich anfdjließenbeS Ditte de St. Nicolas: 

Les trois enfans resuscita 

Qui avoient este mis a mort 

Et les mariniers visita 

Sur la mer en grant desconfort 

En la mer plaine 

A haulte alaine 

11s reclamerent Nicolas 

Qui au besoing ne faillit pas. 

Reihenfolge: 1, 3, 7, ll r 9 b, 6, 11, 2, ©ebet. — Sn Bralion (a. a. O. II, 8). ©t. RifoIaS ift auf 
bem ©ege jum Concil nach Ricäa, a(3 ec bie brei Äinber enoeeft unb (II, 3); (Sin 9J?ann fdjidft 
feine 2 ©öljne nadj Sitten auf bie Untoerfität, unb befiehlt ihnen ben ©eg über SJtyra ju nehmen, 
um St. Rifolaä ju befudjen. — Stuch biefe gäbet Hingt an eine Shakespeare’sche Sragöbie an, 


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fDtacbetb; bie grau überrebet unb treibt ben 2 Jtann jut fcheufelichen Xbat; fie ift bie ftuge, bie wie 
bort ber ©efabr oorjubeugen weife. 9luch fennt Shakespeare St. StifolaS unb erwähnt ifjn 5 . 35. in 
The two gentlemen of Verona III, 1 : Launce, the clownisch servant: There (hält itjm einen 
©rief bin, an bem er, wie Launce oermutet, feine Ungebilbett>ett Oerraten wirb) and Saint Nicholas 
be thy speed! @8 ift alfo eine 93 e$ugnal)me auf St. SRifolaS, ben Patron ber ftubierenben 3 ugenb. 
gemer King Henry IV, Part. 1, II, 1 Gadshill: Sirrah, if they meet not with St. Nicholas» 
clerks, Hl give thee this neck. Chamberlain: No, l’ll none of it: I pr’ythee, keep that 
for the hangman; for I know, thou worshipp’st Saint Nicholas as truly as a man of fal- 
sehood may. @8 fid} um einen guten gang, ben G. machen will, wenn nid)t St. 9?ifola8 

ober, wie er fagt, St. ÜRitolaS three clerks bem Unglüdlichen ju $Silfe fommen. Shakespeare’s 
5fenntni8 Oon 9tr. 7 ift alfo erwiefen unb e 8 oereint fid) wof)l mit feinen fonftigen Duellen für 
SJJacbetlj, bafe er 3üge ber Lady M. üftr. 7 entlehnt. — ?tud) mQt^ifc^e Glemente au 8 ben Sagen oon 
©äumling unb ipättfel unb ©retel fönnett leitet in ÜJtr. .7 unb 9tr. 3 wiebergefunben Werben. — ©ine 
SBergleitfjuug ber Sefjanblungen, bie ber Stoff, 9?r. 7 unb für. 3, erfahren l)at, weift ber profaifd)en 
gröfeere 3luSfübr(id)feit, epifdje Sfleinmalerei ju, fo ben alten Duellen aufeer Leo Sapiens’ 
Encomium; bie poetifd)e ift Iptifd), unb oft, wie bie Antiphona (tefp. Prose) in Dumdril Poös. 
pop. lat. 1843 oon ed)t ffinftlerifchem ©eifte öefeelt. S)iefe !ircf)ltd)en 9?bptbmen (affen an ihrem 
fReim unb rl)pt(;mifcfeen 33au £>ict unb ba beutlicf) ihren (Sf)araftec al 8 Antiphona unb Responsorium erfennen; 
fo fdfeint Dumdril, Poös, 1847, S. 54, ein Sieb ju fein, beffen fRcfrain „Festum ergo pontificis“ . . 
oom ganzen S^ot intoniert würbe. 3 m 2 Rirafelfpiel erfdjeinen bie clercs oon antiker Änfcfeauung 
befeelt, wenn e 8 feeifet: Sd)on ift Sol mit ben Stoffen am Stranbe angelangt, unb 6 a(b wirb er 
binabtaueben. 

23a8 9tr. 7 felbft anbetrifft, fo bürfte ber S3organg ber fein, bafe mit §itfe oon 9tr. 3 
St. iRifolaS als Sd)üj}er ber 3ugenb erfd)icn, bafe bie brei 33ürger oon 3J?pra fid) oerjungen 
beim StuStritt au 8 Dem SSerbanbc, ju bem fie nur (ofe geböten, ©in weiterer Schritt War e 8 , fie als 
fabrenbe Spüler ju faffen, ber oon ben St. SRicotaS als ihren ißatron oerebrenben Clerks, ®id)tem unb 
Spielern, getban würbe. Sßace ift biefe ©tfinbung aus bem ©runbe abjufpreeben, als er bie gäbet, wie fd^on 
gefagt, mit ©eringfdbäfcungbebanbelt, aufeerbem a (8 jutünf tiger Canonikus wobl auch weniger erfinben, alSbaS 
gegebene biebterifdb behanbeln Wollte. ?lucb bie bid)terifdben35ebanb(ungen auSDumdril (1843 u. 1847) fennen 
fie nicht, ober liefeen fie als für firchtidbe ©efänge nicht genfigenb bofumentiert bei Seite; aus bem 
Unteren ©runbe fehlt fie audb in ben Compendien bc 8 ©rjbifcbofS Oon ©enua unb be 8 Aireben« 
fd)riftfteUerS oon Beauvais. ®afe man tbatföchlidb, wie febon SBace, fie mit 9tr. 14 im SDtittelalter 
jufammenOradbte, jeigt ber norbenglifche (§orftmann 1881, S. 13) 0 . 221—250: 


Ane opir tyme, omang his werkis, 

St. Nicolas saued thre clerkis 
Pat demid war by pe Emperoure 
To suffer dede withouten socoure .,., 


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v. 235. And bifeil on p&t same night 

Pe Emperoure pat pam had demyd, 

So in his slepe to him it semyd 
Pat a bisschop, richely arayd 
Aperd unto him and pus sayd .... — 

®anj Derfchwunben ift Sfr. 14 j. SB. im Ms. 1555, bem fpätaltfranjöftfdjen Sejt. 

Die Entwickelung Don 14 (unb 3) ift biefe in beit alten griedjifdjen imb lateimfchen Duellen: 
1 ) in Duelle A. F. S. 30, woju F. 38: Qui hoc et superius peripsema, septimo et octavo seculo 
sunt commenti.. cives eos Myrenses reor. Xeil babon oben mitgeteilt. 2 ) $$enn bie (Stählung im 
Martyrol. des Rabanus Maurus ed)t ift, waS F. 111 ftar! bezweifelt. Dubito autem an haec 
omnia e manu sint Rabani, qui in suo Martyrol. hac die, de solo St. Nicolas tanta rton 
poterat, nec debebat apponere. Anachronismen. S. aud) £>orftmannS §inWeiS auf Schwierig* 
feit in ber Äritif. F. 111 : Eödem die Natalis Nicolai Myrensis Ecclesiae Metropol. Episcopi. 
Qui temporibus Constantini Augusti, cum pagani et heretici tumultuarent et Ecclesiam Dei 
erroribus suis vexarent; adveniens illuc composuit errorem . . . Erat enira quidara Praeses 
ibi, nomine Eustachius, qui per cupiditatem pecuniae, multos Christianorum laeserat etc. 
$)aS gebt offenbar nicht auf bcn %ejc t A. jurttcf. — Unb R. M. bähe fidj boch als lird)* 
lidje* Oberhaupt möglichft genau an baS SidjerDerbürgte gehalten. — 3) Methodius, ber 
SOfetropolit bon (Sonftantinopel feiert St. 9fitolaS als ben greunb ber 9lrmen (Sfr. 3) 
unb ber befangenen (Sfr. 7) unb fagt: oüx iazi yxp, <£5 olp-ai, to v iv t(T xoapup 
martSv, i( oüj£ sup*v aurov £v xivSüvoi; ßoti&ov xal iv S-XbJ/eat Siatpöpot; iittxoupov. SBorljet er* 

Wähnt er feine jährlich wieberfehtenbe freier (!) npoXxp. 7 cet 8 s aöro; Sta tr; £t»i<tCou (j.vr,pa);, — unb 
fo feljr M. fich felbft getrieben fühlt, St. SfifolaS ju berehten, fo folgt er in feiner bithbrambifeben 
Cobpreifung hoch bem Aufträge beS gottgeliebtcften greunbeS aßet buten, Leon. (Sr betont beS 
St. SfifolaS cble Slbfunft, feine fdjon in früf)cfter SSugenb geübte fjrömmigfeit (= Sfr. 1 ) babei auf bie 
Übcreinftimmung feines SfamenS oerweifenb; barauf fcf>c ausführlich Sfr. 3. (Sr wirb ju ber eblen 
Üf)at burrf) feine f^rämmigteit getrieben: Toiyapoüv äxoüetv, aicrzep Soxcö, tov 8 -eoü Sti toü ftxxaplou 
rpocprTou Aaßtö (pavspw; Xiyovroj. ÜXoütov iäv per,, p.r, TCporiüeff&ai xapStav. 'OftoU»; 8s toü 
I IapoipiaaToü ipavepov SiSacxovro;. ’EXsTipiooüvat xxi iriorei; [iv\ ixXeiraToxjav iss' x<pxij/ai Se aüra? 
irepv T<p Tpa^riXw xai eüproa; x*P lv - — bott fehieft feinen (Sitgel (in Sfr. 3) St SfifolaS — 
iTtHtipwr« aürai ayy*Xov aya&ov, tov ü-etov Xiyw NixoXxov. — SßerWeiS auf Salomon. S)och auch 
ber S3ater bcrlangt, bcn (Sngel bottcS fennen ju lernen. — St. 9fifola3 heißt o tü; TptaSo; XaTpevri);.. . 
$)ann 97r. 2 (ausführlich), wobei befonberS St SfifolaS blaubenSbefenntuiS aufgefteflt Wirb, welkes 
baS wahre Dogma ber fiirdje betreffs ber 3)reieintgfcit ift unb nicht Don Sabellius noch Arius 3rr* 
lehre oetborben. Methodius entwiefeft eine eingehenbe ÄenntniS ber Sehrftreitigfeiten, trinitarifchen • 
fragen, f. ifur|} § 32, 1 U. ff. —: #104 i<pxvep<i>& 7 ] £v oapxl, dSixatojibi iv itveüpwtTi, <j 5 <pÖ 7 ) ayy£Xoi 4 t 
ixnpüytbi iv l&Ynaiv, imartodri iv xoapup, ivtXrfxh) iv — 35ann Sfr. 13, 3erftörung beS 2)iana* 
tempelS. Ähirj erwähnt 9fr. 12, als einer ber gäße, wo er ben $ülfSbebürftigen beiftanb, Sfr. 14 


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jieinlicp furj; beim ade SBett fennt ba« ’JSimbcv: xal yoüv oXftxxt (?) 5rr* aaf«cc ol xrv imytypaftfiAviiv 
ä'jtü ~pä^iv iLtTx yapi; £vd£ou avayivuicx.ovTt;, jiuat mit 9tennung bet ^etfonen, bodp opne Gt* 
wapnuug oder weiteren Umftänbe unb bot adern 14 a unb 14 b getrennt, fobag 9h. 7 fdjon pier bot* 
gebilbet liegt. Sünger mugten bie 3 SDfänner erfcpeinen, weit unbebeutenbet im SBergteidp ju beit 
3 gelbpertn. — Stu« .Methodius ftammt atfo bie bon 9h. 14. 9h. 14 et* 

jcpcint, wie St. 9iifota« felbft, al« burdpau« 6 e!annt. — 4) P. 50 ff. wepl twv vaorwv: 9h. 11 unb 
9h. 13, in bet Später betannten Raffung, äpnlicp wie e« oben erjäplt ift; nacp F. finb biefe beibctt in 
eine Sobpreifung be« St. 92ifo(a« berftocptcnen SBunber nicht bon Methodius, fonbem non Späterer 
©anb geschrieben, auch in anbetem Sii(. ®arin S. 55 wirb 9ir. 3 unb 9h. 14 angebeutet: c 
tt,; ffwippoauvr); üirepufjivnxoi üipTrpiTrp : o tov wapavofioüvrwv ffpoSpora-ro? hrmptiriTrp : o xciv 
«npco^avro'jpivcov rx'/yrxro^ iXeu&eptoTvi?... G« ift ein ©ebet ju St. 9hfota« unb nach P* 50 

Parcimen ergo esto, Qraeculi sequioris aevi hoc miraculum. — 5) P. 67 au« cod. 821, 

pag. 265. Überfep. „Pauca e rnultis narrabo vobis. Johannes quidam nomine... a tenera aetate. 
Sancto huic et Thaumaturgo advocato confidens Nicolao et eius intercessionibus defendi 
ratus, pretiosam eius Imaginem sibi comparavit etc. hobelt bon einem $re«bpter, namen« 
Ghristophorus, au« Mit.ylene, bet e« in bet ©ewopnpeit ^atte, jur Grimterung an St. 9Kfota« 
nacp 9Rpra in Speien ju reifen, um fein ©rabmat ju berepren, au« bem noch Det Gr würbe 

bon ben Arabern ergriffen, nach Greta gefepteppt, unb mit ben anbetn in eine 3 fache 83eute 
geteilt; bie einen fodten burdj’« Schwert pingerieptet, anbere in« ©efängni« geworfen unb bie 

brüten in Unecptfcpaft geführt werben; bet SßreSbpter jum Scpwert; in haftet ©efapr ruft 
er ju St. 9ttfo(a8, bet ptöpticp bot ipm erf epeint. $)er tpenler befiehlt ihm ben 9ladten ju 

neigen; ba« thut er, bodp bie Äugen auf St 9?ifota« geheftet. Stt« ihm bet genfer ben Äopf abge* 
fdptagen, ba gefdpiept etwa« Scprecflidpe«: ba« Scpmert fprang au« feinen ^»änben (bergt. 9h. 14 a) unb 
bet "lote ftept unbetfeprt ba. (xal l Ix£tyi; äßXxßr,; §ie<puXaxx£xo.) 2 )et Sßre«bptet erflärt bem et* 
ftaunten genfer ba« SBunbet. Sit« biefer bon St. 9?ifota« pört, beffen SBunbet et fepon lannte, 
fcpentt et ipn unb bier anbere bem SBunbertpäter unb fcpicft ipn in« 9iömifcpe Sanb, xal 7 tpö<; tA 
oixetx ßxSt^etv, Sia NixoXaov xcv xpi<;u.axxpa xapaxs^euopievo;. Toüxo xl; av a£(co; to ftaupa 
7t30<je^7iyraexat; irola pYiftöptov Seivoxr,;; r, wolx «piXocö^ptov ~~kox.r ,.. . @8 ift: 9h. 5, 9h. 14, 9h. 9 

in ein« berwebt. — 6) P. 69. «ßctru« pat getobt. ÜKöndp ju werben; botp epe et fein ©etübbe et* 
füdt, wirb et in einet Scptacpt in Sprien bon ben S3atbatcn gefangen unb naep Samara in ’8 ©efängni« ge* 

braept. — 'Ovxo; yäp avroü £v rf ~i\j. 7 rr, cr/bkr,, xal u.sxa cxpxxor£&wv Siaipoptov im Luptav airoaraXivTO?... 

Gt erinnert fiep feine« ©etübbe« unb feiner Scputb; ftept ju St. 9lito(a8, bet ipm breimat erfepeint; 
ba« britte SKal mit Spmeon, bet bei ©ott noep angefepenet ift, at« St. 9ritota«, unb fdptiegtiep ©otte« 
Vergebung erwitft. Spmeon paßSov ^puooüv pLexa^eipi^opisvo;. E’^ou3 xt xal KtSapiv xal ’ ETOfjitSa 
7 repißtß>. 7 )p(ivo{ (?) — Gt berfpricpt, fein ©etübbe ju etfäden. Spmmeon betüprt feine geffetn mü bem 
gotbenen 3weige unb biefe gteüen bon ipm wie SBacp« not bem geuet. St 9iitota« begleitet ipn noep. 

$etru« ift fiep junäepft nidpt Hat, ob niept ade« ein Xtaum, et befinbet fiep augerpatb bet Stabt unb 

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St. SiilolaS fCrfjrt iljn in einen harten, wo ei ^fiepte pflüden foff. 3n Griecpenlanb berläfjt ei ipn ( 
unb fßetruS manbert loeiter nad) SRom. St. SiilolaS aber erfd^eint bem ißapft unb bereitet ihn auf bie 
Slnlunft beS IßetruS bov. 3tlS bet ißapft in bie Äircpe tritt, eS ift an einem Sonntag, muftert er bie 
SDienge unb cvlennt ißctruÄ unb ruft itjn n£xpe, 6 ini rpaixla; IXyiXuö«; unb erflärt ihm, wie er 
feinen Siantcn tuußte. 2>ann erhält er bie SEonfur. — GS finb wieberum Glemente bon Sir. 14.» 
Sir. 5, Sir. 2. — 3 um ©c^tu§ allgemeine Betrachtung über €t. SiilolaS, ber ben Seeleuten, ben 
Sieifenben, ben llnglüdlicpen, ben Gefangenen beifte^t. Schüler ber SBitwen, SBaifen unb Äranfen. 
ÜDZit ben greubigen freut er [ich u. f. to. unb überall ift er gegenwärtig in 3nbien, Britannien; ja auch 
ben Slnbrang ber Barbaren hemmt er. Gebet. — 7) P. 75. ®aS herrliche ®ebet beS ÄaiferS 

Leo VI, Sapiens. 3- B.: Oüy oOtco; yap ^>'>x v0 ? ^~' 1 xe&sl; IaJ/tiXt xxl Bix^pöcto <po>x{£ei 

xrv tt,' vuxxö; äf5>.e<J»lav, w; m ye rcpoWv £~l xov öpovov wro Xpurxoü xoü iXrJhvoü ipojTo; 

avaxe&d;. .. Bergleicp mit Abel, Enos, Enoch, Noe, Abraham, Isaac, Jacob, Job, Joseph, 
Moses, David (c. Goliath). Oi» p.ovov <5e tootwv, iXki xal tov Xpicxoü p.adT,T<Tv, ot? r, yapt;, 
xal ä>,r,{>ei3C xo voaixov xal Gxr.voiSs; Sta~£Taaaca' irepiS^peov tt? aX/iS-ou; £v Trveupwm Xaxpsla?, 
ivaxapirxei; xpavw; ripäv t* pw<iTr,pix ...(?) — ®ann Dergleic£|t er ihn mit bem Sanbmaun, 
bem Baumeifter, bem Solbaten unb fragt, ob er il)n Gottes Gngel nennen füll — ermähnt auch 
feine Kämpfe gegen Arius unb Sabellius. darauf Sir. 14 b. Bergleich mit Abbacuc. Sir. 11, 

Sit. 12, wobei bie Gabe bon 3 golbenen 2J)a(etn Au, xal ^pualvou? xpeti;, ti; L Xöyo? . . . 

(= ein Glement bon Sir. 3); barauf Sit. 14a £^oupeTa&at &s xal (juaupowj opxyrif xoüj 

£f/.7rixxovxx? — fein Äampf gegen bie Biarcioniften (Äurp § 27,11); feine Berfühntichfeit bei anbeten 

Gelegenheiten. Sobpteifung bon SJZpra, bie einen folgen woipurv unb wpoaxdxTK gehabt SBieberum 

Sir. 14 b bie Xraumerfcpeinung. Seine SJlitfämpfer unb fieuepten ber 2>reieinig!eit: Crescens, Dios- 
corides, Nicocles. Stufforberung jur Würbigen prunflofen geier beS — Berurteilung beS Ge* 

prängeS peibnifcher 3fcffc- — ®) P. 86. Metaphrastes. S. 89 Sir. 3. ®ie Sl6|i<ht beS BaterS, fich unb 
feine Töchter ju ernähren. ®er Bater weint bor fjreube über baS Golb, wie in Methodius. Gr erflärt, 
wie ber Bater St. SiilolaS erfennen tonnte! oüSe yap xwv «crpu>>v oüxo?, 8i« xrv apexrv r,v, xal xo xoü 
yevo'j; £m<pav£«. S. 98, bie 3 gotbnen Gaben ber Jlornfcpiffer Sir. 12 unb 3. Starauf Sit. 14, aus* 
füprlich mit ben Ortsangaben bon SDipra Leo, Kaxa xoü^ xaXoupivoo^ Ato<ixöpou{ £v xf 7c>.axela. 
Bgt. bie Grjählung bon DueQe 1 P. 30 ff., woraus biefe genommen unb bon Metaphrast nur wenig 
beränbert, einiges fa(f<h gelefen ift. Seine Äopie; ausführlich erzählt bon S. 98 bis 104. — 3>aS 
ganje trägt mehr ben Gparatter einer vita, obgleich «uch mit zahlreichen Grmahnungen gefpidt; eS ift 
eine Berbinbung bon einzelnen SBunbem aus Sir. 17 unb Methodius. — 9) P. 112. Lipomanus 
S. 242 verso Johannes Diaconus, Sir. 14, nicht abhängig bon Methodius, bagegen Wohl bon 
QueQe 1; boep auch Johannes erfdjeinen bie btei ÜJiänner bon 14 a (nach Lipomanus) fdjon 
als tres iuvenes milites; in platea Dioscori übereinftimmenb mit Metaphrast, gegen F. 31. 
2)ie jürepe h^feL ecclesiam martyrum Crescentii et Dioscori; bei Metaphrast: Rpsoxivxo; /.a\ 
Ato<ncoplSou; Duelle 1: Kpeoxivxo; xal AtoaxoplSou;. G)arauf naep Birra; Metaphrast: iropa xov 


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B-npav; Duelle 1: ei? tov x«>.ou(tevov Binpav. 9tudj beit ©inWurf, baff ja Eudoxius unb Simonidcs 
baran fdjulb feien, beantwortet ©t. 9fifolad wie in Duelle 1 gegen Metaphrast: 9fid)t biefe, fonbem 
(Mb unb ©ilber finb baran fchulb. — 3' u ifd)en Lipomanus unb F. 119 ift folgenbed SBcrhältnid: 

Falconius: Praeterea, cum in Phrygiae partibus, quaedam gens, cognontino Aitai- 
phala, seditiosis machinationibus nixi, a Constantini Caesaris imperio descivissent, confestim 
idem Augustus, tres militiae Principes (quos Dolopes, Stratilatas vocant). 

Lipom.: Praeterea cum in Phrygiae partibus gens, cognomine Artaiphala, seditiosis 
machinantibus viris, a Constantini Caesaris Imperio discessissot, conlestim idem Augustus 
tres militiae principes, quos Dolopes stratiles vocant. 

Dodj geben bie beiben Dejte an einzelnen ©teilen üoUftänbig audeinanber unb ed ift nur bet 
©ang ber ©rjählung ungefähr ber gleiche; bie 9famen äubem fid) auch- Eustachius (Lipom.) — 
Dac-ianus. F. giebt einen collationierten Dejrt aud feinen beiben !jjanbfd)riften unb' Liponmnus, 
f. Sipomanudaudgabe ift nicht bie hier oorliegenbe. — 

9tud bem SDfitgeteilten ift crfidjtlid), luie 9fr. 7 entftanben ift: Trennung in Methodius, 95er- 
juitgung in J. Diak.-Lipoman. darauf bie 9fbhtf}men in Reliqu. Antiqu. unb fcljlicfjlicb im 
fpäten 9)f. 91. SöieberPcrbinbung im norbenglifchen Dejt. 9k. 3 crfcheint boHfoinmen entwicfelt in Me¬ 
thodius, ber biefer ©efchiclfte einen ©hrenplag juweift; ba er bad ältere 9fr. 14 nur leichthin ftreift, 
lag iljm ber SBert ber 93cl)anblung wohl in ber 9feuheit. Leo VI beutet nur bie breifache golbcne 
©abe an in 9fr. 12. Metaphrast ausführlich; cbenfo Johannes (Lipom. 239 verso — Momhritius), 
ber jroar Methodius jut SBorlage gu h a ^ en fc^eint, ihn aber ganj frei behnnbelt. Die Dbränen fliegen 
auch bei ihm unb jwar jum IBewcid feiner greube für ben äefer. ©r folgt ein längered 3®>egc}präch 
bed ißccfajferd mit bem 93ater, Wobei beffen Dank unb £>anblungdWcife ind fc^ärffte Sicht gefegt wirb; 
fehlt in Methodius. Johannes D. 91bficht ift, bie gabeln bed ©t. 9fifolad aud feiner tl)co(ogifchcn 
Deufweife ju erflären unb fic mit ben ©toffen ber heiligen ©chrift ju butchbringeit. Dabei gelingen 
ihm aderbingd auch SScrgleidje wie ber folgenbe: Sacob unb Saban mit ©t. 9fifolad. Die abgefchälten 
ÜSeibcnjweige, um alled Oerfchiebene ju erhalten bort, h* et bie oerfeijiebenen greuben bed §imtnc(d. 

II. ©ng oerroanbt mit 9fr. 14, 3, 7 finb 4, 5, 6, 10, 11; überall Ijanbelt cd fi<h nin SHaub 
ober ißerfchwiuben, brohenbe Dobedgefahr eiited Äinbed ober Sünglingd unb bie jauberf)üftc Sfcttung. 
Die ©ntwicfelung Oon 9fr. 5 unb 9fr. 6 hat manche ©djwierigfeit für bie Unterfudjung. ©ie hat 
Weber Methodius noch J°h- Diak. jum 91nfangdglieb. — 1) Methodius, F. 49: öppavwv r.y.'vr,?, 
aal yypwv wpoasTridTr? Seixwjxsvo:. — SSietleic^t ald Slnbeutung ober empfunbene 8liefe im SBnnber* 
bericht. — 2) 9taf)e üerwanbt 9fr. 11. F. 50, Ilepl twv va-rc-uv. ©r crfcheint ben ©chiffem, bie nahe 
baran finb ju ertrinfen; fie erfennen ihn in ber Äirrfje wiebet. Dad ganje F. 50—55 ift eine 
Üßrebigr, ber bie 2 SEBunbet 9fr. 11 unb 9fr. 13 ju ©runbe gelegt finb. (9ficht Pon Methodius, Wohl 
aber in bcrfelbcn §b. bcfiublich-) — 3) F. 57, Ilepl A7i|/.r)Tploi> toü Ixpvpbnoi ev t? &x~kiaart = 9fr. 6. 
Demetrius Heimat Eleutherium, 9feife oon ©onftantinopel, um bad geft bed ©t. 9fifolad in Athyros 

in Dh rac ' en S u fetern. ©türm, D. fällt iud Ufeer, hält fich am Dmt unb hat nur noch Beit, i u 

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tuten: St. 91ifota8 ^tlf mit. $urd) unfidjtbare Äraft in fein §au8 getragen. Spüren oerfdjloffen. 

ÜRacfjbarn f)ören feine Stimme unb finbeit i()tt ttiefenb. — 4) F. 58 = 9lr. 5. Ilepl BaoiXetou toö 

aiyjj.aXw'i8£vro; (rzo twv ’ Ayxpr,v<7v x«l ■7-~£veyßtvro; iv rr twv Kpr,Twv vr,nu>. (Cod. Vat. 821): 
Ott bet ^mnblung: ’ Aypoixö: ti; twv t r,c oayxTix; olxoüvrwv rr,? rapzAtov Tüpwv. 91garenet ptiillbcrn 
bcn Tempel, wo bet Snabe Basilius mit anbern jur Kommunion »eilt Sn Sreta bem Amir jum 
©efdjenf gemalt. 2Bef)Hagenbe SDlutter. SJlädjfteö Safjr Seiet bcä St SJlifolaäfefteö. ©ebcH ber 
Jjjunbc. 9(u3 gurdjt bot ben Slgarencrn lüfcfjt man bie Campen au8. 3)a fte^t B. in 3(gatenerf(eibung 
mit einem Setzet im gimmer. 211$ et bem Amir ben Stecher teilen wollte, fei et ergriffen worben ?c. 
— 5) F. 65 (cod. 821) = 9?r 11, oom SDJörtc^ 91ico(au3. Sturm. St. 9lifo(a$ erfdjeint bem 
5D?önd£j auf bem ÜJleerc; oerfdjwinbet, Beruhigung beS Söleereä. — 6) F. 66 (cod. 821). Me&o&oo 
wepl ’ Iüiäwou toü iraxpo? avroü = 91r. 5 u. 6. (Sin Bilb be8 St. 9lifola8 (= 91r. 9) wirb oon if>nt 
Oeretprt. Sturm bei Autandros ober Branbung f)inbert fie am Sanben; fie ettrinfen. „St. 9lifo(a8 
hilf mit." ©ava-ros xal fjuftö; tov avSpa xzTepiepwavTo. ,'pi(fe be$ St. 9lifoIa$. — 28aö finb ba* 
gegen: TI p.oi 7 rpo$ towtx Mwca'ix.« TEpaT 0 ’jpyr,i 7 .XTa, r, ' I IXtou xal ’ E>.icaalo’j Ta 7wAu8-püXX7)Ta 
■9-aüp.aTa; tooto, i;.6vo$ Xpioxo; £xeSe«;aTO, o tov ’lwväv £x tou xtitoo; pjijxpxvos xal IUxpov 

tov xopvxpxtov tw B’jfl cp c «>.ü> xaTX77ovro'jp.Evov. — S)iefe ©rjät)lungen Hingen wie @mpfel)(ung?fd)reibcn 
für St. 9tifofa$. — 7) F. 67, f. oben — 8) F. 127 (nadj F. nidjt üon Joh. Diac., fonbetn fpfitereu 
$atnm£) = 9lr. 5. Ott ber §anbluttg: civitas Myreae. (Sin Sterbenbet befiehlt feinet grau, ba$ 
9lifola8feft ju feiern. $ie ©lütter frf)irft if>rc 3 ©öfjne an bie Stüfte, um (Sinfäufe jum geft ju machen. 
Sanbung bet Saraccnen. (Ergreifung be8 jftngften. 933et)f(agenbe ©lütter, 'Jroft bet anberen grauen 
unb (Erinnerung an bie (Errettung breict ©länner oom $obe. F. bemertt gaitj recht, bajj fie nod) 
nid)td oon 91r. 7 wußten; ba fie fonft bie ©lütter baran erinnert Ijätten. 91 nt ©ifolacStagc in ber 
Äird)e neue Befdpoörung beö St. ©ifolaS. Sie werbe tyrn feine gleichen ©oben an SBad)8 unb Öl 
geben; wenn fie aber bcn Sofjn wiebcrerhält, will fie bie ©oben oerboppeln. ®er geflogene Sot)n 
batte bie Sdjafe feines §errn ju f>üten. Seine SBitte ju St. SfifolaS; unb (Erinnerung an bie juyeues, 
jam sub ense depositos. Libera me, Christe . . ., qui liberasti tres pueros de camino ignis 
ardentis et filium viduae a vinculo mortis solvisti. ®a erfdjeint i^m ein (euc^tenber Jüngling. 
(Sr wirb am $irdjenportal niebergefc^t. — 9) Mombritius, p. 171, Lipomanus, p. 246 verso 
• (Joh. Diak. untergcfcfjoben). 91t. 5. Cethron baut mit Reliquie beS St. SJfifola« Sitd^e in Exco- 
randa. Seine ©attin Euphrosina. Sc^müefung bet Äitdje mit golbenen Sfränjen infolge bet 
SBJunbetwirfung bet ^Reliquie, ©eburt eine« Sol>neS = Adeodatus (= 91t. 5). Änabe 7 3af)t alt. 
IDie 2(garener (f. 4) berauben bie ftirdje unb ben Knaben. Seute beS ÄönigS Marmorinus. 2Me 
(Eltern fueben ben Knaben. Scf)mer^ ber äHutter ausführlich unb mit tfinftlerifd)em Sinn gefebilbert. 
2Dieberfef)r beS SRifolaStageS. Cethro erinnert an bie SBunbet beS ^eiligen: Befreiung bet 3 Un* 
fd)ulbigen oom Strange be4 l Jobeö unb oom 3 0V1IC beö ÄaifetS (Sonft. — Sn bet Stircf)e bie flefyenbe 
9J?utter, bie ,'päubc ertjoben. Bereitung beö 9)lal)lc^ für ©eiftliche unb 91rmc. „Sacerdotes vero et 
levitae simul omnes caneie emperunt horas ad laudem domini et beati confessoris et 


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episcopi.“ (©. bie ©nleitung Wr. 1.) — Äöntg oon ©abplon unb Adeolatus: Stuf bie Äfage 
beg Knaben: warum feufzeft ®u — unb bann: wer fönntc 3)idj mit entreißen, folange unfet ®ott mit 
97?ad^t übet 1)idj giebt. 0 miselli quid vobis prodest ista cogitare: cum ego vos apud me 
habeo? Et quis est qui de manu mea vos tollere possit, quamdiu deus noster vult ut 
vos habere debeamus. Fer mihi bibere . . . Wlg er beit ©edjet nimmt 3um Jranf unb mit 
Saffer if)rt jituor fpülen mit! (ogl. Wr. 6), ergreift St. Wifolag it)u beim Schopf unb bringt it>n feinet 
©lütter jurütf 9D?an finbet i()n außerhalb bet 5iird)e mit bem ©cdfer in bet §anb, worin noch bag 
Saffer. — ©fan fragt il)n nach feinem Warnen. — ®amit ftimmt faft wörtlich Vincent. Bellovac. 
XIII, 79, 80. — 

2>ie Elemente bet beibeit Wr. 5 unb Wr. 6 fiitb: 1) Waub ober Ertrinfen eineg 3üng(ingg. 
2) Sicttung burcf) St. Wifolag 3) ©eref)rung beg .^eiligen. 4) Wieberfefjung beö Erretteten an bet 
Älrdfe. 5) ®er Jüngling ein Wefdjettf beö St. Wifolag. 6) Stiftung eineg foftbaren ©edjerö. — 
®ie Weitung gefrischt in uerfc^iebener Seife; eiitroeber erfdfeint St. Wifolag auf ober in ben Sellen 

beg ©feereg; er läßt bie Selten fid) beruhigen ober entfuhrt ben ©trinfenben ober ©eraubten übet 

bag ©feer. 'Sie ©erehrung beö .^eiligen gcfdjietjt in einet it>m gemeinten unb mit einet Weliquie 

botierten Srirdjc. $>ie Eltern entrichten eine regelmäßige ©abe non Sad)g unb Öl, bewirten bie @eift* 

licken am St. Wifolagtage, wohnen ber ©feffe bei. SDie ©eiftlidjen feiern ihn außerbem noch in ben Horen. 
Stiftung einet befonberg foftbaren ©abc, unb ihre ©ertaufdiung mit einet anberen etwag geringeren. 
— ®ie Entführung ober ber Stob ift a(6 ein Siebernehmen eincg ©efdfenfeg ju betrachten unb ju 

betgleichen bem Sieben, wclcheg wie ein ©cfdjenf beg £nmmelg bem ©fenfd)en wiebet genommen wirb. 

Eg ift unabweiötich, baß wit hier neben ber einfachen ©eobadjtung 00m Stöbe bie antifen Sagen bom 
Waubc beg geliebten ftinbeg wieberfinben. 3n bem ftönig bon ©abplon, bem dürften ber SIgatener, 
ift Pluton gezeichnet; in ihrem Schmerz tritt auch hi cr einzig bie ©futter h ert >or; man [jat t)ieir bie 
Freiheit fallen laffen. $cr Ort, wo bet Waub gefehlt, ift auch hi et bag Ufer beg ©feereg, ober auch 
bie ftitdje felbft; wenn auch Plutons Sifc in bet Stiefc bet Erbe ift, fo wirb bodj gelegentlich auch 
bet Okeanos alg folchet genannt. S. Preller-Robert, 0. 758, unb bie Eleufinifchen ©fpfterien, 

S. 786, unb bie anberen ©fitteilungen übet ben Ort ber Unterwelt. Preller-R., ©. 812. Odysseus 

fdhifft übet ben Okeanos, big et an eine niebrige Snfel fomint, wo bie Ipaine bet Persephone unb 
bag Ipaug beg Aides, alfo bod| bie ganze unb bie wirtliche Unterwelt ift, nicht etwa blog ein Eingang in 
bie Unterwelt... ?tudj bag Seben in bet Unterwelt, ©. 820, woju hier bag ©fahl beg Äönigg ju 
oetgleidjen. So erfcheint ©t. Wifolag alg ein mäctjtiger Heroe, bet in bag Weich beg ©djweigeng 
hinabfteigt, wie ein Herakles, Orpheus. 

®iefe Elemente finb unfdjwer an Wr 5, 6, 11 wiebetjuerfennen, aber hier nicht meßt Pom 
antifen ©eift burchbtungen, fonbern Erzählungen, bie wohl noch auf ben Snfeln beg aegaeifchen 
©feereg unb an ber fiüfte gepflegt, jebenfallg aber oon ben belehrten gelefen würben, ©ie haben fich 
ciitcg neuen Heros bemädjtigt, neben ©t. Wifolag, auch beg St. ©eorg, f. F. 58 (Menolog. 
üraecor, 23. Slpril). ©01t Leo VI. sapiens wirb bie Sage oon 2)anicl unb Jpabbacuc zum ©ergleid) 


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erwähnt, P. 78. $)odfj aud) bet Mythos toon Ganymed fc^eint wenigften« äußerlich für 9h. 6 
(Slemcnte abgegeben gu haben. S. Preller-Robert, S. 499. „9iach II. Y. 233 ff. roar et ein Sof)n 
beä Tros, beit bie (Söttet lnegen feinet Sd)öul)eit bec @rbe entführten, bamit er bem Zeus aU 3Runb* 
fcheitf biene nnb immer unter ben Unfterblichen weile." 3)ic Sage war befonbctö in KL9lfien unb 
auf bet SSnfel Kreta heimifch (f. Strabo XIII, 587), non weichet leitete» auch bie gewöhnliche ?(uf= 
faffung bc3 Ganymed als beS ßieblingölnaben beö Zeus im erotifchen Sinne beS SöorteS abgeleitet 
wirb, „9luch ergäbt man, bajj nidjt Zeus, fonbern Minos ober Tantalos il)n geraubt habe". 
Preller-R., S. 18, behauptet, baß bie alten 3J?ht()cn fid) gwar bis an bie ©rcngen be« §eibentumS 
unb bet alten 3Kelt fortgefe^t haben, aber immer aus bev öorliegcitben Sitteralur, nie auS ber Sßolfö= 
fage, bie längft nicht mehr beftanb, genommen waren. Stoifer unb 9hnplatonifer bebienten fich ber* 
felben, um ihre eignen jtljeorien in aöegorijche 93egicl)ung gur nu>tt)ifc^en 3eit gu Hon; auch bie 
Kirdjenöäter notieren fie, Umftänbe, bie auch für bie @ntftc()ung biefer fabeln in Dicdjiiung gu giehen 
finb. 3n Johannes Diak. fowie Leo VI. S. unb fouft werben bie altteftamentlichen Figuren be= 
fonberS gur Sdpitüduitg unb Deutung benufct, oft nur mit ber gcfuchteften 93egiehung unb gunteift 
offenbar, um bem SSerfc babutch einen f)öh eren 2® ert g u geben. 

So ober ähnlich mag bie Sßergierung unb ?lnfpielung in ben älteren Söerfcn twllgogcn gc= 
fnnben werben, wcldjcS gu betrachten hier feine $eit noch 9iaum ift. 

®ie gortfe^ung im fpätereit SDiittelaltcr unb Dccibent ift folgeitbc: 9h. 5 — in SBJacc (Ms. 
902, 0. 923—1068) ergäbt nach bem SRombritiuSfchcn “Sejt: Getro, Eufrosine, Escordance 
(Delius a. a. 0. Alisandre). ©efpräch beS KöitigS mit bem Knaben wenig üeränbert. — Wright: 
Early Myster. (a. a. 0. p. 15), 4 SOiirafel, nach bem 9WouibritiuSf<hcn “Jcjt, Coussemaker Dram. 
Liturg. mit “Koten, @. 123 ff. Marmorinus, Excoranda, Getro, Eufrosina, Adeodatus. 1. Scene: 
König unb feine Solbaten. 2. SRaub beS Knaben. 3. König unb Knabe: Streit um bie größere 

Sliacht 9fpo0oö ober beS ©hriftengotteS. ®et Knabe fagt g. 95.: 

Deus tuüs mendax et mälus est; 

Stultus, cecus, surdus et mutus est 
Talern Deum non debes colere 
Qui non potest seipsum regere. 

Rex: Noli, puer, talia dicere 
Deum meum noli despicere 
u. s. w. 

Über btefen 102i(6net f. ©rö6er, ©vunbrtfj II, 26. 4. Euphrosina unb 6()ot ber roefjffagcnben grauen. 

Euphrosina: Qui salvasti multos in palago 

Et tres viros a mortis vinculo . . . 

5. Sn bet Kirche. ®ebet bet SKutter mit erhobenen Ipänben, fie menbet fich an ®ott unb hofft, baß 
St. 9?ifolaS für fie fprechen Witt). “Sann geht fie nach §onfe gut Breitling beS 9Mahlc$. 6. 9Wahl 
beS Königd. ' 

Rex: Heu! Miselle quid ita cogitas, 

Quid te juvat cordis anxietas. 

Nemo potest le michi tollere. 


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7) ©ot bet Äirdje. - - Jjegenda aurea: Slgarener (franj. Überf. les Garenez, fef)It in SGBoce). @8 
ift eine berlürjte äBiebergabe naclj bem unwcrfalgefd>id>tlidjen ©runbgebanfen be8 ganzen SEBerleä. 3)ie 
franjöfifdje Überfettung bietet einige? Sntereffe, burdj it>te ©erftümmclung alter formen (reuendras 
für remendras = remanebis). 3)aju jurn ©djlufj: Et Ion dit aillenrs que celuy iouvencel 
fut ne de normendie et alla oultre mer et fut prins du souldan et le faisoit batre devant 

luy treffort souvent et.et adoncques sendormit: et quant il sesveilla il se trouva 

en la chappelle de son pbre. Baratt fdfliefjt fid) ein Ditte, nidjt jur Leg. aur. gehörig, worin 
92t. 6, bodj nidjt 9fr. 5. — Sifjniicfyc (Srjäljlungen waren im Umlauf: ©. Bulletin de la socidtd 
(f. oben) Ms. latin du XIII s. Bibi. publ. d’Alengon 9fr. 19. $)orf St. Pierre, Dicecese oon 
Rouen. Hugues erbaut bie Äirdje non ©t. 9fifota8 roiebet auf. $>afür ©rabftätte üot ber ftircf)en= 
tt)ür. ©tirbt plötjlid) in Gonftanj auf bet 9feife. ©eine grau ift untröftlidj unb jault auf ©t. 9filola$. 
5)a erbebt er fid) unb fie reifen in bie Heimat, wo er an bem üorf)et beftimmten Xnge, ctfte 9Bod)e 
be8 9Wai, ftirbt. — ©. Catalog. Codd. Hagiogr. Lat. Bibi. Nat. Paris II, 405, Append. ad 
cod. 5368, Libel. conscript. a quodam monacho Beccensi. — ©tirbt am Lacus Losana. — 
Ribadeneira (a. a. 0. III, 7 u. a.) Port ©t. 9fifola8 bei 9fanct). ®er Sfitter au? bem ^eiligen 
fianbe. 3)er ©afriftan finbet i£>n öor ber Sirdjentf)ür. S)ie Setten be8 (befangenen löfen fid) toon 
felbft. Procession „de l’esclave“. — 

9fr. 6. Wright-Halliwell Reliquiae, p. 201. 

Quidam pater familias multas habens divitias 
Erat solitus pergere ad limina ecclesiae 
In qua corpus sanctissinii humatum jacet presulis 
Atque quotannis debita persolvere munuseula. 

©efdjreibung be? 1. Setter?: 

Uniones cum juspide auro miscet Arabiae 
A Salomonis tempore vix fuit opus simile 
Factum est vas aureum cuivis regi congruum 
Lapidibus circumdatum mirifice compositum. 

®ein ©olbfdjmicb gelingt e8 jebodj nid)t, fobiel 9Mül)e er fidj aud) giebt, ben jweiteit ©ed)er 
ebenfo fdjön ju machen Wie ben erften: 

Ille dat f iste recipit, cepto insistens operi 
Laborare non desinit et tarnen nihil proficit 
Instrumenta deficiunt naturam perdit obrizum 
Velut vitrum per fragile gemmae ruunt ab opere 
Gemens magister propriam nil valere industriam 
Simul in unum colligit, aurum gemmasque reddidit. 

darauf gef)t bet SDfann mit grau unb ©olpi auf bie 9feife ju ©t. 9fifola8 unb nimmt 
Diele Wiener mit. 

Sed cum foret in pelago, pater petit a filio 
Ut predictum vac(s) capiat sibique potum tribuat 
Gurrens puer quam totius, arripit sciphum promtulus 
Quem priusquam miscuerit refrigidare voluit 
Qui cum in aqua tinguitur, de manibus elabitur 
Sed cum cupit retrahere simul ruit in equore. 


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48 


Sn ber ftttdje beS ©t diitulaö: 

Tandem post multas lacrimas oitert ingrata muncra 
At gloriosus pontifex indignans tali munere 
Mox ab altari reppulit quicquid miles apposuft. 

@et)r fernen erfennt bet £>err, waä bet ©runb beä Unwillen« be« ©t. 9?ifo(a« unb 
feine« fdjweren SBerlufte« ifi. 

Tune res aperte cleruit (paruit) qua propter infans perfit 
Qui tenere non poterat sciphuin quod pater vovernt 
Dum in sacris solemniis festa peragunt populi 
Et sua infortunia plangit pater familias 
Ecoe puer ingreditur sciphum ferens in manibus. 

Jet ©erietjt bc« ftuaben, nacf)bem bet ^Öater fidj öott feinet freubigen ©iregung. bie tyrn bie 
Sprotte unb alle Jtraft benommen ^alte, erholt b<h: 

Infit ille, cum cecidi, senex mihi apparuit 
Venustatis angelicae in veneranda spetie 
Cui ut mater piissima tenuit inter brachia 
Michique sciphum tradidit et dixit: ne timueris 
Qualiter me eduxerit de tarn magnis periculis 
Egomet ipse nescio sed mirans adhuc stupeo 
Hoc unum tarnen recolo, quod educto de pelago 
Ductor ostendit semitam ducentem ad aecclesiam. 

Slud) ©röber (a. a. D. II, 1, 175) toerweift auf Antiqu. reliqu. al« ^»anbfe^r. be« 10. Saljt* 
bunbert«. 9?acb SBace (Delhis 0. 804—923, Ms. 902 ü. 803—922) würbe 9lr. 6 etjä()U; bie beiben 

Hss. Weichen in einigen fünften (vessel dargent, vessel dor, — cest hom manoit juste la 

mer — ultre mer) bon einanbet ab. Jie Sltern waten bem ©obn nadfgcfptungen, wenn fie bie 
©Ziffer nid)t barait ge^inbert hätten. — 

Vincenz v. Beauvais (+ 1264) Spec. hist. XIII, 76 ift in ber 2. Raffte mit Reliquiae 
antiquae (10. Sabrbunbert) oerwanbt. ©3 mögen beibe Slutoren hierfür biefelbe Duelle gefannt fjabeit. 
De Puero cum vase in mari submerso et patri restituto. Anfang wie SSace; ba« foftbare 

©efäfj, woju er ein Talent ©olb bem funbigen ©olbfrfjmieb gegeben l)at, wirb betrieben. Etiam 

variis gemmarum ordinibus mirifice decoravit. . . Jet jweite 23ed)cr gelingt nidjt nad) Sßlurtfd). 
Artifex aurum tulit et saepius fundendo et tundendo, nulla tenus secundum veile suum, 
aliquod efficere opus exinde praevaluit. Quod cum viro retulisset, ille in sua cupiditate 
permanens decrevit illud aurum et gemmas sancto pariter deferre Nicolas. St gefyt mit 
grau unb ©oljn unb grofjet Jieitcrfd)aft ju ©djiff unb befiehlt an einem Ijcifjcn Jage bem ©oljn, 
benn nur ifjm unb feinet ©ema^lin war e« erlaubt, ben Ü3ecC>et ju berühren, SSaffet ju fc^öpfen. — 
ÜRad ) beenbetet fjabrt eilt ber 33ater auf ben ©tabbügel be« §eiligeu (ad tumulum sancti). Kl« et 
©olb unb ©belfteine auf ben Slltar legen will, wirb bie ©abe jurüefgewiefen — unb jwar nur einmal. 
Jet 23ater befennt unb erlennt feine ©ebulb; ber ©obn erfebeint. ©eine ©rjäblung bon ber SRettung 
bureb einen'ebrwütbigen ©rei«, ber ibn geftüfct unb an« Ufer getragen uub ibm ben SEBeg nadb ber 
Äircbe gezeigt b a & c - — Einige Übereinftimmung unb 83erwanbf<baft f^eint jwifeben SBace unb 


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Legenda aurea 311 hefteten. Leg. aur. (fran^. Überf. 9h. 11 , 3 *tte 452—488) lägt ben Sater 
Den (Entfcglug eines ©efcgenfeS jwar erft uac£> bei ©eburt beS SogneS faffen, »obon SEßace nichts er* 
Ȋgnt, unb ben jmeiten Seeger bem erften gleich fein (et en fist faire ung autre de teile valeur), 
ttägtenb äßace ben llnterfcgieb beibei etmgermagen betont, bet jtoeite Seebet »itb aber bei beiben btei* 
mal ohne (Erfolg auf ben Ältar gelegt, unb ber gerettete Sogn erjägtt auSbrüdticg in aller Äfirje, bag 
St. SifolaS ign gerettet bat. — $1(3 6 . Seifpiel ber ©eftaltung biefer Sabel fei noeg ber fibeugßfege 
5£e|t (Delius, Laud 108) erwägnt. tiefer jeigt »ieber, »ie j. S. bei ber Adeodatus-gabel, bag 
(Englanb biefen Stoffen eine gan* befonbete Seganblung bat p 'Seil »erben laffen. 2)ie alten (Elemente 
»erben neu umgegoffen. ®ie Sitte um einen Sobn fuegt ber Sater bureg Sergeigung eines foftbaren 
©efegenfeS einbringlicber p machen. Sacg ber ©eburt beS SobneS lägt ber Sater einen golbenen 
Seeger anfettigen. S)er »eitere Serlauf ift bet belannte. tlucg wirb »ie in SEßace ber Seeger mehrere 
Wale auf ben Slltar gefteüt. ®et Sater bittet St. SifolaS, biefen Seeger anpnegmen, ba ber anbere, 
»ie er »iffe, mit feinem Sobne in ben gluten feil liefen mag ber Sogn felbft igm barbringenI 
Äaum ift biefeS SBort gefproegen, fo erfegeint ber Sogn. $)a befennt ber Sater feine Scgulb unb 
Seue unb St. SifolaS ergält beibe Seeger. ®er Sogn erjäglt, bag ber Teufel ign ins SEßaffer jog, 
„the fend me hente in the water", unb ein egtwärbiger Warnt trug ign Dom SEßaffer gerauf unb 
»ieS ign naeg ber Äircge. 'Skt Sogn erinnert ben Sater an feine Scgulb. S)er Sater erflärt, er 
»erbe eS nie »ieber tgun unb bittet ign um Sergebtutg. (ES mag »ogt an ber Sabel felbft liegen, 
bag fie in ben §änben beS gefegidten $iegter 8 niegt megr Sertiefung erfagren gat (ES »ar fegon 
ein 3 e tä en Don Unfreiheit, »aS ebenfo für SEßace gilt, bag ber Serfaffer Sr. 6 ber biegterifegen ®e= 
ftaltung für »ert gielt unb eS niegt als Scgog Don Sr. 5 erfannte. (ES »urbe mit in bie gewaltige 
Compilation aufgenommen, »elege in ©loucefter, »ie man Dermutet, fein Zentrum gatte unb ben 
englifegen jfatgebralen jener 3^* gleicgt, mit igren breitmäegtigen Sergältniffen, gleiegförmigcn Siefen« 
fenftem unb jaglreicgen $eiligenftatuen ogne befonberen StuSbrud. ©loucefter »ar um 1300 baS 
reiegfte unb funftfinnigfte Älofter im Sacgfenlanbe. — 3n ber norbengltfegen Sebaftion einer neuen- 
ßegenbenfammlung (Iporftmann 1881, S. 13) aus bem 14. Sagrgunbert gat bie Segenbe, »ie fegon in 
Legend, aurea fiegtbar, Dom erbauliegen unb fünftlcrifd)en (Egarafter faft niegtS megr aufjuweifen. 
SBie aueg Sranbl am a. a. 0. p. 649 ff. betont, ift ber Segwerpunft auf bie (Erjäglung gerüeft; 
(Elemente, bie niegt für biefe burcgauS notwenbig erfegeinen, »erben bei Seite gelaffen unb bie ®e* 
fegiegte auf 13 futje Seimpaare pfammengebrängt 3- ®- : 

He and pe coup both in pat stounde 
Fell in se — and pe fader swunde. 

$er Sater fegreit um $ilf« p St SifolaS auf bem Segiff unb fiege: 

Pe childe in pe se saw pai stand 
With pe same coupe in his hand 
To schip pai gat him in pat space u. s. w. 

3ur (Egarafterifti! ber 3^ ber biefe gewaltigen Sammlungen, bei §orftmann (1881) j. S. auf 
173 Seiten p ungefägr 80 SerSjeilen, entftanben, geigt eS bei Sranbl (a. a. 0., S. 649ff.). 

7 


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50 

„^leijfig ritten bie SRöncbe mit ihren fehleren ißergamentbänben über ba§ Saab, lafen SBunber btt 
Askese bot, malten um ihren (Beruf ben jierficbftcn ®olbgtunb unb ahnten toenig, meieren über* 
menfchlicben ?Tnfpräc^ett fte ftch baburcb fetöft audfefcten." — ®a 9h. 6 unb 6 toeber in Methodius, 
Joh&nnes, unb in bet iiHjurgifcf)en ©icbtung nut fpät (?) erfcljeinen, ift bet (e|teten Stellungnahme 
ju Johannes Diak. erjicf)tli(f)- Roman. 1875 jeigt ©. 9J2ebet ein (Bebet ju St 92ifofoS an, anglo« 
notman. (Bebidjt oom @nbe beS 18. SaljtbunbertS, Ms. 82, Trinity coli. Ozf. (£8 fcbcint ©.• 9R. 
feine 92acbnabmung bet bon 9J2one p. profaifcb- Stüde ju fein, 36 (BerSjeiten eutbaltenb: 92t. 2, 
92r. 7 (treis clers hunt regu la vie), 92t. 3, 92t. 5. 

St. Nicolas ki a Getrun 
Sun fiz rendiz que li larun 
Menerent en autre regiun 
Dunt tul remenas s&nz rancun. 

92t. 5 unb 6 gatten bet JKrdje beS 8. bis 11. SabrinmbettS fß t nicht ed)t; bagegen bat 92t. 11, baf 
©otbilb für biefe beiben eine einftimmige Aufnahme gefunben unb ben Stoff ju einet bet befonbeti 
beliebten unb tief empfunbenen Uompofitionen geliefert. 3Me (Jnttoidelung bon 92t. 11 in ben alten 
Duellen (F.) ift fcbon mitgeteilt fjür bie titurgifcbe Dichtung (Cantica ober Antiphon) ecfcbeint fie 
in Ozauam I, 1, 13, 12, 11, 14, 15; II, 15, 1, 3, 13, 12, 11, 14, für biefe Dichtung fi^rint eilte 
griedjtfd)e Duelle borjuliegen ober ihre ©pftenj befannt ju fein, fcbon citiert: 

Plaudet insignis tua plebs, Beate 
Grecia gaudet redimita festis 
Quod tuis sanctis meritis maligni 
Crimina quassat 

Omnis devota Grecia 
Magnis plaudet tripudiis 
Alumni quod et presulis 
Decore splendet nobili. 

2 ) Daniel Thesaurus II, 252 bertneift ebenfalls auf Srie^enlanb. 

2. Fovit illum Grecia 
Novit Dei gratia 
Sanctum ab infantia. 

Seine (Ergriffenheit fuc^t bet Siebter tool)! auch butcb Rhythmus unb Sprache jum Auf* 
btud ju bringen. 

13. Vocatur in tempestate 
Fessis nautis quassa rate 

14. Dicit: Assum. Silet mare 
Dat ad portum remigare. 

Huch jum Vergleich mit ben (Befahren beS CebenS wirb biefeS ©ilb befonbetS gern berongejogen. 

21. Magne Deus Adonai 
Nos ut nautas Nicolai 
Duc de mtmdi turbine: 

In hoc mundo fluctuamus 
De profundo clamitamus 
Nos exaudi Dominc. 


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51 

hierin erinnert eS an bie in bie ^tebigt eingeffalteten Exemples. — 

2>te Reihenfolge: 1, 13, 12, 2, 7, 14, 3, 12, 11, 15, Vertreibung unb bie Vergleiche. 

3) Such in Dumöril (1843 ); mürbe fdjon ermähnt als eine befonber# ma^tooHe ©djilberung: 

Quidam nautae navigantes 

Et contra fluctuum saevitiam luctantes 

Navi pene dissoluta 

Nam de vila desperantes 

In tanto positi periculo clamantes 

Voce dicunt omnes una: 

0 beate Nieholae 

Nos ad maris portum trabe 

De mortis angustia u. s. w. 

Trahe nos ad portum maris 
Tu qui tot auxiliaris 
Pietatis gratia! 

Dum clamarent nec incassum 
Ecce quidam di eens: Adsum 
Ad vestra presidia. 

Statim aura datur grata 
Et tempestas fit sedata 
Quieverunt maria. — 

Wright Reliqu. Antiqu. fyat 9?r. 11 jtoeimal: 1) 9b, 6, 9a; 1, 3, 2, 11, 12, 13, 7, 
14, 15, eine Netycnfofge, bie mit bei ©übeng{ifcf>en übereinftimmt, uitb 2) iit 9ir. 14: 

Sed cum nemo mortalium dare posset auxilium 
Nec fieret efTugium evadendi periculum 
Rediit ad memoriam quando mare transierant 
Quod Nicholaum viderant, cui se commendaverant. 

$)od) fönnte „quando transierant“ audj bie ©rfdjeinung be$ ©t üRifolaS bei ifprer Sanbung 
bebeuten. — 3n biefer alten geiftlid^-epifcfien ®idjtung f)at gerobe 9?r. 14, ber aitefte feine 

freiefte ©eftaltung erfahren; ja 9ir. 11 erfd>cint, fo tönnte man vermuten, nodj ein britttf 9Wa(, 
toenn e£ Ijeifjt: 

Cujus oralionibus nos simul commendavimus 
Ouando naralft preello fuimus contra barbaros. 

SBieOeid^t ttirft biefe ©etonung toott Sir. 11 audj ein Sidjt auf ben ©erfaffer be^ ©tüdeö. 

Sluch ©ace (902 ü. 227-274), ber füftenbemohnenbe Normanne, fdjlagt feine ooflften löne 
an, fdE)tlbert ben Sturm unb bie Verheerung auf bent Schiff bis ins Jtleine: 

Si commenca la mer a enfler 
A creistre et a melier 
Grant vent vint et espesse pluie 
Que as marinere mult ennuic 
Granz fu li Yenz et li orages 
Esbai fu tut li plus sages ... 

Rompent cordes depece tref 
Fruissent Keviles de la nef 
Dunt comencent tuz a crier ... 

7* 


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_ 52 _ 

Str. 9 a unb b. X*iefe Söunber geböten nicht ju ber ältesten Überlieferung, fie finb bon fitd)* 
filmen Ijpiftoriographen ^ fpät aufgeitommen worben unb festen beihalb in beit alten fircfjfidjen ®efängen. 

®aö Silb bei ©t. Stifolai luirb ermähnt in P. 67, irept too irpeaßur£pou (cod. 821 f. o6en, 
bemfelben vetustissimus, aui bem 9h'. 17 ftammt): ®ct fpreihpter fieht auf bem SHeere ©t. Stifolai 
bot fi<h fielen, £v ff^r^aTt o? £v toi; eixciitv £yYpa<peTai. — 1) F* 82 = 9a (cod. 821, pag. 260). 
E^e'X&cvTo; TOiyapoöv toü t«Tv (XavSotXcov «rparoü «tto Tr$ twv “Aipptov (/.cpüv, xal xrv rf? 

Ka>.«ßp£«; yatav xaT«>.«ßovTo;. P. Slnmerfung ift unöerftänblich; bie ®efdjidjte erfcheint it)m, wie fo 
biele anbere, als ^öc^ft lächerlich- $er Sanbale finbet bai Silb bei ©t. Stifolai mit golbenet Ärone 
7 repucs^puco)j/.£v7iv! fragt ben (Shtiften. 'H y ow &eXwv>)? — ftellt ei in fein Slmtijimmei. Serretft. 
P. betweift auf bie Uitmöglichfeit einei folgen Sertraucni! fßlünberung burd) 3)iebe. SBut bei 
telonarius; bai Silb wirb geprügelt unb foH aud) ini fjfeuer geworfen Werben, ©t. Stifolai fudjt, 
ali ob et felbft bie ©cfjläge gefüllt tjiitte, bie 2)iebe auf tc. — ben weiteren Serlauf f. unter 3 
Pseudo-Johannes, ber genau biefelbe IsarfteHmtg giebt unb alfo bietteid)t biefe gtiedpfdfe Sorlage 
batte. — ®ai gefd)id)tlidE|e (Slement: bie Sanbalen, bie einen (SinfaH in (Salabtien machen, ©ie waten 
Sltianer, wüteten gegen bie Satbolifen unb fugten bie mittellänbifchen Äüften burdj unaufhörliche Staub* 
einfälle h e ' m um 429. $)ie 33ilbert>crcE)ruttg, bie ja in ber griedhifc^ett Kirche bie größten Unruhen 
unb Jfämpfe h ert)0rr tef. — $>ai eigentümliche Sertrauen ju bem Silbe, bai im einen fjfalle (9 a) 
wenigfteni auf tiefer ©tufe feelifcher (Sntwidelung fteht, fommt boch im ®runbe ber Steliquientoetehrung 
fehr nahe. 3m 5. 3af)rh- (f. Äurfc, § 57, 4) tauchen authentifche SBunberbilber (Shrifti, ber Stpoftel 
unb ber ®otteigebärerin auf . . . 3n biefelbe $eit gehört ja auch ^er anbere gefdjidjtliche Sorgang, 
fo bag eine folche Übereinftimmung einigei Sicht auf bie 3eit ber (Sntftehung werfen bflrfte. — 2) 3n 
Johannes Diak. 9a untergefdjoben. Aloys Lipomanus (a. a. 0. p. 245 verso). Cum vero de 
Aphricae partibus Vandalorum exercitus applicuisset ad terram Calabrindem atque eandem 
regionem igne succenderent, reperta ibi est a quodam barbaro in cuiusdam christicolae domo 
St. Nicolas imago in tabula honeste depicta. ... (Sr berfteeft ei in feinem ©ewanb, ohne ju 
wiffen, wai ei bebeutet. ©efangene (Shriften bana.t) gefragt, erlennen ei ali bai Silb bei @t. Stifolai, 
bei SBunberthätcri. $)er Sanbale, bet ein telonarius = Sanfter ober 3oOeinnehmer war, hing bai 
Silb bei feiner Stüdfcljr (? anchonam 1 ) äugen an feinem ßoQhaufe (teloneum) auf unb fprach fo 
ju bem Silbe: Stifolai wache über meine §abe, benn ich mug eine notwenbige Steife unternehmen, ©ein 
Sertrauen ju ber Stacht bei ^eiligen war fo groß, bag er bai §aui offen ließ. 3)iebe, bie botbei* 
famen unb bai §aui offen fanben, befchloffen, ei in ber Stacht §u plünbern, unb nur bai Silb liegen 
fie an feinem Orte. Slli ber (Sigentümer jurüeffehrte unb allei teer fanb, lieg er feinen $om an bem 
Silbe aui, fdjlug ei unb erflärte, er würbe ei auch ini fjeuer werfen, wenn ©t. Stilolai ihm nicht 
fein ®ut *urüdgäbe. ©t. Stifolai, ali ob et felbft bie ©chläge gefühlt hätte, tritt ju ben Sieben, bie 
ihren Staub teilen unb fpridjt: D ihr Unglütflicfjen unb (Slenben, wigt 3h* nicht, bag ich felbft über 


') ichonem bei C. Falcon. p. 124. 


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53 

bem ©d)afce be« 3 ö ß net8 toadjte; id) mei| unb lernte jebett ©egenftanb, beit 3h l fortgefdjleppt, uttb 
menn nid)t alle« gurüdge6t, merbe ich bafüv forgen, baß (Sure Xh<d befannt toirb. Euretwegen 
habe id) fd)on Schläge erfeibcit muffen. Xie Xie6e waren ü6er biefe Sßorte nid)t roenig etfdjrocfen unb 
trugen be« 9?adjt« wieber alle« an Drt unb ©teile. Xer 3öHnet aber roat über btefe« SBunber ju 
Xfjtänen gerührt unb bebeefte ba« ©ilb mit feinen Äüffen. D bu ^eiliger Utifola«, bu mitleibiger, ge* 
maltiger Xienet @otte«, für ben Xu ju ßebgeiten ju fämpfeit nid)t aufgef)ört unb non bem Xu jefct 
foldje ÜRadjt empfangen h a fr 9lud) an m ’ r h Q f* Xu fie trojj ftummen SDtunbe« geoffenbart. Sßon 
beute ab glaube id) an (£f>rtftuä unb Xid)." Unb er lieg fiep mit feinem gangen $aufe taufen unb 
baute eine Jtircl)e ju @h rcn ^ 9tifolo4« in ber er mit feiner grau unb feinen JHnbem be* 
ftattet liegt. 

Xer Xeyt be« F. 124 ff. ift berfelbe mie ber be« Lipomanus (Mombritius) mit einigen 
SBerfdjiebenbeiten, bie meift be« F. Xejt alä ben correfteren erfd) einen taffen. @d)on genannt anchonam 
für iconem; jum ©d)luß j. SB. Lipom, richtiger: ex aere insensibili. F. ex ore insensibili; Lipom, 
inqua (ecclesia) mortuus est, F. moratus estl— Xie neapolitan. ftirdfje, fagt F. p. 112, teilte 
bie vita in lectiones (f. Entfettung) jum gefte be« ©t. SRifola« unb feiner Octava (SBodje). Xer 
gelehrte Erg6ifd)of non Neapel F. hätte feine Sefer etwa« genauer unterrichten foßen, mie fein Xejct 
bon ©. 119 (9tr. 12) bi« ©. 124 (bi« Enbe oon Dir. 20) entftanben ift; er finbet ihn fo jebenfaU« 
in feiner Hd. bot; boKftänbig berfdpeben Oon Mombritius, beffen 2tu«gabe er nennt, aber mohl nicht 
bor fid) hat- Xie §anbfd)rift bon 9?t. 9a (9tifola«bilb) gehört, mie F. fagt, bem 11. Sahrhunbert an 
unb ift biefelbe für bie Stummern 12 bi« 20. 

Xer Sßerfaffer biefe« unechten Xeil« arbeitete im Aufträge ber $ircf)e unb fteUte au« bem 
©anjen 22 Ceftionen f)tc, bie für SWeffe unb Breviar mährenb ber geftwod)e gelefen merben tonnten. 
3n Lipomanus Xejt finbet fich folgenbe Sftotig: Huius imaginis miraculum cunctas modernorum 
Hereticorum blasphemias et delyramenta convellit. Nam si earum usus esset illicitus et 
Deo displicerent, nequaquam mira haec interventu imaginis istius fieri permisisset. ©ie 
ftammt bon Lipomauus, mie er in ber Einleitung (lefcte ©eite) fagt unb ift gegen bie Jßroteftanten 
gerichtet. L. fcfjrieb fie bot 1553. Xie Duelle füt feinen Xejt nennt et: über antiquus Mediolani 
impressus = Mombritius vitae sanctor. Mediolan. 1479; außer einer Sßergamentfd)rift be« Älofter« 
St. Nazarius in SBerona, bom 3Saf)re 1250, mie er fagt. 

1) 5?r. 9 b erfeßeint juerft in einer jQanbfd)rift be« 10. ^ahrhunbert«: Wright: Reüquiae 
antiqu. t. II, p. 199. Dumeril (1843, ©. 185ff.): 8 ©ilbner, burd) R. ober 9lffonang berbunben: 

In Lyciae provirteia füll quidam Christicola 
Post transitum sanctissimi Nicholai pontificis, 

Hic de multis divitiis ad paupertatem rediit; 

Cuius pressus xniseriis quemdam Judaeum adiit 
U. s. w. 


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54 


©er Greift foH bom 9uben ba$ ®etb erhalten, wenn ec einen flederen ©Argen (teilt (fide* 
jussorem vel tale vadimonium quod sit valens ad debitum). 

Sed altare pontificis dabo in loco pignoris 
Ut si ingratus fuero et tua non reddidero 
De me vindictam faciat, quae omnibus appareat. 

Dixit Judaeus perfido: Nicholaum non respuo 
Nam in eius praesentia nulla latet fallacia. 


Der ©jrift wirb feljr teidj- SÜ8 bet ©(rift erflört, bo| ec Üjin b«8 (Bett) fdjon jurfld* 
gejohlt böbe: 


Tune Judaeus expalluit et admirans ingemuit, 
Nicholaumque invoc&t ne hoc inultum sufferat. 
Si jusjurandum feceris super altare presulis 
Quidquid cogor exigere floccipendo amittere. 


©erf$(iefjcn bcS <Be(be& im ^o^Ien ©tobe. 

Tali fretus astutia perjurare non dubitat 
Ut innocens appareat et verum sit quod dixerat. 

Per viam ipsam pariter plaustrum ducebant homines. 
Clamant, monent ut fugiat, ne dormiens intereat. 
Jacet ille culpabilis velut lapis immobilis. 

Donec rota volubilis ventrem cum ligno conterit 
Tune apparet dolositas quae in ligno latuerat. 
Morsque stulti tarn subita falso jurasse comprobat. 

©er 3ube fogt: 

0 Nicholae, praesulum decus et honor omnium 
Jam diu est quod comperi te esse servum Domini. 
Tua maxima bonitas atque fortis justitia 
Compellit me judaicam relinquere perüdiam. 

Amodo jam Christicola fiam per tua merita, 

Ut possim tecum perfrui aeternae vitae gaudiis. 

Id precor ut, qui merito migravit ex hoc saeculo 
(Te) hunc vitae restituas, ne corruat in tartara. 


®a8 wid)*igfte Glemcnt, bie SibcSleiftung auf bem Slltar erfocbect eine befonbece Unterfudjung. 
3m fibrigen ift e8 eine ®rjäf)(ung mit oortreffCic^ec ©ertnertung aller Elemente unb be$ fabel(fablel- 
fabliau)liebenbcu SMittelalter« in feinet beften Äunft würbig, — 3) Sud} 9 a befinbet fidj bafetbft. 
ßeliqu. antiqu., p. 202—203, Vandalorum exercitus .. . ©er ©anbate: nondum tarnen 
catholicus(!) ®r bängt ober ftellt ba§ ©ilb (auch statua genannt) in bem 3immer auf. — 4) 9a f 'Wright, 
Early myst. (p. 11, 3 SWiralel): Dumöril Orig. Lat., p. 266 u. a. De St. Nicolao et de quodam 
Judaeo. Qui imaginem Sancti apud se absconditam pro posse suo quotidie venerabatur. Hic 
autem cum esset dives, apud rus tendens(l) St. Nicolas et imaginem eius custodem suae domus 
sine sera reliquit. Interim fures cuncta quae habebat furati sunt, quae St. Nicolas ei post, 


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55 

modum restituit, furibus, jussu sancti, omnia referentibus. Der Sube, im ©efifc bed ©ilbeft, 
jäblt bie SBunber (92t. 17) be$ jftifolaä auf; überträgt ihm bie (Sorge für fein $au£: 

Ergo rerum te mearum servatorem statuo 
Tuque bonus praesens domus excuba dum abero 
Ad quam seram nunquarn feram te custode credito. 

Diebe finben ben offenen Haften! Silage beS Suben in 21 ^ejamctern mit ©iitnenreiin. ©träfe an« 
gebaut! greube beS Suben mit 4mal. Gaudeamus! Der ßbor fe&t mit einem ©efang auä bet 
SWeffe ein: Statuit ei Dominus. 

5) Hilarius in f. Ludus super iconia St. Nicolas Charnpollion-Figeac, Hilarii versuset. 
©. 34: Der öefifcer be3 ©ilbeS ein ©atbar. ©träfe angebrobt! granjöf. SlefrainS. Äbbängigfeit 
Don einanber unb ®ebid)tform bebarf befonberet Unterfucbung: 

Nichola6, quidquid possideo 
Hoc in meö misi teloneo 
Te custodem rebus adhibeo 
Serva quae sunt ibi. 

Meis, precor, attende precibus 
Yide nullus sit locus furibus 
Pretiosis au rum cum vestibus 
Ego trado tibi. 

SBäbrenb bie (Spi! fidj 9lr. 9 a unb 9 b, 97r. 5 u. a. wählt, berfud)t e8 baö Drama in 
ebenfo gefdjidter wie neugeftaltenber SSeife mit 92r. 3, 92r. 7, 9?r. 9 a unb 9?r. 6 (9 a auch von Bodel 
d’Arras). 9?a<b Coussemaker (Introd. 15) würben biefe üTfirafef gefungen mit Snftrumental« 
bcgleitung (f. oben), ffiace bot 6) 9 a unb 2) 9 b (Ms. 902, o. 649 — ü. 718 unb b. 719 — o. 802) 

Quant St Nicolas fu nez (!) 

Kt de cest secle tres passex 
Grant doel en fu per la contr^e 
La gent en tu desconforte 
Limages firent li plusur 
Qu’il urouent en sa honur 
En son honur et sa semblance 
Pur aver de lui remembrance. 

Reiben tommen überö äWeet um (S^riften ju berauben k . = ift genau nach ben alten Quellen 9 a. 3öß net - — 

2) 3« 9 b nimmt ber Sube ein fflilb $um ©fanbe, que a lur mostier (u. nicht mestier) 
iert leve. Et de grant maniere honure. — ©cbwur auf bem ©ilbe = Jlltat. Die Ddjfen 
tömten nicht angebalten Werben. Der Sube fchwört, er würbe ©brift werben, wenn ©t. 92ifola# ben 
loten ctwecfe. 

7) 9 a in Germania b. Pfeiffer (II, 1857 mitgeteilt bon 3- Diemer). §ribe«3olIbou&. 9la<b 
©artfch auS bem 13. Sabrbunbert §er»ot}ubeben be3 ÜberfefcerS Sob, welkes er bem beutfchen ©ölte 
Wegen feiner Steligiofit&t joHt Legend, aur. unb Yincenz v. Beauvais haben 9 a unb b ebenfalls. 

8) 9b, Leg. aur.: Der ®brift tbut, atö ob er [üb auf ben ©tocf ftüfcte. Der Sube wiS bei 
auf ber (Jrbe liegenbe ®elb nur nehmen unb bie laufe nur empfangen, wenn ber Gbrift wieber erft&nbe. 


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56 

§ierfnfipft fid^ tote in SBoce bie üöefe^tung alfo an baä SBunber ber Sluferftebungfl) Cb ift offenbar, 
bafj bie beiben geiftlicfjen §eun biefe Deutung ber gäbet geben wollten; in fRetiqu. (10. 3at}rf)unbert) 
fann fie in biefer (Schärfe nid)t gefunben werben, ©in Stempel für bie ißrebigt jnr ßebre oon her 
Sluferftebung wirb fic ein neuer Seweii für ben fid^ in inbioibuetter SBeife ootljiebenben Söanbet ber 
gäbet, ber in biefent gatte eine SSerebetuug bebeutet unb toietleic^t SBace jum Stutor b®t- 

4) Vincenz v. Beauvais, 9 b, Spec. XIII, cap. 77. Cum igitur communi consensu 
Oratorium St. Nicolas expetissent, tenens christianus cornu altaris, sic eum affatus est: 
Hoc altare tibi trado, ipsumque St. Nicolas pro me fideiussorem praebeo; ante cuius etiam 
conspectum promitto, quod ea, quae mihi nunc in tali angustia praestiteris, tibi reddam 
die nominato. ®et Steift wirb reich, bittet um Sluffdjub bei ®etmini. 33or ©eriebt wirb bem ©briften 
aufgetragen, entweber bai ®etb ju jabten ober ju febwöten, baff ber Sube baffetbe empfangen bot 
Stuf bem StBege jur Basilica bittet ber ©brtft feinen ©täubiger, ben ©toef ju tragen unb tegt bann 
ben ©ib ab. — Cap. 78. Stuf bem Äreujweg wirb bet ©brift oom ©djtaf übermannt. Dcbfenwagen. 
®er Sube eitt juin Oratorium ©t. SRilotai, ban!t it)m unb ertlört, mit feiner gamitie ficb üu belehren, 
wenn et ben Setrüger auferfteben taffe. ®a tritt biefer jur Basilica b* ue ' n unb befennt 
feine ©ebutb. 

5) ©übengt. ®ejt (Delius a. a. 0., pag. 88): 9 b 

ln a tyme a christene man to a ie.w yede 

For to borw gold of him in his mochil nede 

He ne myghte finde no borw ne wed he hedde non 

The iew to St. Necholas cherche with hym he bade gon 

Up St. Necholas auter he swor at a certein daye 

So help hym god and St. Necholas his gold for to paye. — 

This lether man myd his fals othe wel ileved he was 
And this other for he was a iew nothing ileved was. — 

Certis quoth he ich nele nought yit er ich more ise 
And yif god and St. Necholas wolle this fals mon lyf sende 
Cristin ich wole be and servin hym to my lyves ende. 

§ier ift beutlicb auSgefprocben, bafj für ben wichtigen ©djritt bei SRetigioniwedbfeti ein entfpredjenbei 
Aequivalent geboten werben muff, bai nicht in ©t. SRifotai §itfe toor fRäubern befteben fann, wobt 
aber in ber begrünbeten 3uoerfidjt auf eine Stuferftebung. Seiber febeint ber oon N. Delius mitgeteitte 
®ejt nicht frei oon Ungenauigfeiten ju fein. 

8) Stucb 9 a (a. a. 0. p. 91). ©in 3ube oerfertigte ficb e üt 0ilb oon ©t iRifolai, beffen 
SBunbet er fannte unb oertraute ihm wäbrenb feiner Slbwefenbeit oom §aufe feine ©cbäfce an ic. 

9) Stucb im SRorbengtifcben ®ejt (ijjorftmann 1881, ©. 16) ift ei ein 3ube in 9a, ber in 
Midierd (?) wohnte, wo ©t SRifolai beerbigt war unb jeben ®ag SBunber gefaben. ®r töfjt in 
feinem $aufe ein SHtb anfftellen, attei anberc wie oben. 


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57 


0) 9b* Aad pis maler in spekeing was 

ln pe Kyrk of St. Nicholas 

Ane image of him was standand pore 

And pe cristen man .... 

Lo, pis sal be my borgh, hy sayd 
Fat of pi gold pou sali be payd 
And pat I sal covenand fullfyll. 

Pat he (bet (£f)rift) was cristend evil he kidl 
Feynand him swilk hurt to have 
He might noght walk with-outen staue. 

SJedhalb ber 3ube ben ©toi empfängt, toirb nicht gejagt; biefer fteilt tfjit bdfettel (Der 3ube 
brücft ©t. (Rifolad pnächft feine Seradjtung au». (Der SBagen mit Wilben Xieren befparatt. $icr ift 
bet SBacefcge ©ebanfe wieber berroifcht unb bom Serfaffet nid)t mehr berftanben. 

So pat pe suth might so be kent And pe iew on pat couenand 

Graunted to cristen law at stand. 

7) (gbeitfo fcfytt er in Ms. 1555 str. 152 prie dieu qu’il li rende vie. 

9b unb 9a f. auch Catalog. Codd. Hagiogr. II. 405. Append. ad Cod. 6368 öom 
SRöndj bon Bec getrieben. 9fr. 19 = 9b; 9fr. 24 = 9a. Offenbare Serwanbtfchaft für 9b 
jtt>ifd)en SBace, Specul. histor., Leg. aur., Südengl. Text, bie Wohl bie Raffung aud Reliq. ant. 
fannten. — (Diefe gabel bat fchlieglich in Bulletin de la soc. des antiq. de Norm. IX. (Ms. 
d’Alengon pp. M. Soly) eine ^öc^ft beachtenswerte ©eftalt angenommen: Apulien. ‘Der (Radjbar 
bietet bem 3uben ald $fanb ein Silb be» ©t. 9lifola8 an unb erhält 4 (ßfunb ©olb. (Der ©hrift reift 
nach Stfrifa (! f. 9fr. 9a) unb geminnt groged Vermögen. Üble SSinbe berjögent feine Stfieffa^rt; in 
bet furcht, ber Sube werbe ©t. (Rifolad bei S^id^tja^Iung berantwortlid) machen (! f. 9fr. 9a), (egt er 
bad fdjulbige ©elb in einen Äaftcn, ben et aufd 9Reer fefct mit ber Sitte p ©t. 9K!olad, ihn in bie 
richtigen §änbe gelangen p (affen. Nichtig fchwimmt ber haften in ben ©arten bed Suben, welcher 
am 2Reere wohnt. 9tld ber Kaufmann prücffommt unb aded erjählt, erinnert ber Sanfter fich, einen 
haften gefunben p haben; er wirb geholt k. (Der Sube lägt fich taufen. §ier ift eine (Rettung ber 
djriftlichen ©htlichfeit berfucftt, mit Serluft bed anberen ©lemented. @d ift wieberum, wie ed bei 7 unb 
14 gefchat), eine Serbinbung bon 9a unb 9b, wie fie auch ntit 6 unb 5 bodjogen würbe. 

gut 9a hat bie bramatifche (Darftedung, bie in bodfommenfter unb lünftlerifdjer SBeife ja bon 
Jean Bodel erfagt würbe, befonbeten SBert burd) bie ©tnblicfe, bie fie in biefe firchliche ©epflogenheit 
eröffnen. ©. bap G. Paris, Litt^r. § 131 ff.: (Dad ©t 9tifoladfpiel lann trofc feined teilweife 
profanen ©harafterö nicht bom religiöfen Theater getrennt werben, ©ie entfprangen aud ben ©efängen 
ober Sorlefungen p ©bren bed ^eiligen. (Dag ©t. (Rifolad ber erfte war, bem biefe geftfpiele heran« 
galtet würben, erflört fich aud feiner Serchrung ald ©d)fifcer ber Sugenb, ber clercs, bie biefe ©piele 
beranftalteten. ©d ift ein ©piel mit p>ei ©eiten, einer religiöd«heroifchen unb einer realiftifcf) £ populäten. 
(Die ©pieler waren hi« ficger Sürger, 9Ritglicber ber Confrdrie ber Mönestrels, bie in Krrad be« 
fonberd blühte. ©. (ßatid weift befonberd auf ben fortgefefcten äöedjfel bon Rhythmus unb (Reim« 
ftedung. @r berweift auf Romania XVII, 329 betreff» ber jeux de St. Nicolas'. — Sunfer, 
©tunbrig § 99, hat einige Angaben. ©. auch Wright, Anecdota lit. The Miller and the two clerks. 

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58 _ 

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59 


Sd?ulnacf?rid?ten. 

.3alm'sbericbt für t>as Sdjuljatjr ©ftcrn f899—1900. 

I. 3IÜ gern eilt er #crid?t. 

t aS oerfloffene Schuljahr »erlief für unfeve Stnftalt normal, roenn audjauS mancherlei ©rünben, 
namentlich burdj ßehrenoechfel, burct) (Srfranfungen uub (Beurlaubungen im Kollegium, einige 
Unterbrechungen in ber ©leid&mäßigfeit beS Unterrichts nicht ju oermeiben ttmren. JBefoubcrS griff in 
feinem (egten (Biertel bie hier epibemifcf) auftrefenbe Qnfluenja fühlbar in Lehrer* unb Schüterfreife 
ein unb feffelte §errn Kollegen Seed 3 1 /* SBochen, fjperru D.L. ©lamann 2 (Bocßen, $errn £>. L. 
Qunfelmann 8 Sage unb $errn O. L. fpafet 5 Sage faft gleichzeitig ans fjauS, fo baß jmar Schmierig* 
feiten in ber Sorge für ihre (Bertretung burd) bie nicht heinigefuchten HmtSgenoffen nicht ausblieben, 
aber boch burch beren bauernbe unb banfenSroerte SBereilroidigfeit trog ber ftörenben (Belüftung über* 
rounben mürben. 'Dagegen ift als erfreuliches ÜJioment beroorpheben, bajj eS bem (Bemühen oon 
(Patronat unb Suratorium boch bei bem heerfchenben Lehrermangel gelungen ift, oon üftidjaelis ab 
fttmmtliche Stellen beS LeßrförperS mit guten Äräften in bejinitioer Stellung ju befegen. Daher fteht 
ju hoffen, baß biefer ©eroinn für unfer SRealggmnaftum eine gefutibe, erfolgreiche 3ufunft oerbürgt. 

Die Aufnahme ber neu eintretenben Schüler fatib am SDtontag, ben 10. Äpril, oormittagS 10 
Uhr, auf ber «ula flatt. ffiinem Ubgatige oon 6 Schülern am Schluß beS Schuljahres ftanb erfreulicher 
fBeife eine (Neuaufnahme bou 16 3ößlitt0eu gegenüber, bie itu Laufe beS Schuljahres ftd) auf 
31 erhöhte. 

8 * 


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60 


9m Dienftag, bem 11. Slprit, morgens 8 Uhr, mürbe bann baS neue Scßuljaßr burdj ben 
Direttor nach gemeinfamer Scßulanbacßt unb mit einem §inroeis auf bie Scßutgefe|e eröffnet. Dar* 
auf erfolgte bie 33e!anntgabe beS StunbenplaneS in ben einzelnen klaffen, unb auf Grunb beffelben 
begann in ßerfömmticßer ffieife am Nachmittage ber regelmäßige Unterricht. 

gilr ben mit bem Ettbe beS »origen S<ßuljaßreS auSgefdjiebenen Dr. Doßfe mürbe nach ®er* 
menbnng bei ber Noftoder ffafultät nnb mit Genehmigung ber Großßerpgl. Negierung ber cand. phil. 
Äarl Äabelmanu aus Noftod, geboren 1876 in ißarcßim, »or feinem Staatsexamen unb feiner 
Promotion ftehenb, interimiftifch auf V* Qaßr als Seßrer ber neueren Sprayen jugelaffen. Seine 
Einführung erfolgte am ÜRontag, bem 17. 9pril, 

Die Erteilung beS GefanguuterricßtS mürbe, ttachbem berfelbe eine ,$eit lang in fjolge Unbe« 
ftnbenS beS ^errit O. S. ^unfelmann gerußt hotte, auf gemeinfamen 33efcßluß »on Nat unb SBürger* 
fcßaft bem §errn Sangmann, Sehrer an ber Stabtfcßule, fortab bauernb übertragen. Derfelbe mürbe 
am 8. 2ftai in fein neues Stint eingeführt. 

Stm Dienftag, bem 16. Ntai, erfolgte ein NacßmittagS*SluSfIug aller Staffen in bie benachbarte 
33enj, ein namentlich jur grüßluigSzeit einlabenbeS Gehötj, baS ein oft roilb braufenber fßeenelauf 
Zroifcßen ßiibfcßen Uferbilbnngen burchguert, — mit bem Nüdroeg über Gieloro. 

Die fßfingftferien begannen am ffreitag, bem 19. ÜJlai, nachmittags 4 Uhr, unb mährten bis 
pm Dienftag, bem 30. ÜJfai, morgens 8 Uhr. 

3n ben Sagen »om 6. bis 8. 3uni genoß bie Stabt SRalcßin bie hohe Sfreube beS SJefucßeö 
33* ££• beS £crjog‘9t egen teil Johann SUbredjt jtub ber $erjogtu EUfabetJj. Die Scßnle nahm 
freubig erregt in ihrer Gefammtßeit teil an ber Einholung beS hohen *ßaareS unb beteiligte fieß auch 
mieberum an ber Spalicrbilbnng beim SlbfcßiebSgeleit. 9m ÜJtittroocß, bem 7. Quni, jeießnete baS er* 
laudßte <ßaar bie Scßulräume bureß einen eingeßenben SBefucß unter Rührung beS Unterzeichneten auS 
unb richtete ßulbreicße ©orte an biefen unb baS »erfammelte ÄoDcgium. Zugleich gerußten Se. ^joßeit 
ber $erjog»Wegent, ben folgenben Donnerstag als fcßulfrei $u proflamieren. — Der Qugenb unb bem 
Seßrlörper mirb bie bemiefene £mlb Stunben froßfter Erinnerung ftetS maeßrufen! 

SluS Slntaß ber Diöccfan* Konferenz am 3Rittroocß, bem 14. Quni, mar »on lOUßr ab fcßul* 
frei, um allgemeine Seilnaßmc am Äircßenbefucß p ermöglichen. 

3für bie Snrnreife ber I unb II maren 2 Sage, fjfreitag unb Sonnabenb, ber 16./17. ^uni, 
bereinigt. Der ©eg füßrte »on Noftod über ben Scßnatermann in bie §aibe, über ^inricßsßagen, 
Sorfbrügge naeß Graal unb bem Seebab üRüriß, roo übernachtet mürbe; tags barauf mäßlte man bie 
Straubpartie, über SNartgrafenßaibe naeß ©arnemünbe, »on mo Slbenbs bie Nüdfeßr per SBaßn er* 
folgte. — Die HI machte eine eintägige Nonte am ffreitag unb jroar »on Äleiuen über Scßloß ffiili* 
grab naeß Scßroerin unb »on ba jurüd. Die 3 Unterllaffen IV—YI manberten am gleichen Sage 
»on Station Safeboro über Notenmoor—Daßmen—üRolßom—Supenborf naeß Scßroinfenborf unb ge* 


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noffen in ßupenborf jm angenehmer Ueberrafcbuug bie gaftlichfte Sewirtung burd) $errn fßenftonär 
E. ©ellfdjopp, bem für feine freunbliche ©penbe hier bev befonbere Sauf au«gefprochen roirb. 

Set 20. 3uni, ein Sieuftag, mar roieber ein fjefttag, nnb jroar für ba« gan 3 e äRedlenburger 
Saub. ©egen ber 350 jährigen ©ebenlfeier ber Ännaljme ber lutfjerifchen Sehre au ber ©ag«borfer 
©rüde bei ©ternberg fanb auf $öchfte ©erorbnung an bem fonft fdjulfreien Sage ein interner ©djul* 
aftu« ftatt. §err S. ß. S a h tt d e hielt bie fteftrebe, bie Anfänge, officieHe Einführung unb Surd)» 
führung ber lutherifcben Sehre unter Johann SKbredjt I. in ÜRedlenburg beleudjtenb. Sie ©djüler 
erhielten alte non fdjulwegen eine ©ebenffchrift at« bleibenben ©eji|} ju Erinnerung. 

3 » bem fRei^thum non geften gefeilte fich nodj ba« großartige ©efangfeft be« „ÜWärftfcljen 
Eentral*@ängerbunbe«" am ©onntag unb SWontag, bem 25./26. Quui. Sie ©dptle burfte an ben heroor* 
rageuben ßeiftungen biefer mehrere $unbert jähleuben ©änger teilneßmcn, boch ließ fich btefer ©enuß 
ohne Einbuße non ßehrftunben ermöglichen. 

Huf ©runb ber hier beftehenben Ferienorbnnng fiel an ben beiben Sönigfdjußtagen, am 6 . 
unb 7. Quli, ber Unterricht au«. $n l* cr folgenbett ©oche, in welcher wegen übermäßiger $i|je fchon 
mehrfach bie ©<hüler au« bem Unterricht entlaffeu werben mußten, fanb am greitag, bem 14. Quli, 
um 11 Uhr ber ©<httlf<hluß für bie ©ommerferieu ftatt, welche in Ueberciuftimmung mit beit ©roß« 
herjoglidhen Schulen nom ©onnabenb, bem 15. Fiuli, bi« 311 m 2)1 011 tag, bent 14. Sluguft einfchließlich, 
bauerten. 

Um bie Elfern ber ©<hüler nicht währenb be« gan 3 en ©ommerhalbjahre« in Unfenntni« über 
etwa minberwertige ßeiftungen ihrer ©ohne 31 t laffen, würbe auch in biefem Fahre bie Einrichtung 
belaffeu, ben nicht genügenben ©chülern aller Staffen fog. ©trafeenfuren au^uftetlen, bie ihnen mit 
Segiun ber ©onunerferieu 311 V Eiuficht unb Unterfchrift ber Ettern behänbigt würben. 

2lm ©tontag, bem 28. ßtuguft, würbe $oher ©erorbnung gemäß bet 150 jährige @eburt«tag 
©ötße’« burdi eine Erinnerung«feier in fofern au«ge 3 eidjuet, al« bie ©chüler ber oberen unb mittleren 
Slaffen in ber beutfehen ©tunbe oon ihrem Fachlehrer barauf hiagemiefen würben, was ba« beutfehe 
©oll ben unfterblid)en ©evfen ©öthefcher Sichtfunft 3 U perbanfen hat. 

Sa« ©ebanfeft würbe am ©onnabenb, bem 2. ©eptember, in hergebrachter ©eife bureß einen 
internen ©chulaftu« gefeiert, bei welkem ber Dberprimaner S a h m « in feiner f^ftrebe eingehetib ba« 
blutige fRiugen ber ©aiern, ©ürttemberger unb ©achfeu in ber Umgebuug ©eban« bi« 3 ur Uebergabe 
ber geftung unb ber Ergebung Napoleon« behanbelte. 8 lm Nachmittage nahm bie Schule im genüge 
an bem StuSmarfdje in« ^aiuholj teil. 

Slu« 2 tntaß ber „tirchlichen Sanbe«fouferen 3 " 00 m 18.—20. ©eptember mar ben ©chülern am 
3 weiten Sage Erlaubui« 3 ur £eilnaf)iue an ber F e ftprebigt unb auch fonft, por 3 itglich ben oberen 
Staffen, 3 um ©efuch ber geeigneten ©orträge gegeben, ©on bem Shemen Ratten Fntereffe für fte: 
„fßaläftina unb feine ©ewobner — au« eigener Änfchauung" unb „bie fchöne ßitteratur im Sichte be« 
©hriftentum«." 


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62 


811$ Ubfd)tu§ ber Sommerturnübungen würbe am Donner«tag, bem 21. September, ba« bie«* 
jährige ^ßreisturnen, oerbuuben mit Jurnfpielen, non nachmittag« 3 tHjr ab auf bem Jurnplafce »er* 
anftaltet, p bem bie Pehörben, Ungehörigen ber ©filier unb fjreunbe ber Unftalt gelaben waren. 
Ubenb« fchtofj fich ein Janpergnfigen für bie Qugenb in ber „Gentralhatle" an, non 6—8 Uhr für bie 
jüngeren, non 8 Utjr ab für bie @rroa<hfeneren, unter reger Peteiligung nieler inteveffirten (Sin* 
wohner. — fjür bie freunbliche Stiftung einer Unpht S<härpen al« greife für bie Sieger im ffiett* 
turnen gebührt $errn Raufmann Jürgen« ber fdjulbige Danf ber Schule! 

.Sugleich nahm ber Unterricht beö Sommerhalbjahr« am nädjften Jage fein ®nbe. üJiit bem 
Scf)ulfd)luf5 nerbanb fich bie ©ntlaffung be« föerrn Dr. 3Jt a a ft, welcher ein 3aljr lang mit ganzer 
Eingabe unb amtlicher PerufStreue an unferer Unftalt gewirft ^atte. Derfelbe folgte unter günftigeren 
UuSfichten für feine 3u!unft einem Stufe nach Premen an bie bortige ßanbelsfdjule unb war bed^alB 
p allgemeinem Pebauern nicht auf längere geit an unferer Unftalt p feffeln. Der Diveftor fprach 
ihm in feinem UbfchiebSwort feine Unerlennung unb bie beften SBünfdje für fein SBohlergehen in bet 
gerne aus. 

Die aOtidjaeliSferien währten oom Sonnabenb, bem 23. September, bi« pm Piontag, bem 
2. October etnfchliefjlich. 


* 


* 


* 


Um Dienftag, bem 3. Oftober, würbe ba« SEBinterfemefter burdj ben Pericf)terftatter mit einer 
Unfprache oor oerfammelter Schule eröffnet. Daran fd)lofj fich bie (Einführung ber in bie beiben 
SSafanjen für neuere Sprachen neu berufenen Sperren Oberlehrer Dr. P o h « ft e b t uub Stealgpmna« 
fiallehrer 93 e f e l i n (an Stelle ber fcitherigen Seljrer Dr. ÜJtaafc unb Rabetmann). Die ©ewinnung 
biefer Rräfte in fefter SchrfteHe burch 93emühen ber mafjgebenben Pehörben ift banfbar anperfennen. 
Ueber bie Perfonalien berfelben ftnb bem Unterjeicfmeten folgenbe Ungaben gemacht: 

$err Oberlehrer Dr. phil. Rurt 33of»nftebt, geb. ben 9. SDtärj 1859 ju Stieberfofel bei 
SUeSfi), fßroo. Sd>Iefien, befugte ba« ©pmnaftum p Pau|en bi« Oftern 1879, ftubierte Philologie unb 
neuere Sprayen in 93erlin, Pari«, (Snglanb unb Seip^ig, wo er 1884/85 feine Prüfungen pro facul- 
tate docendi in granpfifd), ©nglifcf), Deutfeh, Satein ablegte, unb unterrichtete al« Probefanbibat 
be^w. $ülf«lehrer in Söbau i. S., Dre«ben, Steufirchen i. 3th-> 93erlin; bann in fefter Stellung in 
Jreuen i. 93. unb plefct, al« Oberlehrer, wieber in Söbau i. S. ©ieberljolt führten ihn bie Sommer* 
ferien p Stubienjwecfen nach granf reich, bisweilen oom RuItuSminifterium unterftfifct. Uuf ©runb 
feiner Urbeiten promooierte er in Seipjig unb würbe üJlichaeli« 1898 an unfere Unftalt berufen. 

§err Stubolf Pe felin, geb. ben 25. ganuar 1870 p Deffau, beftanb Oftern 1888 ba« Ubi* 
turientenejamen auf bem Stealgpmnafium p Püfcoro, ÜJlichaeli« 1889 bie (ErgänpngSprüfung auf bem 
©qtnnafium p ©üftrow, ÜJlichaeli« 1893 ba« tentamen pro lic. conc., war oon ba bi« Oftern 1896 
$ütf«tehrer am fRealgpmnaftum p Püfcow unb erwarb im ÜJlai 1899 bie Sehrbefähigung in bet 


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{Religion, im $ebräifeßen, fjrangöftfcßen unb ©nglifcßen. üRicßaeliS 1899 ift ißm eine orbentlicße Seßter* 
(teile am ßiefigen SRealgnmnaftum übertragen roorbeu. 

gSegen bes im hinter gweimal wöchentlich Qier llattfinbenben ®onftrmanben-'>2lntem<hfs ifl 
an nuferem fJfteatggmnaflnm bie cSinridjtung getroffen, baß ber ^efitionspfan ber Tertia auf 
btefe '3Knfer6rechttng bes £d)ufunterricßfs ^lüdiütßt nimmt, wesffalh es ben J&lfern ju empfehlen tff, 
ihre $o(jne in biefer (jweijäljrigen) klaffe Konfirmieren ju taffen. 

Die ÄrbeitSgeit ber Schüler in ben Staffen VI—II ift filr baS gange ©interfemefter non 6 
Uljr abenb« an unter Clontrolle gefteüt. ©egebeuen Falles haben bie Herren Orbinarien baS {Recht, 
ju reoibicren. SfuSnaßmen »on ber ^nneßaltung biefeS ©eboteS fönnen einzelnen Staffen im gangen 
(fo mit Vorbehalt oerfucßSroeife ber {ßrima), fonft nur in eingelnen gölten geftattet roerben. 

2tm greitag, bem 13. Oftober, fanb am Vormittage nad} ßübfcßer, hier fteßenb geworbener 
Sitte oon fcßutroegen eine gemeinfame StbenbmaßlSfeier ber Seßrer unb fonfirmirten Scßüler ftatt; ber 
Vebeutung beS DageS entfprecßenb roar ber SRacßmittag fcßulfrei. 

iRacßbem burcß bie ©nabe Sr. ftoßeit be§ $ergog» {Regenten ber Stabt eine Slngaßl Vilbniffe 
aus bem fttrftlidjen $aufe gum ©efcßenf gemacht mar unb ber oereßrlicße ÜRagiftrat baoon 8 bem 
{Realgpmnafium in SRaßmen Übermiefen hatte, je 4 non Sr. Sönigl. hpoßeit bem jugenblicßen ©roß« 
ßergog unb je 4 oon Sr. $oßeit felber, mürben biefelben nach einer Stnfprad^e beS VericßterftatterS, 
burdj bie er bei ber 3ugenb baS ©efüßl ßerglicßften Dante« für bie ßoße ÄuSgeicßnung erroedte unb 
gut Vermehrung treuer {Pflichterfüllung anfeuerte, am 30. October ber Schule gum Scßmud ber Äula 
unb Staffenräume Übermiefen. 

$tn ben auf bie fBeftage fofgenben £onua6enben Kann eingelnen Schillern, fofern für biefe 
‘Üfage Unterricht angefeßf ifl, Befreiung oom ^chulOefmh nicht gewährt werben, etwaige ^Krtauhs- 
gefudje für auswärtige ^djfifer muffen redjfjcitig f *h x i f t f t <h eingereicht werben unb fionnen nur 
in fallen oon fo brittglicßer $(rf ßerücfiffchfigf werben, baß ihnen auch ohne bas Jfwif<h«ufallett 
bes Bußtages ^rofgie ju geßen wäre. 

Der ©eburtstag Sr. Roheit bes $ergog* {Regenten am ftreitag, bem 8. Degember, roar ein 
fcßulfreiet fjejttag. Die Schüler oerfammelten fich um 11 Uhr in ber Mula gu einem ScßulaftuS, gu 
bem öffentlich eingelaben mar, unb ber fieß einer früher faum gelaunten Beteiligung aus ben ftäbtifeßen 
Greifen gu erfreuen hatte. {Reben ©efang, Siebern jmb Deflamationen patriotifeßen ftnßalts fptaeß ber 
tBericßterftatter in feiner ffeftrebe über „Aufgabe unb 3iel beS {ReatggmnafiumS". 

Die ©eißnaeßtsferien nahmen am Freitag, bem 22. Degember, mittag«, naeß einer Scßulfeier 
ißren Anfang unb roäßrten bi« gum ÜRontag, bem 8. Januar 1900, einfcßliefjlicß. 

?Ra<h Ipöcßfter Vefanntgabe mürbe beim ©icbetbeginn be« Unterrichts aus Vntafj ber ^aßr* 
ßunbertmenbe eine Scßulfeier mit ber gemeinfamen ÜRorgenanbacßt oerbunben. $err V r °feffor 
b o r f f gab in längerer Hnfpracße einen ciugeßeuben SRiidblid auf bie großen ©reigniffe beS gu 6itbe 
•geßenben QaßrßunbertS unb legte fomit bie Vebeutung beS QaßrßunbertSroechfelS bar. 


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64 


3ur freier be8 ©eburt8tage8 ©r. SDtajeftät be8 beutfdjen Jtaifer8 roar ber tJejtaftuS am 27. 
Januar ein interner. $)er Primaner gleifcbfreffer fptacb, nac^bem er ben @efflt)len treuer An* 
bänglicbfeit an Äaifer unb Sieicb AuSbrucf nerlieben, über „Oie mecflenburgifcbe ©teinjeit". 

Am 9Jad)mittage bes 9. gebruar mürbe ber Unterricht bei prächtigem ©etter jum ©cblittf<b>ib' 
laufen au8gefe{jt. 

Oie fdjriftlidje Abiturientenprttfung, nerbunben mit einer SBorübuttg ber Unterprimaner, fanb 
in ber ffiodje pom 5. bis 10. gebruar ftatt, bie münbtidje unter 93orfi$ beS jum SRegierung8lommiffar 
beftettten $>errn Gonjtftorialrat © o ft m a it n am SJtontag, bem 19. ÜJlärj. Alle 5 Oberprimaner, bie 
}um ÜDtaturitätSejamen pgelaffen maren, erhielten ba8 3eugni3 ber Steife: $ p 8 mürbe in Anerfennung 
feiner Seiftungen non ber müttblid)en Prüfung befreit, roäfjreub ©eher, ©iegfrieb, O a b nt 8, 
©arom biefelbe 6eftanben. $b ve ©ntlaffung fanb am fjreitag, bem 30. ÜJtärj, in einer befonber« 
baju angefefcteu ©chulfeier normittagS 10 Uhr ftatt. ÄbfdjiebSroorte fpra^cn ber Abiturient O a b nt 8 
unb ber fßrimaner @ cb u l j, jurn ©dblujj ber Oireftov, jur Oreue ermabnenb. 

SOtit SJeginn ber brittlefcten ©cbulroocbc erfranftc leibcr &err O.2. ftafer rüdfäHig; ber* 
felbe mirb t>orau8fid)tlicb bis jum ©djulfcbtufj nont Unterricht fern bleiben ntiiffen. 

Oer ©djtujj be8 ©^uljabreS nebft ©enfuroertbeilung unb SBerfefjung fanb am Freitag, bem 
6. April, ftatt. ©egen be8 in bie Oftcrferien faHenbeit ©eburtstage8 @r. Äönigl. Roheit be8 ©rofj* 
herjoges am 9. April mürbe nach ftöcbfter S3eftimmuug eine Vorfeier mit ber freier be8 ©chulfchluffe8 
in ber grübftuitbe nerbuuben, bei roelcher |>err 0.2. Dr. 33ob«tftebt bie Anfpracbe Oer »or* 

fcbriftSmäjjig non meitcrem Unterricht befreite fjefttag leitete in bie Serien über. 


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65 


II. €d?r*rtattttd« 

A) Ueberfidjt über bie UntcrridjtSjtele unb $citfa. 

SSgt. tjorjäljriges ^ßvogvrtmm. 


B) 93ettljettuttg bet Scljrffidjer nach Gtunbenja^t unb Älaffeu. 



<tfäd)tr. 

i. 

a unb b 

ii. 

a unb b 

iii. 

a unb b | 

IV. 

V. 

VI. 

Summa« 

1. 

föelißion 

2 

2 

2 

2 

3 

3 

14 

2. 

$eutfdj 

3 

3 

3 

3 

3 

4 

19 

3. 

ßatein 

5 

5 

5 i 

7 

8 

8 

38 

4. 

granäöftfdj 

4 

4 

5 

5 

5 

— 

— 

23 

5. 

©nglifd) 

3 

3 

3 

3 

— 

— 


12 

6. 

©efdjidjte 

• 

2 

2 

2 

1 

1 

| 20 

7. 

©eograpbie 

1 

2 

2 

2 

2 

8. 

9Ratbematbtf 

5 

f> 

4 

4 

2 

— 

— 

20 

9. 

föedjncn 


— 

1 

1 

2 

4 

' 4 

12 

10. 

vm 

3 

3 

— 

— 


— 

6 

11. 

(Sbcmie 

2 

2 — 

I 

! - 

— 

— 

— 

4 

12. 

Üftaturbefcbreibung 

— 

2 

! 2 

2 

2 

2 

10 

18. 

Schreiben 

— 

— 


— 

2 

2 

4 

14. 

3eid)nen 

2 

2 

2 

2 

2 

_ I 

_i 

10 


Summa 

32 

32 

1 31 

29 

27 

26 

192. 


2Tu§erbem ^aben bie klaffen genteinfam möcbctitlidj 2 <ö c f a u g ftuttbeu unb im Sommer möchenndj 

2 % ii x ii ftunbeti. 


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C) Verteilung ber Setter nadj UntemdjtSfädjern uub Älaffeu. 

(Seit SRiftaelift 1899.) 


• 

u 

£ S 

Ä » 
«* 

e 

ante 

i. 

i 

n. 

a. | b. 

m. 

a. | b. 

IT. 

T. 

TI. 

4 

0 

6 

0 

05 

i. 

Sireftor 

SProf. SReintfe. 

5 SRati). 

3 mw 

5 anatb. 

3 

1 




16 

m. 

Sßrof. ftamborff. 

i 

2 Chemie 

_ 12 Statur* 

2 ®* cm,e | gefdj. 

2 Staturgcfdjidjte 

4 SGftath. 1 4 WM% 

1 Rechnen! 1 Rechnen 

2 Math. 



20 


£).=£. ©lamamt. 

5 ßatein 
3 ©efefl. 
u. ©eogr. 

3 ©efd). u. ©eogr. 

6 Sateiu 

5 fjraitä. 1 




21 

n. 

O.sß. 3« n feint an u. 

! 

3 Tcutfd) 

5 ßatein 

3 Teutfdj 




i 

8 ßatein 

2 ©eogr.l 

21 

y. 

£).*£. £afer. 



2 ©eographic 

2 ©efdjichte 


8 ßatein 

3 Teutfd) 

4 Rechnen 
2 ©eogr. 
1 ©efd). 


22 

IV. 

2)al)ncfe ( 
cand. min. 

2 Religion 

2 Religion 

2 Aeligiou 

2 Religion 
| 7 ßatein 

3 Teutfd) 
2 Aedjncu 

2 ©efdj. 



22 


£).=& Dr. Jöohnftebt. 

4 ?Jran3. 
3 ©ngiifcf) 

4 granj. 

3 ©iiglijcf) j 

j 

3 ©nglifd) 
3 Tl 

eutfeh 

2 ©eogr. 



22 

YI. 

äfab. 3cid)enief)ter 
©eeef.- 

2 3eichnen 

2 3^i«hnen 

2 3«ichnen 

!2 Statur* 
gefchichte 

2 3eichueu 

2 Statur* 
gefchichte 
2 3cichnen 
2 ©chreib. 

4 9tedjnen 
2 Staturg. 
1 ©efch. 

2 ©chreib. 

25 


8tealghmnafiallehrer 

Jöefctin. 



! 

I 

I 5 ^ranj. 
3 ©uglifcf) 

5 iranj. 

3 Religion 

3 Religion 

4 Teutfch 

23 



32 

32 

1 

31 

29 

27 

26 

192 


81 n m.: Ten ©efanguntcrricht erteilte fierr ßehrcr 2 a n g m a n n für alle klaffen in »flehentlich 2 ©tunben, ben 
Turnunterricht im ©ommerhalbiahr §err Oberlehrer § a f e r »flehentlich 2 mal in Je 2 ©tunben unb 2 
Abteilungen. 


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III. Eingaben wnb Derorbmtitgctt. 

A) S^ulbc^öcbcit. 

1. Oie Ober» 3tuffld^td6e^örbc ift bas ©rojjherjoglidje ÜJitmfterium, Slbtheilung für Unter* 
ridjts * Angelegenheiten. 

2. Als ©atronttS ber Anftalt fungirt bev ÜJtagiftrat ^ieftger ©tabt. 

3. 3>aö Cnratoriura ift ju befouberer gfirforge unb Ueberroadjung berufen. SWitglieber 
beSfelben finb: ©iirgermeifter ©tdinfopff, ©uperintenbent Gonftftorialrat ©oftmann, 
als ©ilrgerroortfflhrer Kaufmann © r u n 8 to i g, als ©ertreter ber ©ilrgerfchaft Rentier 
A l b r e dj t unb als SDtitglieb beS SehvförperS ber Oireftor 9t e i n cf e. 

B) £eIjret*Äollegium. 

Oireftor ©rofeffor 9t e i n d e; ©rofeffor § a nt b o r f f; Oberlehrer © 1 a m a n n, Ober* 
lehret Qunfelmann, Oberlehrer Q a f e r, Oberlehrer cand. min. O ahn de, Oberlehrer Dr. 
©ohnftebt; afabemifcher Zeichenlehrer © e e cf ; Ncalgqmnafia Hehrer © e f e l i n. 

C) 9ftetfeprüfungS*&ommtfftou. 

1. Oer ©rojjherjoglidje ÄominiffariuS. 2. ein ©ertreter beS SDtagiftratS. 3. Gin ©ertreter 
beS SuvatoiiumS. 4. Oer Oireftor unb bie in I tuiffeufchaftlicbeii Unterricht ertheilenben Sehrer. 

D) «Sthulbcrhältni^c. 
i. gf r t q u c tt 3 be$ DtealgtjmnafiumS. 

©eftanb beS ©orjaljreS: 82; Abgang Oftern 1899: 6; Neuaufnahme Oftern 1899: 16. 
©chiUer^aht ju Anfang ,be8 Schuljahres 92; am ©chluffe 98. 

Verteilung auf bie einzelnen ftlaffen: 


j9ommer|eme|ter. 

I. 

ii. 

i 

m. 

IV. 

V. 

VI. 

Summa« 

Oftern 1899 . 

13 

28 

21 

11 

12 

7 

“U | 


3nflanfl. 

— 

— 

1 

1 

1 

2 

5 ) 97 


Abgang . | 

— 

2 

— 

— 

— 

— 

2 


©eftanb am 6emcftcrfcbfa& . 

13 

i- 

26 

22 

12 

13 

9 

95 

107 

UKntcrfme|ier. 




3«8<mfl. 

i 

2 

2 

— 

4 

1 

10 


Abgang. 

1 

2 

1 

1 

— 

2 

7 


©eftanb Beim 3<»ljte8fdjlujj . 

13 

26 

23 

11 

17 

8 

98 


9* 


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68 


68 betrug 

Öfter» 1899 bie Aufnahme 16, ber Abgang 6, ber 3utt>a<f)$ 10 Spüler. 

3m 3afjw$tauf „ „ 15, „ „ 9, „ „ 6 „ 

©efammtbetrag beS Schuljahres: „ „ 31, „ „ 15, „ „ 16 „ 

3m ganzen befugten bte Anftalt im Saufe beS Schuljahre« 107 Schüler. 

Daoon nach bem ©ohnorte ber @ltern: 

54 6inheimifcf)f. 53 AuStocirtige. 

2. $urdjfdj)uitt8alter ber Später, bezogen auf SRidjaeliS 1899: 

3« i ii m iy y vi 

18 7 /i* 16 */i* 15 13 11 *A* 10‘/ii 3aljte. 


3. Serjeidjnl« ber Abiturienten. 


£ 

i 

s 

o 

CQ 

30 e 6 ,Ä 

ffior» unb 
gamilicnname 

b i t u r i e 

Alter 

Sabre | 2Won. 

nten 

©eburts* 

ort 

SRe» 

liqiouS* 

bei. 

Stanb 

uub SBohnort 
beS 

SaterS 

©rroahltcr 

Seruf 

Seiner 

Sab 

ber 

©djule 

fungen 

re in 

ber 

Sßrima 




C ft c v i 

it 1 9 00. 




1. 

Sßinjelm $)afjm$ 

19 

11 

SBrebereidje 

b.gürftcnberg 

tt)A. 

kneif. Rentier gu 
Sleuftreltfc 

unentfdjieben 

2 

2 

2. 

SBilfjetm 3P$ 

18 

9 

SBafeboh) 

lutb. 

©tationSüor* 
ftefjer gu 9Röttn 
in TOcdft. 

23aufad) 

9 

2 

3. 

fflßiifrteb ©arott) 

20 

7 

SßetcrBborf 
bei Sßolbegf 

lutft. 

ftüfter u. Beßrer 
gu SßeterSborf 

SWarinc 

2 ' 

2 

4. 

ßubtmg ©iegfrieb 

18 

2 

9ttalcf)in 

' Intfj. 

3D7efTerfd&micb 
gu ÜMdjin 

Geologie nadj 
gkjmnaf. ©rgän* 
gungSejamen 

9 

2 

5. 

©nftaü SBcber 

18 

4 

2)7atd)iii 

(utfj. 

Söerfmeifter 
gu 2Md)in 

unentfdjtebcn 

9 

2 


4. 3) a « 3 d) it 1 g e l b 

ift in oierteljübrlictjen IRaten praenumerando jahlbar uub beträgt pro anno (excl. 2 äRt. ^oljgelb 
für ben SBinter): 

in I II m IV V VI 

110 110 96 90 84 78 3Rarf. 

Aud} finb für unbemittelte Söhne Ejieftger (Sinroohner 4 gatije unb 4 halbe ffieiftetlen einge* 
richtet, um roelche gleich nach Sdjluh beS Schuljahres Seroerbungen beim üRagiftrat unter Anlage beS 
erteilten SchulaeitguiffeS einjureichen finb. Die üRitglteber ber Äommiffiou finb: Sürgermeifter 


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©teintopff, Senator SRedjtSanroatt SB a t n <f e, SDtaler SB a 1 1 e r, Kaufmann 5 1 i ft , 
©cftladjter $ ü b b e. 


5. SBirfnngSseit bet 91 i t g 1 i e b e r be* Jtattcginm* 


an ber SInftalt 

9Ume 

im 2lmte überhaupt 

feit Oftern 1884 

$irector Feinde 

i * ■ in — 1 —■■ 

feit Oftern 1881. 

„ 2Nid)acli3 1880 

Sßrofeffor föamborff 

* Oftern 1870. 

„ Oftern 1892 

Oberlehrer ©lamann 

„ Michaelis 1887. 

„ Oftern 1885 

Oberlehrer 3un!elmann 

„ 9ftid)aeli8 1883. 

„ Oftern 1882 

Oberlehrer £> a f e r 

„ 3ohanni8 1881. 

„ 3oIjanni3 1888 

Oberlehrer fahnde 

„ 3uni 1887. 

„ SfltdjaeliS 1899 

Oberlehrer Dr. 33ohnftebt 

„ STHdjaeliB 1884. 

„ Oftern 1883 

SIfab. @ c e d 

„ Oftern 1860. 

„ Michaelis 1899 

^eafflhmnafial=ßehrer 23 e f e I i n 

„ Michaelis 1893. 


6. @d)ti lgcf(f)id)tt irf)cd. 

Heber bie (Sräubnug unb €nih)icfeliutg ber ©djule, über $oub3, Stiftung uub Untemd&S» 
mittet, ogl. baS norjäljrige Programm. 

Per pirefifor wUT 3ireunbe ber ${nftaff, foroie frühere $djüfer, bie iljre fMusfiifliung betn 
38afdjiner '^teafgqinnaßmn uerbanfien, gern auf jebtuebe bie ^ufiunft ber ^Knfiaff forbernbe $u- 
wenbungen unb $efdjenfie, fei es an fadjfidjeut ^ßeflij ober ftefbesroerf, aufmerfifatn gemadjf Ijaßen. 

8n ©efdjenten mürben in biefetn Qa&rc überroiefen: 

1. SJou £>errn ©ommerjienratl) @ngel=8töbel: 20 SBänbe weift franjöfifcfter ©cftrift* 
ftetter (Oeuvres de Moliöre, de Corneille, de Florian; Chateaubriand Itinö- 
raire; 6il Blas; $umbolbtS itoSmoS). 

2. S3om ©rojfterpgl. ftatiftifcften Stmt p ©eftroerin: ^Beiträge pr ©tatiftif ÜHecflen» 
bürg«, XIII. SBb. 3. $eft, 1. Abteilung. 

3. 33on ber Unioerfität Btoftod: 33erjeid)iuffe ber Sleljörben 2C. unb 35erjeidjniffe ber 
Slortefungeu nebft Stbfyanblung:. De rei publicae Platonis compositione ex 
Timaeo illustranda. 

4. S5oni Dberfefunbaner 5Rid). < 8 an * ,er: „‘JlanfenS (Erfolge" oon ffiugcn uoit (Enzberg. 

gür bie naturroiffenfcbaftlicfte Sammlung: 

5. S3on $errn @ellfd)opp*2angroift: 1 fiufuf im Qugenbfleibe. 

C. SJon §errn ©cftueibev ©aß: 1 ©iSuogel. 

7. Sion §errn lierarat S a t i) o ro: 1 Sicht aus bem ®arnt eines fßferbeS. 

8. 33on Oberiefunbaner ii a n t e l roi ft : 1 rotnicfiger SBürgcr. 


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9. ©on Qberfefunbaner © e to ecf e : ©erfteinerte« 

10. ©on Quintaner 5 1 i 6: 1 s Jtujjijäljer. 

11. ©on Quintaner X ii d) f e u: 1 83finbfd)Ieidje. 

12. ©on ©ejtaner ©Sitte: groben non ©u&böljern. 

ffinbtidj übermte« föerr 9. Döring, Setter a. D. ber ^ieftgen ©tabtfdjule, au« feinen reich» 
baltigen ©ammtimgen jur Srgänjung unferer ©eftänbe eine Anjabl SDtineralten unb Consilien in ju* 
oorfommenber ©Seife. 

gür alle bicfe ©efcbenfe fprid)t ber ©ericbterftatter nanten« ber ©cbule freunbli^en Dan! an«. 

E) fftefcrtyte unb SJcrffiguugcu. 

1. ©roßbetäogl. SJlinifterial * ©efcript oom 7. April 1899 in Abfcbrift, betr. ©eftimmungen 
über ben Unterricht in ber mecflenburgifcben ©efdjid>te. 

2. ©robbecjogl. URinifteriaMRefcript oom 14. April 1899 in Abfcbrift, betr. ©erioenbnng be« 
©anbibaten Üabdtnann. 

3. ©roßberjogl. 5D!inifterial«9tefcripte oom 10. April unb 10. Quli 1899 in Abfcbrift, betr. 
©erbalten ber Abiturienten bei f<ble(btem ©efinben. 

4. ©rofebetjogl. 9Winifterial*9tefcript oom 10. begro. 15. Auguft 1899 in Abfcbrift, betr. 
©ötbefeier. 

5. ©roßberjogl. SWinifterial=Stefcript oom 25. bejio. 27. {ftooember 1899 in Abfcbrift, betr. 
Abänberung in ber ©erteilung be« Unterridjtaftoffe« in ber mecflenburgifcben ©efcbicbte. 

6. ©roßbcrjogl. ÜJlinifterial=9iefcript oom 29. ©ooember 1899, betr. ©tubien an ber canto* 
nalen Unioerfltät fjfreiburg. 

7. ü)lagiftrat««©erocbnung oom 3. Januar 1900, betr. ©cbulfeier laut $ö<bfter ©erfügung 
au« Anlab be« Qabrbunbertnjecbfel« beim ©Sieberbeginn be« Unterricht«. 

8. ©roßberjogt. ÜJtinifteriaMRefcript oom 20. Januar 1900 in Abfcbrift, betr. ©eftettung be« 
©onfiftorialrat« © o ft m a n n jum 9tegierung«fommiffar für bie {Reifeprüfung Ojlern 1900. 

9. ©roßber$ogt. 3Winifterial*9tefcript oom 28. ftebruar 1900 in Abfcbrift, betr. fjformular für 
bie Aufführung ber Abiturienten in ben ©cbulprogrammen. 

10. ©roßber$ogI. ÜJlinifteriaMRefcript oom 13. ÜRärj 1900 in Abfcbrift, betr. ©infübrung 
be« ©Sagnerfcben fiefebucbe«: ©Uber au« ber mecf(enburgif<ben ©efcbicbte unb ©agenroelt. 


IV. C^ema für Me 21Mturientett« 

1. jBeutfdjer $.uffab: ©Sa« lebrt Seffing über bie ©rregung be« SDHtleib« in bet Dragöbie, unb wie bat 
er feine fielen in ber ©milia ©alotti praftifcb angeioanbt? 


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71 


•2. jfateinifdje Arbeit: Ueberfcfcung au« Cicero, in L. Catilinam oratio m, §§ 5 unb 6. 

3. ?ranjö(ifd)t« (Jjrtemporale: ^fegrim« gifcbjug. ' 

5. (Engltfdjtr The Cricket ou the Hearth; an account of the first chirp. 

5. «fllatbematbifcbe Aufgaben: 

1) x 4 + x 8 y + x 4 y 2 +xy 8 +y 4 = 3l ) 
x 4 — x l y + x*y*-xy 8 + y 4 ==ll J 

2) Sin Jrape^ burd) eine parallele ju ben parallelen Seiten ju basieren. 

3) Qn eine Äuge! mit bem ütabiu« r ift eine grabe ippramibe mit quabratiföer ©runb* 
fläcbe betrieben, beren §öt)e fid} jurn Dtabiu« be« ber ©runbfläcbe umbefebriebenen Greife« 
roie m: n nerbftlt. Sffiie grob ift ber ^Rauminhalt ber ißgrantibe? r = 15 /ie; m : n = 2:1. 

4) Sin ©reic<f aufjnlöfen au« 

a — b + c = d = 2514 
bc = p 2 = 536775 

a = 164° 14' 16“ 

5) ©ine Parabel roirb non einem Sreife gefdjnitten, ber bnreb ben Srennpunft gebt, unb 
beffen üJiittelpunft im ©urcbfdjuitt ber ?ld)fe mit ber s Jtid)tlinie liegt, ffielcbe« ift bie 
©leidjung ber gemeinfcbaftlicben Jangente? 

6. ißbpftkaltf'cbe Aufgaben: 

1) SGBie grofe ift ber 9teibung«foefficient, wenn eine Äuge! non 20 kg unb 15 m ©eftbroin* 
bigfeit nach einem ©ege non 500 m jur ülube fommt? 

2) ©en 2lu8brucf für bie priSmatiftbe ftblenfnng eine« b° m °3 encn Sicbtftrabl« bcr 3 Uleitcn 

. unb feinen ©ert für ben fjatl $u berechnen, bab er in einem gteiebfeitigen ®la8pri«ma 

nom Sredjunqöejponenten n = 1,624 ber ber bredjenben Äante gegenüberliegenben 
gläcbe parallel laufe. 


V. Dcrjcidjim bev 

Sgl. norjäbrige« Programm. 

©oeb tnirb nett eingefftbri für: 

VI—IV: ©agner, Silber au« ber medlenburgifcben ©efcbidjte unb Sagenwelt. 
II—I: Le vocabulaire franqais, par J. Carr6. 


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unb abflefdjafft für: 


II: 9tei$, ßlementc ber fßljgftf. 

91 nm.: @8 ift nicht geftattet, bag bic ©cbfller nach ihrer Serfefcung ober beim Abgang auf eigene $anb, ohne 
Jffiiffen ber ©Item ober beren ©teEtoertreter, ihre alten ©djulbflcber an anbere ©djüfer berfaufen. Uebcrbie» 
finb folcbe Sucher auf {eben fjatt toorber bem OrbinariuS ber betr. Sllaffe $ur Slnficbt unb Prüfung auf ihre 
Sefdiaffenbeit borgulegen. 


$cb(icfclicb bi« 

baf} bie Äufnahnte unb Prüfung ber neu eintreteuben «Schüler am äliontag, bem 23. 2lpril, normittag« 
10 Uhr, in ber Slula beS SRealgqmuafiuniS ftattfinbet. 3 ut Äufnaljme finb gefefclich erforberlidj unb 
fofort oorjulegen ber ©eburts* refp. £auffd)ein, ber Qmpf= refp. ffiieberimpffchein (bei 0djüleru über 
12 Qatjie) unb bas 3lbgang$$eugniS ber oorljer befuchten ütnftalt. aujjerbem finb an SfmmatrifulationS* 
gebühren ju entrichten für ©inhetmifdje 3 SW!., für auswärtige 6 3Jif. Änmelbungen werben f 6 ) o n 
früher non bem Unter$eidjneten jeber^eit entgegen genommen. $)er Unterricht im neueu «Schuljahre 
beginnt am Sienftag, bem 24. Slpril, normittagS 8 Uhr. 

©ireftor $rof. Reineke. 



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^I|il)(luiifd|t5 Pcrjtidjnis kt Sdjilcr non |(ltrit 1899/1900. 

(Die mit einem * begeidjneten ©cbfiler ftnb foäbrenb be« ©cbuljabre« abgegangen. — Da« beigefügte M bebcutefr 

Sftalcbtn al« jefcigeu SBobnort ber ©Itern.) 


L $riitta. 

O. 1. SBilbelm Dabm«. 

2. SBilbelm 3PB. 

3. SBilfrieb ©aroto. 

4. Karl ©djröber. 

5. SBiflp ©cbulg. 

6. fiubtoig ©iegfrieb M. 

7. ©uftab SBeber M. 

8. SWaj SBenbt. 

ü. 9. ßubrnig SUbredjt. 

10. SBaltber Stortel« M. 

11. Karl Sleifrbfreffer M. 

12. ©ermann 9)tumm. 

13. SPaul Meters. 

14. * SBinfdmann. 

II. Sefuuba. 

O. 1.* ©au« Slber«. 

2. ©rieb Steuer. 

3. tfarl ©etoeefe. 

4. SBalt. ©dm. flanfehmfc. 

5. Sri * Mebfelbt. 

6. ©iegfrieb Jeimann. 

7. ©rnft ©acb« M. 

8. * ©uftab ©amm M. 

9. Micbarb ©djäning. 

10. ©broin ©djröbcr M. 

11. Midjarb ©taben. 

12. SBaltber ©tabl. 

13. Micbarb 3auber. 

U. 14. ftarl Slbron. 

15. SBaltber Slrrgiberg. 

16. SBerner Sid- 

17. SJcnno 3rifc M. 

18. * Otto Suntf* 

19. ©an« ©lafom. 

20. 9)taj ©and. 

21. ©an« ftaftorff. 

22. * SSaul ftulon). 


23. Schrieb ßübftorff M. 

24. Schrieb a^alftabn M. 

25. Steul Otto M. 

26. SBilbelm ©cbmibt M. 

27. Sriebricb ©djulbt M. 

28. Steul ©eefelbt M. 

29. Micbarb ©taube M. 

30. Srip SBitt M. 

III. 3>rtia. 

0. 1. SBilbelm Sllbrecbt. 

2. Midjarb Doofe. 

3. Steul Siei[cbfreffer M. 

4. $?nrt ©utgeit. 

5. ©ermann SNöbrer M. 

6. ©an« Meitner M. 

7. ©ruft ©cböiting. 

8. 3Na£ SBfibliicb. 

U. 9. Mid)arb lieber M. 

10. ©arl Slug. Stercbarb M. 

11. Srifc Sieifcbfreffer M. 

12. ©urb uon $?alm M. 

13. Otto ftaSbobnt M. 

14. ©eiitrid) ftrogmann M. 

15. Jfarl SMfcabn M. 

16. 9Ras Otto M. 

17. Sfoitrab ©djöttler. 

18. SBilbelm ©truef. 

19. ©an« Dimm. 

20. ©an« SBifdjmamt. 

21. mal SBitt M. 

22. SBilbelm SBolter. 

23. * ©uftab SBulff I. M. 

24. griebricb SBulff II. M. 

IV. ßuarta. 

1 * SBiQiam S3etdje M. 

2. Sriö Stedenbageit M. 

3. 3ob- 3’riebr. M. 


4. Sflfreb ©afer 

5. SWartin SWölTer. 

6. Sllfreb Sflüller. 

7. SBaltber SHuffebl M 

8. ©erbarb ©alcbotö M. 

9. Srang ©cbmibt M. 

10. Micbarb ©cbult M. 

11. Mubolf Steigt M. 

12. Mnbolf SBtlfe M. 

Y. ßuiuta. 

1. ftarl S3eutin. 

2. Ulrich S3ifcboff M. 

3. ©elmutb Sterdjarb M. 

4. SWartin SMtfcbel M. 

5. fturt ftifeber M. 

6. 0«far Sri& M. 

7. Otto non ftalrn M. 

8. Stent Krüger M. 

9. SUctor 2ftafiu«. 

10. Otto Memer. 

11. lllricb ©arow. 

12. ©ruft ©cbüb- 

13. ©bntunb ©edfdjopp. 

14. ©ermann ©tabl. 

15. ©an« Diicbfen M. 

16. ©lau« SBalter. 

17. Udrid) SBitt M. 

VI. Sc$ta. 

1. * ©an« S3etcbe M. 

2. s J>aul SKirijoff . M. 

3. ©eiuricb ©ünerjäger M. 

4. Sriebrid) SJieiitcfe. 

5. Sriebrid) SDtölIer. 

6. ftarl Mobbe M. 

7. * Sricbrid) ©djöttler. 

8. SBilbelm ©ieroert M. 

9. ©au« Xietböbl M. 

10. Steil SBitte. 



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